Die Gefahr des Illegalen

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    Beispielsweise die Chance, auflagenunabhängig produzieren zu können. Speziell die Major-Labels sitzen auf einem riesigen Archiv an Alben, die man der Öffentlichkeit mal wieder zugänglich machen könnte. Oftmals lohnt es sich aber nicht mehr, eine komplette CD-Auflage davon pressen zu lassen. Als Download würde das Archiv aber wenigstens noch etwas Rendite abwerfen.


    Vollkommen richtig, und das ist auch das einzige, was ich den Downloadportalen zugute halten muss, nämlich dass man dort auch Sachen findet, an die sonst gar nicht mehr ran zu kommen wäre. Allerdings geht es mir da ähnlich wie PedSchi, auch ich habe nie das nötige Programm besessen, um was zu saugen, ich gebe aber zu, das ich schon auf entsprechenden Seiten gewesen bin, und dass ich mir manchmal schon gewünscht hätte, saugen zu können. Denkt zum Beispiel mal an all die Armen Schweine, die die Folge 29 der drei ??? nicht in der Ursprungsversion haben, wie sollen die da je dran kommen?

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    Original von speedyDenkt zum Beispiel mal an all die Armen Schweine, die die Folge 29 der drei ??? nicht in der Ursprungsversion haben, wie sollen die da je dran kommen?


    eBay oder Trödelmärkte.


    Sollte dieser Thread weiter in eine Richtung laufen, die mir nicht schmeckt, dann schliesse ich ihn.


    Das liest sich für mich wie "Ach, das ist alles sonst so teuer, um da ranzukommen, lade ich es mir lieber runter!" und sowas dulde ich hier nicht.

  • Ich stehe ganz klar auf dem Standpunkt, dass, wer sich was nicht leisten kann, es sich auch nicht kaufen soll. Fertig, aus. Das gilt für CDs, wie es für Hörspiele, Autos, Handys und alles andere gilt. Werbeslogans vom Kaliber "Karibikurlaub für alle!" halte ich für den größten Schwachsinn. Wenn's die eigene Schatulle nicht hergibt, muss es halt der Urlaub auf Balkonien tun. Ich persönlich höre nur die "drei ???", und wenn ich sehe, was für eine Fülle anderer Hörspiele hier manche Leute anscheinend außerdem noch haben, kann ich nur staunen. Ich könnte mir das gar nicht leisten. (Gut, wenn die DSA-Folgen rauskommen, werde ich mir die vielleicht auch noch gönnen, aber das war's dann auch schon.)
    Es wird in unserer Gesellschaft - leider - propagiert, dass alles für alle da ist (dabei haben wir den Sozialismus doch eigentlich besiegt und abgeschafft ...). Aber das ist nun mal nicht so, und man müsste den Leuten mal wieder Sachen beibringen wie "Das kannst du dir nicht leisten!" Nicht mit Leasing, nicht mit easy credit und nicht mit sonstwas.
    Aber ich lasse mir auf der anderen Seite halt auch nicht von irgendeinem, der mich nicht kennt, unterstellen, dass ich was gemacht hätte, was ich nicht gemacht habe. Mit meiner Kollegin und mir sind mir nun schon 2 Fälle unberechtigter Abmahnung bekannt. Da kann mir doch keiner kommen und sagen, abgemahnt wird nur, wer auch was getan hat. Es gibt Dutzende von Möglichkeiten, wie beim Überwachen von Tauschbörsen was schieflaufen kann.


  • Für wie viele Hörspiele gibst DU denn Geld aus? Nur interessenhalber.


    Der eine lädt Hörspiele, der andere Spiele, der Dritte wiederum Musik. Da sind von Seiten der Industrie ganz klar Optionen zum Vertrieb einfach verschlafen worden, ob nun aus Unwissenheit, falscher Markteinschätzung oder purer Arroganz sei mal dahingestellt.


