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JTaxidriver

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1

Montag, 13. Januar 2020, 22:09

Die drei ??? und das Drehbuch

Durch einige ältere Threads was man besser machen könnte/müsste oder sollte kommt man immer wieder auf die Drehbücher als Hauptproblem neben der Story an sich aus dem Buch. Es stimmt, dass viele Bücher keine besonders tolle Geschichten haben. Da ich 120-150 als Buch gelesen habe empfand ich die Hörspiele oft als Schlag ins Gesicht. Am Anfang zu wenig/gar nichts gekürzt und am Ende mit der Brechstange aufgelöst.
Die Crimebuster hatten oft eine schwache Story, aber waren durch die knackige Bearbeitung nicht langweilig und haben einen höheren Wiederhörfaktor als "aktuelle" Folgen.
Mit anderen Drehbüchern könnte man einiges retten, bzw verbessern.

Warum sind die Drehbücher wie sie sind?
A) es ist eine Vorgabe
B) Minninger hat künstlerische Freiheit und hält diese für Gut
C) Schnell, schnell, time is money, Hauptsache ein Drehbuch - wird ja eh gekauft

Man könnte natürlich noch einige andere Bereiche verbessern, doch für mich ist der Hauptkritikpunkt spätestens seit den 110ern das Drehbuch.

Wie seht ihr es?

Um das Thema Hoffnung soll es nicht gehen - die habe ich selbst aufgegeben :O

Captain Blitz

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2

Montag, 13. Januar 2020, 22:29

Weiß gar nicht, ob es einer der Punkte ist oder irgendwie alle zusammen, aber es ist ja schon so...warum was ändern, wenn es wie verrückt gekauft wird?
Ihr wollt Psychothriller? Ihr kriegt sie!



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PedSchi

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3

Dienstag, 14. Januar 2020, 13:41

Auf die Gefahr hin, mich mal wieder in die Nesseln zu setzen: Ich finde auch die früheren Drehbücher des allgemein so hochgelobten H. G. Francis oft nicht so prickelnd. Beispiel: "Der magische Kreis", in dem der Mittäter Mr. Thomas vor dem Showdown gerade mal eine Sprechszene hat und Justus an einer Stelle sagt: "Das Java ist ein indonesisches Restaurant. Als Harold Thomas mit dem Mann vom Autoschrottplatz vereinbarte, dass er den Transporter dort abstellen durfte, da nannte er sich Puck." Wo ist der Zusammenhang zwischen dem Restaurant und dem Namen Puck? Ähnlich etwa bei den "Perlenvögeln", als Bob erst groß ankündigt, die Stege in der Bucht erklären zu können und zwei Sätze später dann doch nicht weiß, was eine Austernfarm ist. Oder die Erwähnung des Umstands, dass Peter eine Sonnenbrille trägt - durchaus relevant, weil Justus dadurch Peters Augen nicht sehen kann und daraus schlussfolgert, dass Blinky in seiner Verkleidung als Mr. Frisbee mit der Sonnenbrille seine Augen zu verbergen versucht. Im Hörspiel steht das aber völlig zusammenhanglos im Raum. Und von diesen Beispielen gibt es etliche. Was natürlich nichts daran ändert, dass die Minninger-Drehbücher die genannten Schwächen haben bzw. hatten, denn inzwischen ist der Einstieg in die Geschichten längst nicht mehr so langatmig - was das Problem aber eher noch verschärft, denn wenn man gleichzeitig alles aus den Vorlagen herausnimmt, was ängstigen könnte oder Gewalt darstellt (es fällt ja auf, dass etwa Schüsse inzwischen runtergepegelt bzw. ausgeblendet werden), dann bleibt inhaltlich eben nicht mehr unbedingt viel.

JTaxidriver

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4

Dienstag, 14. Januar 2020, 17:09

Da gebe ich dir Recht Pedschi. Früher war nicht alles besser. Ich bin Nelly Towne, mein Mann lebt nicht mehr ist auch so ein Knaller.
Trotzdem war Francis längste Story Minninger kürzeste. Es gab unlogische Stellen, aber es hat sich nie gezogen wie Hechtsuppe, dass man selbst am Tag einpennt oder unbedingt ausschalten möchte.

Siehst du das Problem mehr bei den Geschichten an sich?

Die Action und Spannung zu kürzen spricht für a) soll so sein. In einer Zeit wo es eher härter in den Medien zu geht schraubt man es bei den Satzzeichen zurück..

PedSchi

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Dienstag, 14. Januar 2020, 18:09

Ich sehe eine Vielzahl von Problemen. Die Drehbücher sind eines. Dass sich die deutschen Autoren aber mal nicht die Bohne mit dem amerikanischen Original der Serie befasst haben, ein anderes. Dass den drei Hauptsprechern weitestgehend freie Hand gelassen wird, was ihre Interpretation der Figuren angeht, ein drittes. Dass die Regie offensichtlich viel zu selten eingreift und einfach mal sagt: "Betonung stimmt nicht, bitte noch mal!" oder auch schlicht: "Verdammte Axt, Andreas, jetzt sprich halt mal einen Satz ohne Unterbrechung und Neuansetzen am Stück!" ein viertes. Und das Kardinalproblem ist: Doppelte Spielzeit bei gleichgebliebener Vorlagenlänge und gleichzeitigem Weichspülen von allem, was Action und "Gewalt" ist.

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