Die drei ??? (206) und der Mottenmann

  • Die drei ??? und der Mottenmann (206)


    Inhalt: In Rocky Beach taucht eine schaurige Gestalt auf: ein geflügeltes Wesen mit leuchtend roten Augen. Zeitgleich häufen sich die Unglücksfälle und Diebstähle in der beschaulichen Küstenstadt. Justus, Peter und Bob vermuten einen Zusammenhang und stürzen sich in die Ermittlungen, um das Geheimnis des Mottenmanns zu lüften.


    Die brandneue Folge der drei ??? ist in Ordnung. In der Story geht es um eine mythische Kreatur, die sich der Autor nicht ausgedacht hat. Die Legende von diesem Fabelwesen gibt es auch in der Realität. Aber Beweise für die Existenz des Mottenmannes gibt es nicht. Auch in der drei ??? Story ist die Auflösung nicht übernatürlich.


    Die drei Hauptsprecher sind sehr gut. Von den Gastsprechern sticht keiner heraus. Aber es gibt auch keinen Ausfall zu verzeichnen.


    Fazit: Die Buchvorlage fand ich in Ordnung. Die Hörspielumsetzung (ca 60 Min.) ist besser als erwartet gelungen. Mehr als Note 3 kann ich aber nicht vergeben.

  • Meiner Meinung nach ist die Folge absolut höhepunktfrei und spannungsarm erzählt. Wenn man es denn als Fortschritt werten will, dass auf Overacting, Haspeln ("Er öffnet ... er öffnet den Globus! Und jetzt ... jetzt schließt er ihn wieder!"), Rekapitulierungen gerade erst Geschehenens und musikalische Dramatisierungen von Banalitäten verzichtet wird - okay, dann ist der "Mottenmann" vielleicht ein minimaler Schritt nach vorn. Andererseits könnte man natürlich auch sagen, die Serie verzichtet inzwischen selbst auf den Versuch, ihre Belanglosigkeit zu kaschieren.


    Es wird im Prinzip das Schema F der letzten zehn Jahre abgearbeitet: Es gibt haargenau eine "Actionszene", als der Mottenmann in ein Gewächshaus einbricht, es gibt ein bisschen Wissensvermittlung (Riesenmotten samt wissenschaftlichem Name, Vorkommen und Nutzung durch den Menschen), es gibt "Dynamik" in Form von "Wir atzen von A nach B nach C nach D und reden mit Leuten". Dieses Herumlaufen und Reden stellt unterm Struch alles an "Ermittlung" dar; "kombiniert" wird längst nicht mehr. Ein paar Indizien werden en passant eingestreut, aber was es mit ihnen auf sich hat, wird, wie eigentlich der gesamte Fall, wieder erst am Schluss en bloc und in der Rückschau erklärt. Den berüchtigten Justus-Monolog hat inzwischen ein Dialog mit wechselnder Besetzung abgelöst, das war's.


    Bleiben noch Wolfgang Häntsch als Mr. Huntington und Lina Maria Millat als Xeni positiv im Ohr und dann Klappe zu, Motte tot oder so.