    Einige profitieren doch heute ganz immens vom Online-Angebot der Downloadportale, anders kann ich mir die Umsatz- bzw. Umschlagzahlen der diversen Downloadportale nicht erklären. Der Markt ist da, aber so lang gequängelt wird, "ich will aber ein Cover in der Hand haben" wird dat nischt.

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    Original von oc2pus


    Für wie viele Hörspiele gibst DU denn Geld aus? Nur interessenhalber.


    Ich werde jetzt hier sicherlich keine Kostenaufstellung abliefern, aber "einiges" trifft es ganz gut.


    Die Drei ??? 29 in der alten Auflage habe ich mir auch gekauft und habe dafür einen guten Preis bezahlt, genau wie für die Horror-Pop-Sounds.


    "Ey, das ist ja teuer!" ist nicht gleich die Erlaubnis, um sich etwas runterzuladen.


    Der eine lädt Hörspiele, der andere Spiele, der Dritte wiederum Musik. Da sind von Seiten der Industrie ganz klar Optionen zum Vertrieb einfach verschlafen worden, ob nun aus Unwissenheit, falscher Markteinschätzung oder purer Arroganz sei mal dahingestellt.


    Zitat

    Einige profitieren doch heute ganz immens vom Online-Angebot der Downloadportale, anders kann ich mir die Umsatz- bzw. Umschlagzahlen der diversen Downloadportale nicht erklären. Der Markt ist da, aber so lang gequängelt wird, "ich will aber ein Cover in der Hand haben" wird dat nischt.


    Wo ist das Problem? Ich will aber ein Cover in der Hand haben! Und nun?

  • Solange die Sachen legal geladen werden (die Möglichkeiten gibt es im Hörspielmarkt - um mal da zu bleiben - größtenteils) stellt das ja kein Problem dar.
    Dass die Industrie einiges verschlafen und viel falsch gemacht hat, sehe ich prinzipiell auch so. Das berechtigt mich aber deswegen noch lange nicht illegal zu Downloads zu greifen, nur weil ich meine etwas unbedingt haben zu müssen.


    Zitat

    Original von oc2pus
    Einige profitieren doch heute ganz immens vom Online-Angebot der Downloadportale, anders kann ich mir die Umsatz- bzw. Umschlagzahlen der diversen Downloadportale nicht erklären. Der Markt ist da, aber so lang gequängelt wird, "ich will aber ein Cover in der Hand haben" wird dat nischt.


    Das verstehe ich jetzt nicht wirklich.

  • Zitat

    Original von Captain Blitz
    Wo ist das Problem? Ich will aber ein Cover in der Hand haben! Und nun?


    Siehste, das ist das Gezerre, an dem die kleinen Label verzweifeln. Mich interessiert die Box nicht mehr wirklich, zumal ich eine mit Wasserzeichen versehene Datei ohne weiteres selbst archivieren kann, wenn ich denn dann mag. Mir reicht eine ordentliche Grafikdatei aus, um die Schönheit eines Covers zu bestaunen. Das haptische Moment ist mir irgendwann mit Auslauf der Kassetten abhanden gekommen.


    Downloadportale, und ich spreche jetzt mal von den Portalen, die auch den Produzenten ihre Tantiemen auszahlen, sind die Vertriebszukunft der großen und kleinen Label, nicht die mit 976/1000 Exemplaren verstopften Lagerräume eines Klein(st)label, dass irgendwann einfach an den Restposten erstickt und sich (zu Recht) fragt, warum man CD-Auflagen pressen lässt.


    Alles in Allem ist aber die Diskussion nach der "Verlockung des Illegalen" müßig, denn diesem süßen Duft ist jeder schon gefolgt, ob er es zugeben mag oder nicht. Alles andere ist ziemlicher Bullshit.

  • Zitat

    Original von oc2pus


    Siehste, das ist das Gezerre, an dem die kleinen Label verzweifeln. Mich interessiert die Box nicht mehr wirklich, zumal ich eine mit Wasserzeichen versehene Datei ohne weiteres selbst archivieren kann, wenn ich denn dann mag. Mir reicht eine ordentliche Grafikdatei aus, um die Schönheit eines Covers zu bestaunen. Das haptische Moment ist mir irgendwann mit Auslauf der Kassetten abhanden gekommen.


