Beiträge von Llarian

    Ich denke nicht, daß Melinda auf den Kopf gefallen sein muß ;-)


    Sie hat kein Problem damit, einen H6 in die Garderobe zu sperren oder ein starkes Halluzinogen an unbequeme Hotelgäste zu geben. Auch, was die Obdachlosen sind und wie sie so geworden ist, gehört eben zu den Gegebenheiten des Alltags. Sie hat eine kühle Distanz zu allem und erledigt ihren Job aus der Perspektive, die ihr Menschenbild ihr gibt. Das schließt nach ihrem Verständnis eine gewisse Unangreifbarkeit mit ein, solange sie die Normen erfüllt und sie ihren Job macht. Das ganze Luftschloß hält, bis es ihre Schwester trifft und der Wahnsinn ihre Familie erreicht hat.


    Die Gewaltausbrüche... es ist ja nun Weihnachten gewesen, ich war bei meinen Eltern... und es lief ein Romy Schneider-Film. "Die Spaziergängerin von Sans-Souci". Naka, man will ja seiner Mutter einen Gefallen tun und guckt mal mit. Und wenn ich ehrlich bin, sehe ich da ziemlich viel grundlose Gewalt gegen einen Jugendlichen, weil er Jude ist. Zusammenschlagen bis zum Tod, wenn nicht zufällig eine Retterin gekommen wäre. Erschiessen eines Mannes, nachdem er zusammengeschlagen wurde. Oder "Das Urteil von Nürnberg", wo Judge Haywood fragt, ob denn niemand etwas mitbekommen hat, wird eifrig verneint. Melinda wußte auch, was Alpha in seiner freien Zeit tut und war zwar angewidert, hat es aber gebilligt. Diese Gewalt gibt es auch an Münchner UBahnhöfen, wenn ein Rentner erschlagen wird, der ein paar Jugendliche beschützen will. In Rom hat man sie in die Arena geschickt. Die Anachrons gönnen sich eben einen Watson zum Geburtstag oder eine Taube vor dem Kaffeekränzchen. Die Ausübung von Gewalt wird gesellschaftsfähig und legal... in Porterville.
    Douglas Benchley ist für mich noch kein Beweis, denn auch seine Ankunft mit dem Auto könnte eine künstliche Erinnerung sein...vielleicht hatte er früher Kontakt mit Sarah und Tom und man hat diese Erinnerung als Basis für die neue Erinnerung beibehalten. Was sind denn die "üblichen" Hintergründe, nach Porterville zu kommen? Stipendium, Job, arbeitssuchend... "weswegen sind denn sie nach Porterville gezogen?" - "wegen eines Stipendiums" - "ich auch" - "ich auch" - "ich auch"... da ist doch so eine Geschichte eine willkommene Abwechslung ;-)


    Schelo, zu Deiner Frage 5 zur Kontinuität des Zeitstroms... wenn alle aus Porterville aus der zukunft kommen, entweder als Eingeweihte oder als Watsons, dann ist der Tod von keinem von ihnen ein Eingriff in die Vergangenheit. Allerdings passen dann die Leute nicht hinein, die aus dem urspünglichen Ort stammen, der Porterville wurde.Martin wurde überall als "von dieser Seite des Tunnels" vorgestellt. Allerdings hat er sämtliche Brücken hinter sich abgebrochen und würde mit in die Zukunft reisen, eben, weil es keine Änderungen bedeuten würde, wenn er in seiner Zeit fehlt.


    Interessant finde ich Frage 4 als Folge von Frage 3... Wir haben derzeit 7 Milliarden Menschen auf der Erde... und jede schlechte (oder gute) SF-Serie (und diverse Filme) hat/haben irgendwann das Thema Überbevölkerung. Und wenn die ein biblisches Alter erreichen und munter weiter Nachwuchs produzieren, wird das Problem nicht weniger. Soylent Green, Logan's Run...Porterville. Wenn man die Grenzen zur Kriminalität deutlich verschiebt, kann man mit der Art von Exekutive schnell Ernährungs- und Platzprobleme der Überbevölkerung in den Griff bekommen und gleichzeitig für die anderen "Ablenkung" schaffen.


    Welche Position hat der Bürgermeister in der zukunft bzw. welchen Rang? Wenn ihn eine Madame Secretary ehrfurchtsvoll ebenfalls mit "Eure Excellenz" anspricht, muß er ja irgendwie mehr sein als ~Projektleiter.

    Noch ein Gedanke, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es ein Plothole ist...


