Beiträge von Fader

    Anscheinend ein Fall von nicht-möglicher Verständigung. Vielleicht ist noch einer da draußen im Forenland, der entweder dem Captain oder mir Recht gibt, was den Begriff "aufwendiges Remastering" angeht. Und sorry, ich WEISS, was Remastering bedeutet. Zwei Jahre als Toningenieur beschäftigt genau damit.


    Wenn ich eine Edition SCOTT JOPLIN kaufe, für die jemand mit aufwendigem Remastering wirbt, dann bezahle ich nicht für den VERSUCH, sondern das GUTE ERGEBNIS. "Wir haben remastert, klingt trotzdem scheiße" ist doch nicht akzeptabel als Entschuldigung -- es löst nur den Gedanken aus, das die Motivation dahinter war "ätsch, wir wollten es Dir verkaufen, Du hast es gekauft, selbst dran doof, wenn Du unter dem Begriff was erwartet hast".

    Also ehrlich jetzt: dass man Sachen überspielt und damit ein neues Master herstellt, ist nichts, womit man wirbt. Man sagt auch nicht "hey, wir machen ein neues Auto, und guckt mal, es hat vier Räder!" Das ist selbstverständlich. Wenn man mit "aufwendigem Remastering" wirbt, dann löst man die Erwartung aus, dass es tadellos klingt, und nicht, dass man es nur VERSUCHT hat, aber es aus welchen technischen Gründen auch immer nicht ging oder nicht gut genug wurde. Wer seine Kunden NICHT täuschen will, lässt in einem solchen Fall den Werbesatz weg. Dass man verkaufen will, rechtfertigt nicht alles.


    Einfach ehrliches und klares Kommunizieren ohne Verbrauchertäuschung. Sollte möglich sein. Und man darf das fordern.

    Glaube ich ja alles, aber dann darf man nicht mit dem Begriff "Remastering" werben.


    Es findet ja auch keiner tolerabel, wenn jemand auf ganz normale Milch plötzlich "bio & laktosefrei" draufschreibt, weil es dann teurer sein darf oder eine andere Klientel zuschlägt.

    BTW: Die Kassetten habe ich damals schon auf PC übertragen. Die Ergebnisse gefallen mir besser. Der Zusatz in der Werbung "Natürlich aufwendigst remastered." lässt eine viel bessere Qualität vermuten als geboten wird, darum hatte ich zugegriffen.


    Ich finde das auch grenzwertig. Unter "aufwendigem Remastering" erwarte ich dann nicht nur eine Neuüberspielung. Sowas umfasst Pegelangleichung, Rauschminderung, präziser Azimuthausgleich und natürlich darf kein Leiern mehr hörbar sein. Das alles ist das Mindeste.


    Wenn man es versucht, aber nicht geschafft hat, sollte man zumindest diesen Werbebegriff weglassen, denn das verspricht etwas und löst die entsprechende Erwartung aus.


    Was die CD-Frage angeht: die paar, die sowas als CD haben wollen, sind laut im Rufen aber klein an der Zahl. Sie stehen anscheinend nicht repräsentativ für eine große stille Menge, die sich auch nichts lieber wünscht als Klassiker ihrer Jugend nochmal als Silberling zu genießen.

    Hach, wie ich diese übertriebenen Marketingtexte hasse. Wenn die Serie "hierzulande mit großem Erfolg lief", wäre es wohl kaum bei 13 von 98 Folgen geblieben... :rolleyes: :rolleyes:


    Ich mag die auch nicht, und die stören mich überall. Glaube und hoffe, dass die Kunden dieses Hypen langsam mal satt haben.


    Hier (siehe Ausgangspost) stört mich, dass Pidax mit cut-and-paste-Material per Ctrl-V durch die Foren joggt und anscheinend nicht prüft, ob die Formatierung in dem jew. Forum lesbar ist.

    Ansonsten ist keine Frage, dass der Teufel auch im Kulturbetrieb auf den größten Haufen scheißt. Diese Erfahrung mache ich bei der Verlags- und Agentursuche regelmäßig. Und das wird einem teilweise auch gant klar so gesagt: "Wenn Sie nicht schon bekannt sind, ist es so gut wie ausgeschlossen, dass Sie einen Verlag finden."