    Das ist doch schön für Dich, dann nutz doch weiterhin und zukünftig alle Möglichkeiten Deine Hörspiele via Download zu bekommen und lass uns doch alles weiterhin auf MC, CD, Esspapier oder sonstwie kaufen.

  • Zitat

    Original von DRY
    Solange die Sachen legal geladen werden (die Möglichkeiten gibt es im Hörspielmarkt - um mal da zu bleiben - größtenteils) stellt das ja kein Problem dar.
    Dass die Industrie einiges verschlafen und viel falsch gemacht hat, sehe ich prinzipiell auch so. Das berechtigt mich aber deswegen noch lange nicht illegal zu Downloads zu greifen, nur weil ich meine etwas unbedingt haben zu müssen.


    Das stelle ich auch gar nicht in Frage, es folgt aber ein "aber...".
    Die Frage ist doch, kann man der gegnwärtigen Situation von Seiten der Industrie noch Herr werden? Die Antwort - Nein.
    Ich bin sicher, dass Label, die nahrhafte Hörspielkost servieren, wie es z.B. Titania Medien seit Jahren konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste tun, über Downloadportale wie z.B. Claudio neben ihren CD-Produktionen ein nettes Zubrot einfahren.
    Es gibt aber leider zu viele Label, die aus einem Hörspiel ein Wegwerfprodukt machen, weil sie sich am Markt halten wollen, obwohl sie dort eigentlich gar nicht hingehören, weil sie schlichtweg Mist produzieren. Solang aber alles schwammartig aufgesogen wird, wird dies so bleiben, der Markt wird sich nicht bereinigen und der Konsument (nicht Käufer) sein Verhalten nicht ändern.
    Gäbe es ausschließlich vernünftig geschützte digitale Medien, könnte sich das Bewußtsein der Konsumenten auch ändern. Selbstverständlich bin ich nicht so verblendet, anzunehmen, es gäbe einen wirklichen Kopierschutz, der unumgehbar ist, aber nicht jeder könnte alles kopieren, oder hätte prinzipiell überhaupt noch Bock darauf.


    Klar berechtigt dich das Angebot allein nicht zur Nutzung... aber warum eigentlich nicht? ;)

  • Zitat

    Original von Captain Blitz


    Das ist doch schön für Dich, dann nutz doch weiterhin und zukünftig alle Möglichkeiten Deine Hörspiele via Download zu bekommen und lass uns doch alles weiterhin auf MC, CD, Esspapier oder sonstwie kaufen.


    Von mir aus auch auf runden Platinscheiben... :stupid:

  • Ich glaube zu erahnen, worauf oc2pus hinauswill (korrigieren, wenn ich falsch liegen sollte):
    CD-Auflagen lohnen sich für Klein(st)label nicht - während ein reiner Download-Vertrieb die risikoärmere Variante darstellt.


    Abgesehen davon, dass ich das aufgrund nachstehender Punkte ein klein wenig anders sehe, kommt dies ja nun etwas vom Kernthema ab, oder täusche ich mich da?


    - Die Kernkosten dürften durch die Produktion selbst entstehen. CD-Auflagen mit Cover, etc. gibt es mit Sicherheit auch nicht ganz umsonst, aber solange diese nicht im Keller verstauben, dürfte das noch kein Verlustgeschäft sein.
    - Gelegenheitskäufer und damit neue Kunden (Laufkundschaft) gewinnt man selbst heute am ehesten noch in den Geschäften (einen guten Vertrieb vorausgesetzt).
    - Wenn man mal ein wenig von den Kleinlabels weggeht, dürfte es viele Serien geben, die ihre Hauptumsätze eher mit CDs/MCs machen als allein mit dem Downloadgeschäft


    Die Downloadsshops sind mit Sicherheit ein nicht zu unterschätzender Markt. Es gibt jedoch noch einige andere, vergleichbare Bereiche, wo es der Internetmarkt allein noch nicht geschafft hat die "harte Ware" zu verdrängen.

