Beiträge von PedSchi

    Der Mann, der unangefochten die meisten ???-Folgen als Erzähler gesprochen hat. Und Russell Crowe, Chales Shaughnessy und Jeremy Irons. Jetzt möchte ich mir am liebsten in Dauerschleife seine "Miss Fine!"-Rufe aus "Die Nanny" anhören. ;(

    In der ersten Staffel der Serie "Babylon Berlin" hat Detlef Bierstedt - Synchronstimme u. a. von George Clooney, Stan Smith in "American Dad", Jonathan Frakes in "Star Trek - TNG" und Jeff Garlin in "The Goldbergs" - eine Nebenrolle als Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß.

    Während des Interviews mit Manou Lubowski hatte ich immer Lucifer Morningstar vor Augen. ^^

    Der Spiegel-Artikel von Tarzans/Tims "ekelhafter Perfektion" und dem "Quotenmädchen Gaby" bringt für mich auch so manches auf den Punkt.

    ABER, das Schöne ist für mich, dass aktuell so viele Nischen wie nie zuvor beident werden, in allen Medien, da Veröffentlichung und Vertrieb so einfach geworfen sind. Bis hin zum Self-Publishing ist alles möglich, das macht den Hörspiel-Strauß bunter. Das macht es für mich und meinen Geschmack leichter, den "Mainstream" auszublenden und mir das zu nehmen, was mir gefällt.

    Das sehe ich auch so. Es ist ja nicht so, dass irgendwas verschwände, nur weil vielleicht aktuell mal hier und da mehr Frauen zum Zuge kommen. Ich finde im Gegenteil, dass man mehr Auswahl hat und auch mehr Möglichkeiten, vollkommen in seiner Komfortzone zu bleiben und im Zweifelsfall gar nichts Neues mehr zu erleben.

    Du hast schon verstanden, worauf ich hinaus will. ;) Der hier oft zitierte "Mainstream", mit dem ich mich als Begriff so schwer tue, ist eben absolut nicht so wie postuliert, dass nämlich Mädchen und Jungen und Männer und Frauen in ihrem Verhalten und Wesen alle gleich sind. Und "die Politik", die als Begriff ebenfalls allzu oft inhaltsleer vorgeschoben wird, würde den Teufel tun, irgendwie bevormundend einzugreifen und irgendwelche Geschäfte mit Geschlechterrollen und Geschlechterunterschieden zu unterbinden.


    Heutzutage ist irgendwie alles "der Mainstream" und "die Politik". Ich könnte auch sagen, ich war gegen den Umzug des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin, aber der blöde "Mainstream" und "die Politik" waren dagegen und haben es gewagt, nicht auf mich zu hören. Aber Fakt ist: Meine Meinung war halt nicht mehrheitsfähig. Der sogenannte "Mainstream" ist politisch schlicht die Mehrheit und in Bezug auf Hörspiele, Filme, Musik, Mode und Co. schlicht der Markt. Der Kinomarkt beispielsweise sieht meiner Meinung nach seit etlichen Jahren nur noch stumpf heruntergekurbelte Comicverfilmungen vor. Aber über den Markt und die blöden Mehrheiten mit ihrem blöden Massengeschmack zu ranten, bringt einen natürlich relativ schnell in die Ecke des arroganten, elitären Snobs. Also rantet man lieber über den "Mainstream" und "die Politik", das klingt gleich viel mutiger, engagierter und rebellischer. ;)


    Will sagen: Man muss nur die Begriffe ein bisschen verändern und die Perspektive ein wenig verschieben, schon sieht die Sache anders aus. Und schon kann man sich vielleicht auch fragen, ob nicht "die Politik" uns bevormundet, sondern "die Werbung" o. ä. ;)

