Beiträge von teekay

    Es gibt bei Hoerspielen zwei grosse Herausforderungen mit denen man sich auseinandersetzen muss: 1. Menschen koennen nur durch ihre Stimme in Erscheinung treten, was oft dazu verleitet sie 'fremd' oder 'auslaendisch' sprechen zu lassen. Wenn jemand nur fremd aussieht, aber akzentfrei spicht geht der 'exotische' Aspekt schnell verloren. Hoerspiele muessen daher oft stimmlich ueberzeichnen, oder den auslaendischen Charakter zumidestens deutlich werden lassen. 2. Viele der Hoerspielvorlagen, vor allem im Kinder- und Jugendbereich, basieren auf Geschichten die entweder von Vielschreibern a la Enid Blyton oder Stefan Wolf basieren oder die generell kurze Kinderbuecher sind die ohne grosse, detaillierte Charakterstudien auskommen. Da wird, das Wortspiel moege man mir verzeihen, eben sehr viel 'schwarz-weiss' beschrieben. Dick, 'dunkel', Zigarettenraucher vs. freundliche, rundliche Frau die gerne kocht. Na, wer ist hier 'boese'?! Hinzukommt, dass eben Kinderhoerspiele nicht 7 Stunden dauern, sondern in einer knappen Stunde vorbei sein muessen. Es werden ja auch inhaltliche Zusammenhaenge (Boesewichter enden im Gefaengnis), Geschlechterbeziehungen (die blonde Gaby...) oder andere Attribute (Mut, Intellekt etc.) stark vereinfacht wiedergegeben. Bei all diesen Problemen liegt es auch am 'paedagogischen Beistand' wie man mit diesen Problemen umgeht. Gerade bei Kinderhoerspielen sind erwachsene Mithoerer gefragt, die erklaeren, warum Enid Blyton 'Zigeuner' herauspickt, oder wie es sich mit Stereotypen in der Wirklichkeit verhaelt. Man sollte das thematisieren, aber nicht gleich ueberreagieren.


    Als Kind habe ich z.B. nie sowas wie Detektiv Kolumbus & Co. oder Rätsel um... gehört, erst als Erwachsener kam ich dazu und finde sie großartig.




    Stimmt. Viele Herwald-Hoerspiele sind so ein positiver Ausreisser: Kannte ich als Kind nicht, finde ich aber ziemlich klasse...was habe ich micht ueber die Vervollstaendigung von Scotland Yard gefreut!

    Mir geht es wie vielen anderen auch, dass ich zu alten Serien/Klassikern eigentlich nie richtig Zugang gefunden habe wenn ich sie nicht schon aus der Kinder-/Jugendzeit kannte. Besonders ist mir das bei Enid Blyton (ausser Fuenf Freunde) aufgefallen. Ich habe mal 1-3 Raetsel um...u.a. gehoert und mehr als ein paar historische Reflexionen ('ach so klingt XY als er jung war') sind mir da nicht eigefallen. Sehr aehnlich geht es mir auch bei den Originalen von Europa, wie es DeLorca beschrieben hat.

    Was ich aus dem laaaangen statement from Hörplaneten mitnehme? Margot Rothweiler ist 6. Wahl...mal ehrlich, die haben echt ein Kommunikationsproblem und lange postings die 'Insiderwissen' vermitteln sollen tragen kaum zur 'Aufklaerung' von irgendwas bei...egal, natuerlich gebe ich Margot Rothweiler eine Chance und hoffe auf eine unterhaltsame Fortsetzung der Serie :)

    marc50 : Der '4-Punkte-Plan' steht auf der offiziellen Hoerplanet-Facebookseite und verleitet sehr zu Spekulationen. Warum einigt man sich nicht auf 'Waltraut Habicht hoert aus Altersgruenden auf?'. Finde ich jetzt nicht die geschickteste Unternehmenskommunikation...

    Nach meinem Eindruck haben die Stories in den letzten ca. 10 Folgen teilweise deutlich nachgelassen. Wenn die Buecher stimmen, dann faellt auch ein Hauptsprecherwechsel nicht so ins Gewicht. Ich messe die Qualitaet der Serie an den Stories und den Sprecherleistungen und da muss der Hoerplanet mal wieder ein bisschen was nachlegen. P.S.: Was diese pseudo-transparente 'Erklaerung' soll, ausser zu wilden Spekulationen wie hier zu fuehren ist mir nicht klar.

    Der aktuelle Radio-Tatort 'Touristen' vom RBB hat mir gut gefallen. Das scheinbar Unfassbare, die Gruende fuer Kommissar Holz' Suizid, wird sehr gut in Szene gesetzt. Trotz einer gut aufgelegten Judy Winter hat mir der eigentliche Mordfall dann etwas weniger zugesagt-was aber auch daran liegen kann, dass ich kein 'Fan' der Altnazi-Thematik bin. Wie so oft macht man aber nix verkehrt, wenn man sich den Tatort runterlaedt.

