Beiträge von PedSchi

    Horst Sachtleben, vierter und meiner Meinung nach einziger zur Originalstimme bzw. -sprechweise passender Synchronsprecher von "Columbo" Peter Falk (und außerdem die Stimme von Jim Broadbent als Horace Slughorn in "Harry Potter" und Butler Niles in "Die Nanny") ist am 22. Mai mit 91 Jahren verstorben.

    Gerade gehört: Philipp Lahm - Hörspiel über eine Generation. Man muss sich drauf einlassen, würde ich mal sagen. Dann ist es als Satire gar nicht schlecht. Und das Perfideste daran: Man überlegt sich ernsthaft, ob die zahlreichen Lahm-Aussagen in diesem Stück nicht vielleicht wirklich von ihm stammen.

    Dem Platzargument kann ich mich durchaus anschließen, wenn auch nicht der Wortwahl. Aber andererseits: Wenn ich mir eine CD kaufe, dann gehört die mir - während ein Steamingdienst seinen Dienst einstellen kann, mich rausschmeißen kann, meine Daten haben will. Und, wie wir seit der Causa Neil Young wissen: Auf so einen Streamingdienst tummeln such so manche rechte Verschwörungsschwurbler.

    Die drei ??? und die verlorene Zeit: Ja, was soll man sagen - nachdem die 214 mal wieder einigermaßen annehmbar war, scheint man jetzt zu glauben, man kann wieder 50 Folgen gepflegte Langeweile auf eine Stunde Spielzeit auswalzen.

    Bin im Krankenhaus, der perfekte Moment, um mit einem langen audible-Hörspiel zu beginnen. Gerade Kapitel 1 von Die Stimme der Toten angehört, guter Einstieg, mal weiterhören…


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    Gute Besserung von dieser Stelle!

    "Die drei ??? und der Geisterbunker": Lässt mich immer noch nicht in Euphorie ausbrechen, aber zumindest den ganzen schlechten Rezensionen auf Amazon kann ich mich nicht anschließen. Weder ist die Folge schlecht vergeräuscht, noch stinkt Caroline Peters als Kommissarin Merryweather irgendwie ab.


    Über weite Strecken ist die Folge das inzwischen gewohnte "aufgehübschte Kammerspiel" und verpasst es, aus der länglichen und sehr statischen Passage im Bunker wenigstens etwas atmosphärisch Dichtes zu machen, nachdem der Anfang mit den Geisterstimmen immerhin sogar leidlich gruselig ist. Danach aber wird es zu einem überhaupt nicht mehr bedrohlichen Geplauder zwischen Gefangenen und Fänger. Und bei über einer Stunde Spielzeit hätte man sicher durchaus noch Zeit gehabt, eine logische Erklärung dafür einzuflechten, warum Justus denn nun ausgerechnet ein Minimikrofon dabei hat, das sich prompt als nützlich erweist.


    Was die Folge deutlich besser macht als etliche dutzend davor, ist das zum Finale hin stark anziehende und zugleich sinnvolle Tempo mit zahlreichen Ortswechseln. Es gibt auch das inzwischen schon bekannte unsinnige Tempo mit Action um der Action willen, nämlich in Form der vergeblichen Verfolgungsjagd auf dem Highway. Elga Schütz als Fahrerin ist in der Szene einfach schlecht und das Ganze bringt die Story keinen Deut voran. Aber zum Ende hin geht es Schlag auf Schlag und die Auflösung ist für meine Begriffe sogar lustig und gewitzt.

    Das Entscheidende scheint mir zu sein, dass sich der Podcast auf nur einen der drei Hauptsprecher konzentriert, und sich dann jeweil eine Folge vornimmt. Letztlich bleibt es zwar streng genommen nie auf diese eine Folge beschränkt, aber der Podcast ist doch sehr auf den Punkt. Sobald man das mit allen drei Hauptsprechern machen würde, hätte man dreierlei Perspektiven, dreierlei Erinnerungen und sicher auch ein gewisses Konkurrieren.

    In Folge 2 war bis auf die Auflösung der "Masakept"-Episode eigentlich nichts drin, was ich nicht schon wusste, aber ich fand sie trotzdem unterhaltsam. Und endlich hat mal jemand "Äinschess" und die "Ardschüll Kwien" angesprochen, denn da winde ich mich wirklich mit Schmerzen. ;) Das wird nur noch übertroffen von "Eloas" Dobson in "Die flammende Spur". (Lieber Himmel, es gibt ein weltbekanntes Lied namens "Eloise"!) Und selbst Andreas Fröhlich sagt, dass man natürlich hört, dass Professor Shay und Java Jim dieselbe Person sind. Es ging mir nämlich als Kind schon so, dass ich just bei dieser Folge von der Auflösung überhaupt nicht überrascht war. (Dass Skinny Norris und Morton dieselbe Stimme haben, habe ich hingegen lange Zeit bewusst gar nicht registriert.)