    Was Hörspiele angeht, kann ich fundiert nur über die "drei ???" sprechen, und die werden ja nun seit 40 Jahren + immer schon von einer Frau "gemacht". Ich erkenne sehr wohl, dass sie Serie sehr viel seichter geworden ist und nach meinem Eindruck in den Hörspielfassungen alles umgangen wird, was aufregend sein könnte. Das ist ein wiederkehrender Kritikpunkt in meinen Meinungen und Rezensionen. Ich kann aber für mich nicht festmachen, dass das irgendwie daran liegen würde, dass die Entscheidungsträger "weiblicher" geworden wären. Und "nicht festmachen können" bedeutet in diesem Fall: Ich weiß nicht, wer die Entscheidungsträger bei SONY sind, ich weiß nicht, wer die Hauptkäufer der Hörspiele sind und so weiter.


    Was ich weiß und was wir hier ja auch schon festgestellt haben, ist: "Mainstream" hin oder her, es werden immer noch Produkte wie das "Mädchen-Überraschungsei" auf den Markt gebracht und 95 % der Leute würden ihrer kleinen Tochter nach wie vor das rosa T-Shirt mit dem Herzchen und dem Glitzer und der Aufschrift "Cute" kaufen. Dass man sich heute als PR-Abteilung eines Unternehmens deswegen in den sozialen Medien eventuell kritische Fragen gefallen lassen muss, ist halt so, und dahinter kommen wir auch nicht mehr zurück.


    Und ich kann dir auch aus erster Hand sagen, dass es nach wie vor Kundinnen gibt, die sagen: "Bei uns wird nicht gegendert." Und damit meinen sie kein Gendersternchen und bein Binnen-I oder sonstiges neumodisches Zeug, sondern schlicht und ergreifend so etwas wie "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", was es in Deutschland als Formulierung bereits im letzten Kaiserreich schon gegeben hat.


    Auch Gerichtsurteile, die gendergerechte Sprache vorschreiben würden, gibt es meines Wissens in Deutschland nicht. Mir ist im Gegenteil nur bekannt, dass die Klage einer Frau, die von ihrer Sparkasse explizit als "Kundin" angeschrieben werden wollte, höchstinstanzlich abgewiesen wurde - für mich auch sehr nachvollziehbar, da das Gericht nicht über die Auswirkungen nicht gendergerechter Sprache zu befinden hat(te), sondern einzig darüber, ob der Kundin durch diese Anrede ein Nachteil entstanden ist oder nicht.


    Mir ist es persönlich ziemlich wurscht, ob ein Hörspiel oder ein Buch oder ein Film nun von einer Frau ist oder einem Mann - wobei man ja, wenn überhaupt, genau genommen sowieso sagen müsste "primär von einer Frau oder einem Mann", da jede Produktion Teamwork ist.

    Du schreibst:

    Muss jetzt neuerdings getrennt werden zwischen gerechten sowie korrekten 'Frauenhörspielen', wie es neuerdings der Deutschlandfunk tut, und handlungsorientierten sowie unkorrekten 'Männerhörspielen', wie es z.B. hier zu lesen war ?

    Dazu ist natürlich zunächst mal zu sagen, dass niemand irgendetwas "muss". Ein Beispiel eines Verfassers vom Deutschlandfunk, in dem möglicherweise auch aus Gründen der Aufmerksamkeitsgenerierung die Überschrift "feministische Frauenhörspiele" gewählt wurde, ist nicht repräsentativ für den Deutschlandfunk, geschweigedenn für deutsche Medien insgesamt. Das zweite Beispiel stammt von einer privaten Seite aus der Nische Hörspiele, die keine besonders große Reichweite haben dürfte. Ich kann daraus für mich keinen wie auch immer gearteten Trend bei Hörspielen ableiten. Im übrigen sehe ich aber gerade, dass du das Thema unter anderem mit "Bevormundung" verschlagwortet hast. Warum, wenn du nicht zündeln willst?