    Man konnte das Projekt Porterville durch erneute Zeitreisen neu starten... demnach gibt es in dem ZeitreiseVerständnis dieser Serie keine parallelen Zeitlinien, denn es existiert immer nur ein Porterville und nicht mehrere aus verschiedenen Anläufen (Hey, ein Singleton :D ) Trotzdem gibt es das Flugzeug, Reggie und die erste Erstausgabe der Porterville Times. Wenn ich mit Porterville A anfange, irgendwann beschließe, ich tret es in die Tonne und versuche es neu und es entsteht Portervielle B... müßte dann nicht auch alles, was aus Portervielle A stammt, aufhören zu existieren? Warum gibt es Portervielle A nicht mehr, aber noch die Erstausgabe aus Porterville A? Oder existiert A eben doch noch irgendwo parallel?

    N'Morgen ;)




    Das war also das Finale. Es war ... anders als die anderen Folgen.


    Während ich die Charakterdarstellung in den ersten 17 Folgen sehr stimmig und gelungen fand, kam sie mir im Finale sehr überzogen und dick aufgetragen vor. Der Bürgermeister zu großkotzig/gönnerhaft und Martin zu betont rebellisch.


    Inhaltlich ist es ein Ende, mit dem ich leben kann. Es entmystifiziert sehr viel. Und es passt bei Alpha nicht. Wenn er geistig normal ist, warum singt er dann tanzend vom Lämmchen? Und warum hat er denselben Sprachfehler wie Gollum?


    Zu den Szenen im Schlußteil, die nicht in den Folgen waren: Die sind mir auch aufgefallen und ich hatte gedacht, ich wäre wohl doch in der Bahn eingeschlafen. Jetzt weiß ich, daß dem nicht so ist. Danke ;)


    Für mich erklärt sich vieles aus einem anderem Sozialverständnis in der Zukunft: Der einzelne zählt nicht viel, nur das System. Wer außerhalb des Systems war oder sein wird, wird nicht mehr wie ein Teil des Systems behandelt. Über sein Leben und seine Identität verfügt je nach Gusto ein anderer. Apropos Gusto: Sind die Anachrons Kannibalen? Pudelfleisch vs. Menschenfleisch, Fort Meat, der Schweinelaster aus der Zukunft (Beschleunigung eines Sportwagens). Alpha nagt an menschlichen Knochen... Was bedeutet der Schweinesteak-Spruch? Und warum das versonne Lachen ganz am Ende nach dem Zusammenschnitt der Interviewfrage zum Typen am Bahnhof?


    Demnach sind alle Straftäter und solche, die es werden, nicht mehr viel wert. Man kann sie im Dienst der Wissenschaft verwenden, man kann sie essen, man kann auf sie schießen, man kann sie zusammenschlagen, wenn sie auf den falschen Knopf drücken.


    Ich denke, Sarah und Tom waren ebenfalls Watsons und sind nicht aus "unserer" Zeit gewesen. Ihre Erinnerungen an New York waren einprogrammiert wie Tobis neue Persönlichkeit.


    Nicht ganz schlüssig finde ich die Geschichte um Reggie und die Tunnel. Er erinnert sich an unterschiedliche Tunnelzahlen und-verläufe, scheint also mehrere Instanzen von Portervielle erlebt zu kennen, aber er erinnert sich nicht an Zeitreisen. Er gehört also zu keiner bestimmten Instanz von Portervielle, ist aber auch keiner von IHNEN.


    Warum der Junge schlohweißes Haar bekommen hat, ist für mich klar ;) Er hat eine Zeitreise mitgemacht oder war so dicht am Tunnel, daß er "Seiteneffekte" abbekommen hat. Und wer etwas sieht, das er nicht verarbeiten kann, wird entweder irre oder sein Verstand baut es als Schutz so um, daß es erklärbar wird. Er ist halt irre geworden... der andere hat Erdgeister gesehen, die auf dem Mond wandeln.


    Auch die Verwandlung der Obdachlosen muß zumindest teilweise in der Zukunft stattgefunden haben... sonst wären ihre Haare nicht so schnell gewachsen. Das war das erste Mal, daß ich an Zeitmanipulationen gedacht habe, als Tom nach so kurzer Zeit mit langen Haaren wieder auftauchte.


    Wenn man den "Obdachlosen" die Sinne schärfen kann, warum wird diese Technik nicht bei allen Menschen in der Zukunft angewendet? Waren es wirklich Ratten, die Sarah transportiert hatten oder kleine Roboterdrohnen mit Beinchen drunter?


    Von dem bevorstehenden Angriff bei der Reise in die Zukunft kann niemand etwas gewußt haben... weil sie für keinen der Beteiligten in der Vergangenheit stattfand, sondern in deren Gegenwart. Auch, wenn diese Gegenwart gerade irgendwann anders war.


    Alles in allem ein recht düsteres Zukunftsbild, nur sehen Morlocks und Eloi noch gleich aus.


    Schöne Restweihnachten