  • Zitat

    Original von oc2pus
    Das stelle ich auch gar nicht in Frage, es folgt aber ein "aber...".
    Die Frage ist doch, kann man der gegnwärtigen Situation von Seiten der Industrie noch Herr werden? Die Antwort - Nein.


    Völlig Herr werden - da denke ich auch: nein. Ich kenne jedenfalls keine nicht geschönte Kriminalitätsstatistik, die bei 0% Verbrechensrate liegt.
    Eindämmen kann man es indes aber schon. Ob die Wege, welche die Industrie dabei bislang eingeschlagen hat, die richtigen sind... (es wurde ja schon einiges an Beispielen genannt). Mittlerweile setzt ja vermehrt umdenken ein.


    Zitat


    Ich bin sicher, dass Label, die nahrhafte Hörspielkost servieren, wie es z.B. Titania Medien seit Jahren konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste tun, über Downloadportale wie z.B. Claudio neben ihren CD-Produktionen ein nettes Zubrot einfahren.


    Soweit komme ich mit. ;)


    Zitat


    Es gibt aber leider zu viele Label, die aus einem Hörspiel ein Wegwerfprodukt machen, weil sie sich am Markt halten wollen, obwohl sie dort eigentlich gar nicht hingehören, weil sie schlichtweg Mist produzieren.


    Wegwerfprodukt in Bezug auf Qualität oder Preis?



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    Solang aber alles schwammartig aufgesogen wird, wird dies so bleiben, der Markt wird sich nicht bereinigen und der Konsument (nicht Käufer) sein Verhalten nicht ändern.


    Letztlich verleitet also die Vielfalt (in der dann eben auch einige qualitativ niedrigere Hörspiele mitschwimmen) die Konsumenten zum Gefühl alles haben zu müssen? Mal ganz abgesehen davon, dass es schwierig ist, allgemeingültige Aussagen in Bezug auf qualitative Maßstäbe zu tätigen (das, was die Masse gut findet muss noch lange nicht von besonders hoher Qualität sein).


    Zitat


    Gäbe es ausschließlich vernünftig geschützte digitale Medien, könnte sich das Bewußtsein der Konsumenten auch ändern.


    In dem Sinne, dass man für einen sinnvollen Schutz, der einen nicht direkt an allen möglichen Ecken und Enden einschränkt, auch zu zahlen bereit ist?
    Ja, kann was dran sein. Die Wasserzeichentechnik ist dahingehend imho jedenfalls wegweisend.


    Zitat


    Klar berechtigt dich das Angebot allein nicht zur Nutzung... aber warum eigentlich nicht? ;)


    Aus dem gleichen Grund, weshalb du nicht einfach in einen Laden spazieren kannst und mit dem vollen Einkaufswagen an der Kasse vorbeischleichen. ;)

  • Genau das meine ich, Dry.


    Zitat


    Die Kernkosten dürften durch die Produktion selbst entstehen. CD-Auflagen mit Cover, etc. gibt es mit Sicherheit auch nicht ganz umsonst, aber solange diese nicht im Keller verstauben, dürfte das noch kein Verlustgeschäft sein.


    Viele Konjunktive, die man ohne faktische Zahlen schlecht negieren oder validieren kann, das gebe ich zu. Aber dein Hinweis auf den "guten Vertrieb", den ich vielen kleinen Labels abspreche, bestärkt mich doch eher in meiner Meinung, dass diejenigen, die heute quasi "online leben" und auf Einkaufstour gehen eher über einen Internetshop stolpern, als sich im Saturn durch die engen Regale zu quetschen.


    Der Saturn wäre aber nicht so überfüllt an einem Samstag, wenn die Downloadshops die "harte Ware" schon völlig verdrängen könnten, da gebe ich dir Recht.


    Da wir damit beginnen, uns im Kreis zu drehen und tatsächlich vom eigentlichen Thema abgekommen sind, bleibt bei mir der Gedanke, dass man ein großes finanzielles Polster haben sollte, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Label auf zu gründen, von dem leben möchte - und leidensfähig sollte man sein.