    Verspricht tatsächlich mal nicht zu viel. Das Format ist kurzweilig und transparent, d. h. es wird nicht so getan, als hätte Andreas Fröhlich die Anekdoten und Hintergründe alle noch präsent. Es wird deutlich, dass er recherchiert hat und altes Material gesichtet. Es werden Fanfragen - wenn auch "nur" von Prominenten wie Bastian Pastewka - aufgegriffen und es gibt sogar einen gewissen "Mut zum Widerspruch", wenn etwa Heikedine Körting der Meinung ist, sie habe bestimmte Rollen gesprochen, Fröhlichs Erinnerungen und Indizien aber in eine andere Richtungen deuten.

    Wie der Nekrolog von Wikipedia meldet, ist Ekkehardt Belle am 31. Januar verstorben.

    Belle war die die Synchronstimme von "Renegade" Lorenzo Lamas, "Hercules" Kevin Sorbo und Robert Baratheon (Mark Addy).

    Die drei ??? - Der Fluch der Medusa: Irgendwie im fünften oder sechsten Anlauf dann mal zu Ende gehört. Nicht gut, ganz gewiss nicht, aber auch nicht schlecht, nicht Fisch und nicht Fleisch. Man hört es und denkt mit einer gewissen Distanziertheit: "Ich weiß, was es werden sollte ..."

    Hallo!


    Mir geht sehr viel durch den Kopf und auch manches durch Herz und Bauch, wenn ich deine Beiträge lese. Denn Tatsache ist, ich habe den Leo auf dem Schirm, seit du hier das erste Mal angemeldet warst und ihn zaghaft beworben hast. Behalte das bitte im Hinterkopf, wenn meine nun folgenden Anmerkungen etwas kritischer werden. Und bevor sie das werden und du womöglich aufhörst zu lesen: Tu mir und dir und den Kindern und der Welt einen Gefallen und mach eine Geschichte mit Ada Lovelace.


    Um der Wahrheit die Ehre zu geben, lese ich deine Beiträge in den letzten Tagen mit einer Mischung aus Bewunderung, Freude, Skepsis und Distanziertheit und eine innere Stimme sagt mir immer wieder schmunzelnd: "Und wenn es auch nicht wahr ist, so ist es doch trefflich erfunden!"


    Nein, ich unterstelle dir selbstverständlich keine Lügen. Ich komme nur nicht umhin festzustellen, dass du für einen chronisch übermüdeten Legastheniker verdammt viel und verdammt gut schreibst. Und bei allem Hadern über dein früheres Dasein als "Fernsehhure" irgendwie doch auch damit zu kokettieren scheinst; in jedem Fall aber das zum Handwerk gehörende Klappern dort sehr gut gelernt zu haben scheinst und auch weißt, wie man hübsch dick und reißerisch aufträgt. Wo etwa Universal im letzten Teil deiner Geschichte der große Bösewicht sein soll, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Und die Abrechnung mit den "Amöbenkindern" und den konsumorientierten Eltern erscheint mir - bei allem Verständnis und aller spontanen Zustimmung - auch etwas wohlfeil vor dem Hintergrund, dass du selbst mutmaßlich durch deine frühere Tätigkeit zwei Jahrzehnte dazu beigetragen hast, dass es solche Eltern und solche Kinder in Massen gibt.


    Trotzdem ist deine Geschichte eine, von der ich mir wünsche, dass sie wahr ist und so gut weitergeht. Du könntest eine Figur aus meinen Erzählungen sein: der von Gewissensbissen geplagte Privatfernsehmensch, der durch Raus- und Umschneiden Menschen bloßstellt (was ich seit jeher kritisiere, um nicht zu sagen verachte), schließlich aber seiner Leidenschaft und seinem Sinn für Anstand folgt und etwas Produktives, Wertvolles und Hilfreiches macht.


    Ehrlich, ich bewundere Menschen, die etwas haben und es aber aufgeben, weil sie wissen, es gibt auch noch was Größeres und es kann so nicht weitergehen. Das kann ein Gorbatschow sein oder ein de Klerk oder ein George Lazenby. Dass es solche Leute gibt, solche wie auch dich, gibt mir Hoffnung.


    Als Kreativer kann ich vieles von der von dir beschriebenen Ochsentour nachvollziehen. Bei mir sind es die Hörspielmacher, die sagen, "politische Themen sind Kassengift" oder die Mitarbeiter eines kurz vor der Übernahme stehenden Verlags, für die ich die Rettung hätte bedeuten können, die aber ungelogen lieber in einem halben Dutzend E-Mails über meine angebliche Selbstüberschätzung diskutieren, als sich mein zu langes und nicht ihren Formvorgaben entsprechendes Exposé durchzulesen.


    Kurz und gut: Zur Wahrheit gehört auch, dass du mehr Chuzpe hast als ich, und dafür gebührt dir mein Respekt. Ich wünsche dir alles Gute.

    Albert Wendt zum Dritten: Henrike und ihr Dachgarten. Eher minimalistische Umsetzung des Hörspiels, die nicht an die Buchvorlage heranreicht. Witzigerweise mit dem von mir neulich noch "geschmähten" Thomas Thieme als Erzähler, für den Wendts feine Wortakrobatik wie gemalt ist.