    TKKG 178 musste ich mir gluecklicherweise nicht zulegen, da ich die Folge schon aus der 2010er Tchibo-Box kannte...die Folge wieder recht schwach, wieder ohne Buchvorlage erschienen und zeigt wieder, dass Europa im Moment einfach keinen Bock auf ein starkes Produkt TKKG zu haben scheint. Nicht ganz so schlimm wie 174 und der langweilige Wolf-Fall (177), aber kaum besser.


    Radio Tatort 52 (Ein klarer Fall; Radio Bremen). Leichte Krimi-Kost fuer zwischendurch. Ich mag das Team aus Bremen, aber die politisch-aktuellen Bezuege rund um 'Security DNA' sind mir etwas zu einfach, aber dadurch auch wieder nicht unrealistisch. Ich haette gerne die Handlung um Evernich und ihren im Sterben liegenden Vater vertieft gesehen. Insgesamt gewohnt solide Kost die man bedenkenlos zwischendurch 'weghoeren' kann.

    'fatale Auswirkungen auf die Schulleistungen'...nun ja, die Wortwahl zeigt ja sehr deutlich, in welche Richtung der Zug geht, denn sterben muss gluecklicherweise kein Hoerspielkind...das hoert sich sehr nach interessengeleiteter Argumentation an...wenn man zur Nachhilfe geht bekommt man bestimmt auch tolle Tips fuer Einschlafmusik die eine Bekannte der Paedagogin o.ae. zufaellig zum Verkauf anbietet. Ist ja auch durch keine wissenschaftliche Studie usw. belegt. Aber das Bauchgefuehl sagt mir, dass Death Metal statt Bibi Blocksberg genau das richtige ist, damit kleine Kinder besser einschlafen koennen ;))).

    Für mich ist nicht nur der Tod von Stefan Wolf schuld. Viele Folgen jenseits der 100 waren schwach, aber wenigstens mit 'richtigen' Gangstern. Seit dem Tod von Wolf sind die Fälle sehr 'kindlich' geworden, was bei Europa halt heutiger Standard ist, aber TKKG u.a. auch nicht weiterhilft. Lord Gösel : Das Geld für 174 und 176 würde ich mir echt sparen...

    Meine Amazon-Rezension gerne zur Info:
    Gaehnender Langeweile folgt ein konstruierter Kriminalfall
    Lustlos, unspannend und konstruiert praesentiert sich der aktuelle TKKG-'Fall'. In den ersten knapp 30 Minuten passiert ausser einer Wolfssichtung im Wald rein gar nichts. Details zum Waldleben hin, TKKG-Schulfeeling her-das ist insgesamt tierisch langweilig. Auf Biegen und Brechen wird dann in der zweiten Haelfte ein Kriminalfall konstruiert, der dann in einem laengeren Aufloesungsdialog geklaert werden muss, weil die TKKG-Ermittlungen das nie zu Tage gebracht haetten. Das passt hinten und vorne nicht; 'In den Klauen des Tigers' oder Scotland Yard's 'City-Uhu' waren vor etwa 25 Jahren interessantere und spannendere wilde Tiere-Folgen als diese muede Produktion und 'Auf der Spur der Vogeljaeger' hatte die schraegeren Typen.... Die Akustik stimmt und die Sprecher leisten solide Arbeit, aber das rechtfertigt keinenfalls einen Extrapunkt. Wollte man auf der Vampir/Wolf/Werwolf-Welle mit schwimmen? Das Hoerspiel erscheint offenbar ohne Buchvorlage und zeigt leider sehr deutlich, dass dem Europa-Team gute Ideen fehlen. Ich werde die Folge sicherlich nicht noch einmal hoeren und selbst fuer Fans bietet das Hoerpiel unterdurchschnittliche Unterhaltung.

    Radio-Tatort 51 (NDR-Die Blaue Jacht). Sehr gute Sprecherleistungen und gute Regie von Sven Stricker. Allerdings ist es am Ende ein gut gespieltes Familiendrama und kein wirklicher Kriminal- geschweige denn Mordfall. Gut 45 Minuten prima Hoerspielunterhaltung, der allerdings ein gewisser kriminalistischer Reiz fehlt-selbst wenn man der Folge zugute halten kann, dass sie am Ende wieder recht realistisch ist. Insgesamt lecht ueberdurchschnittlicher R-Tatort aus dem Norden.

    Fuenf Freunde 96-gar nicht verkehrt, was Idee und Akustik angeht, nur wurde das Ganze wieder von Europa 'auf Laenge' produziert, so dass es am Ende spannungsarm und vorhersehbar wird. Ein normales Hoerspiel kann einfach nicht mehr flotte 40 Minuten lang sein, oder?!