    Die eigentliche Frage habe ich ja - zumindest aus meiner Sicht schon beantwortet. Ich kenne niemanden, der nicht der süßen Verlockung des illegalen Download schon erlegen wäre.

  • Zitat

    Original von oc2pus
    Da wir damit beginnen, uns im Kreis zu drehen und tatsächlich vom eigentlichen Thema abgekommen sind, bleibt bei mir der Gedanke, dass man ein großes finanzielles Polster haben sollte, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Label auf zu gründen, von dem leben möchte - und leidensfähig sollte man sein.


    Das wussten die meisten hier aber auch schon ohne diese Diskussion.

  • Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns möglicherweise im Kreis drehen und vom Kernthema wegkommen, finde ich die Debatte nicht so ganz uninteressant, darum mache ich einfach mal noch ein wenig weiter.


    Zitat

    Original von oc2pus
    Viele Konjunktive, die man ohne faktische Zahlen schlecht negieren oder validieren kann, das gebe ich zu.


    Es sind ja ein paar Labelbetreiber hier unterwegs. Ob sich jemand zu diesem nicht ganz unheiklen Thema äußern will, weiß ich nicht. Interessant wäre es aber sicherlich.


    Zitat

    Aber dein Hinweis auf den "guten Vertrieb", den ich vielen kleinen Labels abspreche, bestärkt mich doch eher in meiner Meinung, dass diejenigen, die heute quasi "online leben" und auf Einkaufstour gehen eher über einen Internetshop stolpern, als sich im Saturn durch die engen Regale zu quetschen.


    Mm, schaue ich mir z.B. die Äußerungen von Labels wie Dreamland oder Hörplanet an, so scheint es mir nicht unbedingt so, dass die Unzufriedenheit über die aktuellen Vertriebe allzu groß ist. Allerdings hat man dort ja auch schon diverse Erfahrungen hinter sich. So dass dies natürlich von Fall zu Fall stark variieren kann.


    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du mit Internetshop einen Downloadshop meinst.
    Wenn ich mich so in den verschiedenen Hörspiel-Foren umsehen, dann scheint es aber doch auch noch ne große Zahl zu geben, die weiterhin auf CD setzen, dann aber eben online bestellen, weil es einfach bequemer ist.
    Ich habe die Erfahrung aber selbst schon öfters gemacht: wenn man in Geschäften stöbert, kann man durchaus auf Sachen stoßen, die einem online vielleicht gar nie aufgefallen wären.
    Und da Media Markt & Co. ja nicht völlig menschenleer sind, besteht durchaus die Chance Laufkundschaft zu erreichen.
    (diesbezüglich sind wir uns ja augenscheinlich recht einig.)

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    Wegwerfprodukt in Bezug auf Qualität oder Preis?


    Sowohl als auch. Es gibt viele Titel, Bücher, Filme, Spiele oder aber auch andere Produkte, die qualitativ mangelhaft auf den Markt geschmissen werden, weil sie sich möglichst billig sehr schnell amortisieren müssen, um den Produzenten das Überleben zu sichern.
    Im Spielebereich ist dies gerade sehr exemplarisch belegbar an 2 Beispielen: Gothic 3 von Piranha Bytes und Age of Conan von Funcom. Beides mangelbehaftete Produkte, die teilweise komplett ihren Dienst versagen, weil nur die schnellen Verkaufszahlen interessieren. Sind diese ausreichend, produziert man den nächsten Schnellschuss... immer vorausgesetzt, der Konsument ist auch beim nächsten Mal noch so doof, das Produkt zu erwerben.



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    Letztlich verleitet also die Vielfalt (in der dann eben auch einige qualitativ niedrigere Hörspiele mitschwimmen) die Konsumenten zum Gefühl alles haben zu müssen? Mal ganz abgesehen davon, dass es schwierig ist, allgemeingültige Aussagen in Bezug auf qualitative Maßstäbe zu tätigen (das, was die Masse gut findet muss noch lange nicht von besonders hoher Qualität sein).