    Was wir im Moment haben, ist meiner Meinung nach eine Diskussion um das Thema Gleichberechtigung, die lauter ist als sonst, weil sich mehr Leute daran beteiligen als sonst, und das tendenziell auch qualifizierter als bislang. Wir haben verschiedene Sender und verschiedene Mofderatoren und Moderatorinnen, die sich um gendergerechtes Sprechen bemühen. Und wir haben eine zunehmende Anzahl von Unternehmen, die für sich nach innen und nach außen bestimmte neue Sprachregelungen treffen.


    Was wir aber relativ eindeutig nicht haben, sind politische Vorgaben. "Die Politik" als solche tut sehr wenig. Es gibt keine Quotenregelung für Vorstände, keine Regelung zur paritätischen Besetzung von Wahllisten, kein Gesetz zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern. Was wir im Moment an Bewegung spüren, kommt ganz überwiegend aus der sogenannten Zivilgesellschaft und der Wirtschaft und ist so gesehen ausgesproche neoliberal.


    "Die Wirtschaft" als solches wiederum hat, das kann ich aus jahrzehntelanger Erfahrung als Übersetzer und Texter sagen, immer schon extensive Vorgaben zu Eigenschreibweisen, Formulierungen etc. pp. gemacht, insofern ist auch da jetzt die einzige Neuerung, dass öffentlicher und breiter darüber diskutiert wird.

    Ich bin schlicht deshalb nicht auf die Umschreibungen von "Männerhörspielen" als angeblich "handlungsorientiert" und "Frauenhörspielen" als "gerecht" (was immer das im Zusammenhang mit Hörspielen auch sein soll) eingegangen, weil ich aus Erfahrung befürchten muss, dass damit nur gezündelt werden soll. Die verlinkten Seiten geben das jedenfalls, wie schon gesagt, nicht her. Wenn das hier also eine "Diskussion" werden soll(te), an deren vorhersehbarem Ende ein "Haben wir denn keine wichtigeren Probleme?" steht, musst du sie vielleicht woanders führen.

    Die "drei ???" und weibliche Charaktere ist über ganz weite Strecken ein trauriges Kapitel, was aber auch der Zeit geschuldet war. An den Freundinnen finde ich besonders bitter, dass deren unrühmlicher Höhepunkt als schmollende attention whores just von einer Frau als Autorin zu verantworten ist. Ansonsten sehe ich es wie MarkusG. und blackmail82 : Ein "Mädchen-Überraschungsei" in Rosa ist 2021 überholt und gewisse Dinge sollte man einfach machen, ohne es zu erwähnen. Aber dieses momentane "Sehet her, wir bringen mehr Hörspiele von Frauen nach vorn!" gehört eben zu dem, was ich als "Überhitzung" empfinde.

    Die Diskussion ist ja nun mal im Moment virulent, da bleibt es nicht aus, dass manches überhitzt. Irgendwann beruhigt sich das auch wieder. Ohne jetzt die von dir verlinkten Beispiele zu kennen, kann ich für mich nur sagen, dass ich mich mit allem, was mit "Frauen-" bzw. "Männer-" etikettiert wird, fürchterlich schwer tue. "Das Magazin für Männer" ist vermutlich keines für Männer wie mich, und wenn mir Frauen erzählen, dass sie gern "Shades of Grey" oder "365 Days" lesen, "weil Frauen so was nun mal gefällt", rollen sich mir die Zehennäger auf. Jenseits dieser Etikettierungen bin ich aber definitiv für mehr Sichtbarkeit von Frauen, mehr Gleichberechtigung und weniger Diskriminierung.

    Ich habe sie noch nicht zu Ende gehört, fand sie aber ganz okay. Letztlich werden große Erwartungen geweckt, weil es sich - anknüpfend an "Das leere Grab" - um eine Folge mit Justus' unbekannter Verwandtschaft handelt. Aber im Verlauf der Geschichte wird klar, dass das im Grunde genommen null Relevanz hat. Ob die Beteiligten nun Justus' anderer Onkel und seine Kusine sind oder eine Postbotin und der örtliche Bibliothekar, ist völlig egal.