    Es gibt glaube ich eine nicht unerhebliche Zahl von Hoerspiel-Hoerern, die eher 'nebenbei' hoeren. Ob nun morgens um 8.23 im vollen Pendlerzug, nachmittags nach einem Arbeitstag im Stau im Auto oder beim sprichwoertlichen Buegeln-gute Hoespiele verlangen Konzentration und Zeit. Wenn man dann noch die 'Einschlaf-Fraktion' hinzunimmt, dann kann ich mir gut vorstellen, dass der Markt fuer Freud doch recht ueberschaubar war. Und ganz ehrlich: Ich gehoere nicht zu der oben genannten Gruppe-aber mir war gerade Freud einfach 'zu schwer'. Ich mag ruhige Krimihoerspiele, aber eine wirkliche intellektuelle Herausforderung brauche ich nur bedingt...

    Mein erster Gedanke war, dass es sehr bequem ist, 'Erfolg' mit 'Professionalitaet' gleich zu setzen. Ist eine Serie populaer und wird gekauft, dann haben die Profis dahinter offenbar nicht alles falsch gemacht-egal, ob das nun am guten Marketing oder einem guten Endprodukt liegt. Die Schwierigkeit ist ja, wie man mit beschraenkten Resourcen gute Arbeit machen kann. Klar kann man mit 50.000 Euro das 'perfekte' Hoerspiel produzieren, aber wie kann man mit 10.000 ein gutes Produkt abliefern, wenn man zeitliche, kreative und finanzielle Aspekte zu beruecksichtigen hat. Schwache Buchvorlagen und Drehbuecher haben doch oft damit zu tun, dass man wenig Geld ausgeben will und/oder Autoren wenig Zeit gibt. Gewinnmaximierung ist dann einerseits auch wieder professionell wenn man ein Hoerspielunternehmen betreiben will, andererseits leidet die Qualitaet. Aber das greift mir zu kurz. Fuer mich ist der Verhaeltnis von 'Routine' und 'Professionalitaet' interessanter-und das koennen Fans auch beurteilen. Natuerlich arbeiten bei Europa Profis-aber man merkt eben auch die Routine bei den Produktionen an und mit der Zeit haben sich bestimmte Probleme eingeschlichen, die man nur mit mehr Leuten/Ideen/Zeit/Geld loesen koennte. Will man offenbar nicht, weil die Zahlen stimmen. Aber die Routine kann die Lustlosigkeit mit der z.B. bei TKKG gearbeitet wird kaum ueberdecken. Kreativitaet oder 'Herzblut' sucht man vergeblich-trotzdem gibt es alle 2 Monate professionelle Hoerspiele...Bei Maritim hatte sich auch eine professionelle Routine eingespielt-und man merkt bei den Weltbild Rutherfurt- und Brown-Boxen dann, wie es klingt, wenn man nicht mehr sorgfaeltig (auch ein wichtige Indikator fuer professionelles Arbeiten) arbeitet-es kommt zu semi-professionellen Ausschuss-Hoerspielen. Titania wurde bereits angesprochen, denn hier merke ich zuminidest, dass man sich auch 'emotional' um das Produkt kuemmert und natuerlich professionell arbeitet. Beim Einfordern von Professionalitaet sind aber auch Fans und Sammler gefordert. Die 'naja ich muss halt alle 150 Drei Fragezeichen-Folgen im Regal haben' Haltung uebt natuerlich keinen Druck aus und ich bin z.B. echt ueberrascht, wie manche Fans Maritim hintertrauern und sich sehnlichst neue Hoerspiel wuenschen, obwohl man als Fan/Hoerer/Sammler/Kunde schlecht behandelt wurde. Fazit: 'Professionalitaet' ist ein komplexer Begriff. Fans als informierte Kunden koennen sich durchaus eine Meinung bilden-und wie bei allen Maerkten zaehlt Psychologie mindestens genauso viel wie harte Fakten. Gerade wenn professionelle Produktionen zu routiniert werden muessten Fans/Sammler auch mal den Mut haben mit dem Geldbeutel abzustimmen, damit die Produzenten was merken...

    So, TKKG 177 zu Ende gehoert. Im zweiten Teil gibt's einen hanebuechenen 'Kriminalfall' der die ganze Lustlosigkeit, Ideenlosigkeit und Lieblosigkeit aufzeigt mit der Europa heutzutage oft arbeitet. Mein Tip: 'In den Klauen des Tigers' und/oder 'Auf der Spur der Vogeljaeger' hoeren und sich freuen :)

    Ich muss TKKG 177 noch zu Ende hoeren, aber erstmal muss ich mich von einer der langweiligsten halben Stunde erholen die ich seit langer, langer Zeit mit den 4 Freunden erhoeren durfte. Mehr als 2 Sterne koennen das nicht mehr werden. Diese Lustlosigkeit bei den Produktionen finde ich als Fan echt bescheiden :(