    Ja, die Vielfalt verleitet meiner Meinung nach zum Konsumzwang, dem man sich nur schwer entziehen kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wenn ich für mich beschließe, dass ausschließlich Lady Bedfort meinen Geschmack trifft, bin ich da natürlich fein raus, weil das Angebot auf diesem Sektor sehr überschaubar ist. Springt aber nun jedes Label auf diesen Zug auf, stecke ich wieder in einer Klemme und möchte die anderen Produkte natürlich auch zumindest ausprobieren. Und solang ich dies kostenfrei tun kann... ein Teufelskreis, oder? Da braucht man schon starke Nerven oder einen reich gefüllten Geldbeutel.



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    In dem Sinne, dass man für einen sinnvollen Schutz, der einen nicht direkt an allen möglichen Ecken und Enden einschränkt, auch zu zahlen bereit ist?
    Ja, kann was dran sein. Die Wasserzeichentechnik ist dahingehend imho jedenfalls wegweisend.


    Umerziehung würde ich diesen Prozess nennen. iTunes z.B. hat auf diesem Gebiet eine hervorragende Leistung erbracht, günstig alles Mögliche an den Mann/die Frau zu bringen und nicht zu viele Repressalien mitzuliefern. Dementgegen wirkte dann wieder postwendend dieses russische Downloadportal, dessen Name mir aber entfallen ist.
    Als es kaum oder nur sehr schwer möglich war, Kopien zu erstellen, sammelte man weniger und nicht jeden Quatsch, der einem in die Finger kam.


    Zitat


    Klar berechtigt dich das Angebot allein nicht zur Nutzung... aber warum eigentlich nicht? ;)


    Ja, logisch, aber es sieht doch niemand. Pfeil nach oben hin zur Umerziehung. Günstig anbieten, gut aber nicht zu restriktiv geschützt (damit keine ich die un-CDs z.B.)...
    Ich vermeide jetzt bewußt den Zusatz "...und alles wird am Ende gut ausgehen.", weil dem nicht so ist, denn der Markt regelt sich nicht von allein, das ist ein neoliberaler Irrglaube.
    Aber weitere Schritte in diese Richtung könnten zumindest eine Achsenverschiebung zur Folge haben.


    Nur, dann hätte Captain Blitz am Ende keine Cover mehr in der Hand... die andere Seite der Medaille.

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    Original von oc2pus
    Nur, dann hätte Captain Blitz am Ende keine Cover mehr in der Hand... die andere Seite der Medaille.


    Nicht nur ich und ich behaupte, dass ohne etwas handfestes der Markt fast komplett wegbrechen würde.

  • Zitat

    Original von DRY
    Mm, schaue ich mir z.B. die Äußerungen von Labels wie Dreamland oder Hörplanet an, so scheint es mir nicht unbedingt so, dass die Unzufriedenheit über die aktuellen Vertriebe allzu groß ist. Allerdings hat man dort ja auch schon diverse Erfahrungen hinter sich. So dass dies natürlich von Fall zu Fall stark variieren kann.


    Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit vor ihrem jetzigen Vertrieb beim Hörplaneten. Das sah eine Zeit lang nicht wirklich gut für Dennis&Co. aus.
    Ich meine mich aber auch daran erinnern zu können, dass der Hörplanet auch in dieser kritischen Phase schon auf Downloadangebote setzte. Jetzt könnte man streiten, ob es hilfreich gewesen wäre, wenn nicht so viele Hörer lieber eine CD in der Hand halten würden, damals zum Download optiert hätten und somit Kapital in die Kasse des Hörplaneten gespült hätten oder nicht. Aber das sind mir auch zu viele Konjunktive in einem Gedankengang als dass dieser sinnvoll bliebe.