    Ich finde den Anfang dieser Folge einfach sensationell: Grillenzirpen, Eulenruf. Keine zwei Sekunden und man weiß, es ist Nacht, irgendwo in einer einsamen Gegend. Dann der Schrei des vermeintlichen Geists und die erschrockene Reaktion von Peter und Bob, bäm!, ist man in der Geschichte. Wenn sie diesen Zug doch nur heute mal in den Folgen an den Tag legen würden.

    Die Folge lebt (halbwegs) davon, dass eben drei fremde Leute (= Stimmen) als Justus, Peter und Bob auftreten und man sich denkt: "Das geht ja gar nicht!"

    Um sozusagen noch mal eine Bindung herzustellen zu den drei Originalsprechern, ist das vielleicht ein ganz cleverer Schachzug. Aber der allein trägt natürlich nicht die Geschichte und kann nicht das Grundübel schlechter Drehbücher und das komplette Ignorieren erzählerischer Grundtugenden wie "Show don't tell" kompensieren. Die Folge geht ja schon allein damit los, dass Erzähler Axel Milberg die erste Szene mit einer Überschrift ("Im Baumarkt") versieht. Anschließend beschreibt er in epischer Breite ein Geschehen, das dann an der Kasse noch einmal dialogisch rekapituliert wird. Sprich, man hätte sich den ganzen Sermon vorneweg sparen können, wenn man die Szene an der Kasse nur ein wenig anders geschrieben hätte. Ebenso ist es Milberg, der erzählt, dass Peter den Geistesblitz hat, die allgemeine Ablenkung zu nutzen, um den Zettel mit dem Rätsel aus dem Haus zu stehlen. Nicht Wawrczek als Sprecher spielt das, Milberg als Erzähler erzählt es. Da fragt man sich dann schon, was die Drehbuchautoren bei Europa eigentlich hauptberuflich machen.

    Der Fall an sich ist unspektakulär, was ich eigentlich angenehm finde, wovon aber ein ziemlich sinnfreies Stakkato an Szenen und Figuren abzulenken versucht. Es gibt wieder mal keinen roten Faden in der Handlung, keine wirklichen Ermittlungen (man läuft halt so lange über das Grundstück, bis man irgendwo was findet), keine wirkliche Figurenentwicklung (als der falsche Peter auf den echten Peter trifft, lassen beide sofort ihre Masken fallen und vertragen sich auf der Stelle).

    Fazit: Es ist eigentlich ein ganz klassischer ???-Fall - ein eher simples Verbrechen wird unverhältnismäßig kompliziert zu verschleiern versucht, es gibt einen bösen Bösen und eine vermeintlich böse Gute, ein paar, die sich instrumentalisieren lassen und ein paar, die aus ganz eigenen Motiven mitmischen. Und genau so klassisch hätte man den Fall umsetzen können. Aber die Autoren schaffen es nicht, eine Balance zwischen den Figuren und Handlungssträngen herzustellen.

    Satte 90 Minuten sind schon ordentlich lang und an zwei oder drei (oder vier oder fünf ...) Stellen fehlte mir wie üblich das Nachfassen oder die für mich naheliegende Anschlussfrage. Aber es ist tatsächlich ein aufschlussreiches Interview ohne die ausgenudelten Standardfragen, wobei ich mich aber auch sehr mit Wawrczeck identifizieren kann. Kritik sucht man natürlich auch vergeblich, aber okay. Ich persönlich hätte es jedoch interessant gefunden, zu hören, was er sagt, wenn man ihn mal mit der belanglosen Musik bei den "Drei ???" konfrontiert, da er ja selbst erklärt, dass er lieber keine Musik hat als nichtssagende. Das ärgert mich aber auch an den meisten Interviews: die Gesprächspartner liefern interessante Stichwörter und der Interviewer geht nicht darauf ein.