    Zitat


    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du mit Internetshop einen Downloadshop meinst.
    Wenn ich mich so in den verschiedenen Hörspiel-Foren umsehen, dann scheint es aber doch auch noch ne große Zahl zu geben, die weiterhin auf CD setzen, dann aber eben online bestellen, weil es einfach bequemer ist.
    Ich habe die Erfahrung aber selbst schon öfters gemacht: wenn man in Geschäften stöbert, kann man durchaus auf Sachen stoßen, die einem online vielleicht gar nie aufgefallen wären.
    Und da Media Markt & Co. ja nicht völlig menschenleer sind, besteht durchaus die Chance Laufkundschaft zu erreichen.
    (diesbezüglich sind wir uns ja augenscheinlich recht einig.)


    Ja, ich meine wirklich zum Beispiel Claudio.de oder audible, wobei ich dort schon wieder Restriktionen sehe, die auch im iTunes-Store nicht wirklich toll finde.
    Die Hörer, die ihre CDs z.B. bei Amazon bestellen, möchte ich fast schon wieder ausklammern, weil diese ja wieder die "harte Ware" erwerben wollen, die im Hörspielsektor ja nicht kopiergeschützt daher kommt und somit bei jedem Label unter den ersten 10 Verkäufen mindestens ein Lauser dabei ist, der das Produkt online anbietet.


    Es gibt Gerüchte, dass sich neue Technologien auch deshalb durchsetzen, eben weil sie kopierbar sind/bleiben/werden. Aber das führt zu weit, um das ins Feld zu führen, denn dann springen wir ja auf den Zug auf, dass digitale Wasserzeichen ob ihres Schutzaspektes scheitern werden/könnten.

  • Zitat

    Original von Captain Blitz


    Nicht nur ich und ich behaupte, dass ohne etwas handfestes der Markt fast komplett wegbrechen würde.


    Hm... was ist denn die höhere Auflage? Die verkaufte CD-Pressung oder die Anzahl illegaler Downloads? Auf den Hörspielsektor bezogen bin ich mir da gar nicht mehr so sicher, wenn man mal von Mass-Sellern wie den Drei ??? absieht.

  • Zitat

    Original von oc2pus



    Ja, die Vielfalt verleitet meiner Meinung nach zum Konsumzwang, dem man sich nur schwer entziehen kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wenn ich für mich beschließe, dass ausschließlich Lady Bedfort meinen Geschmack trifft, bin ich da natürlich fein raus, weil das Angebot auf diesem Sektor sehr überschaubar ist. Springt aber nun jedes Label auf diesen Zug auf, stecke ich wieder in einer Klemme und möchte die anderen Produkte natürlich auch zumindest ausprobieren. Und solang ich dies kostenfrei tun kann... ein Teufelskreis, oder? Da braucht man schon starke Nerven oder einen reich gefüllten Geldbeutel.


    Wieder der (vielleicht etwas hergeholte, aber imho nicht völlig unpassende) Ladenvergleich.
    Wenn ich an einem reichlich gefüllten Obstregal vorbeischlendere, bei dem dessen Anblick mir schon das Wasser im Munde zusammenläuft, stehe ich vor etwa dem gleichen "Gewissenskonflikt".
    Damit sind wir dann auch wieder beim Stichwort Unrechtsbewusstsein. Dieses scheint beim Großteil, wenn es darum geht etwas heimlich mitgehen zu lassen deutlich stärker ausgeprägt als wenn man mal eben was aus dem Netz zieht.
    Und da gebe ich dir Recht: im Internet scheint die Anonymität größer ("mich erwischt ja eh keiner") - das allerdings täuscht. Viele Unwissende glauben es aber trotzdem.


    Worauf ich hinaus will: die Schuld ganz allein nur auf die Vielfalt abzuschieben ist mir eine Spur zu einfach. Das klingt ein wenig so, als ob der arme Konsument ja schon fast dazu gezwungen wird, alles kennen zu müssen. Dem ist aber nicht so.
    Klar, je mehr es gibt, desto größer der Zwang sich einschränken zu müssen, desto größer möglicherweise auch die Versuchung. Das sind dann wohl die Ursachen, für mich aber keine Rechtfertigung.