    Was das gerade für Kunst und Kultur bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen, denke ich.


    Ganz klar: die Künstler/Macher, die den Mut und die Finanzen nicht aufbringen, erst einmal aus eigener Kraft etwas auf den Markt zu bringen, werden es nicht schaffen. Wenn Verlage/Labels kein gutes Scouting/Talentförderung/A&R machen, müssen sie DANN allerdings auch damit leben, dass bei Erfolg die Macher sagen: "wozu brauche ich Euch jetzt noch?"


    Die, die investiert haben und erfolglos bleiben, haben dann halt Ersparnisse verbraucht oder eben Schulden. Bei der Flut an Veröffentlichungen gucken alle halt nach dem, "was man schon kennt".


    Zurück zum Thema. Es spricht nichts dagegen, wenn es solche Kooperationen gibt. Nicht vergessen: beim Fall der Unendlichen Geschichte konnte man das Hörspiel ja auch ZUERST im Radio hören und sich aus der Mediathek fischen. Das ist das, was ich mit den Gebühren bezahlt habe, und dadurch gehen dem Verlag ja auch Käufer verloren. Ob es für Sammler dann noch eine extra zu bezahlende CD-Edition gibt ... warum nicht? Wer's mag.

    Natürlich liegt beim Misserfolg eines nach relativ objektiven Maßstäben qualitativ hochwertigen Kunstprodukts wie z.B. Sigmund Freud der Gedanke nahe, dass die Konsumenten einfach zu träge, zu doof, zu wenig anspruchsvoll sind (und in vielen Fällen mag das vielleicht sogar stimmen), aber als Verantwortlicher macht man es sich meiner Meinung nach viel zu leicht, wenn man die Analyse eines ausbleibenden Erfolgs sofort darauf oder eben auf die bösen Raubkopierer konzentriert und die eigenen Hände in Unschuld badet. Eine Analyse sollte, meiner Meinung nach, immer erst einmal beim eigenen Produkt beginnen, und wenn man dann nach reiflicher Überlegung zu der Einschätzung gekommen ist, dass man besten Gewissens das Bestmögliche getan hat, um der Reihe, der Serie zum Erfolg zu verhelfen, dann kann man im letzten Schritt auf die oben genannten Punkte zurückkommen.


    Da ist was dran ... in den Fällen, in denen eine historische Figur in einen anderen Kontext oder mit einem anderen Job versehen wird (Amadeus, Freud oder z.B. beim Film "Abraham Lincoln Vampirjäger") tut man auch gut daran, diese neue Figur als solche und nicht nur als Film/CD/wasauchimmer erst einmal sorgfältig vorzustellen (yt-Filmchen: "Wer ist denn unser Held XX?"). Anderenfalls riskiert man, dass nicht nur der eine oder andere sagt: "Freud, das ist doch dieser verstaubte Psychoonkel mit seinen Sofas, warum sollte ich mir den auch noch als Hörspielheld geben?" -- und es mit der Serie gleich bleiben lässt.


    Was mich extremst stört - ich kriege das jedoch eher am Rande mit, weil ich der "Hörspiel-Szene" nicht so innig verbunden bin wie viele andere hier oder andernorts -, ist diese grassierende Buddie-Mentalität zwischen Machern und Hörern (*).


    ... was eben zur Dünnhäutigkeit einerseits führt und zur unsachlichen Kritik oder Nibelungentreue andererseits. Keine schöne Auswahl, in der Tat.


    3. Ist mein Werk gut genug, um einen festen Stamm an Interessierten an mich zu binden?


    Wobei "gut" ja scheußlicherweise so sehr der subjektiven Ansicht unterworfen ist, dass es kaum noch zu definieren ist. Der Erste findet etwas "gut", weil viele markige Sprüche drin vorkommen, der Zweite, weil es nonstop Action gibt, der Dritte, weil die Charaktere sensibel präsentiert werden, der Vierte will aber kein Psychogesülze. Alle vier schreiben im Forum oder auf fb über das gleiche Hörspiel, keiner schreibt, was er erwartet hat, stattdessen wirft jeder mit markanten und absoluten Worten um sich ("das ist unschlagbar klasse, Kaufpflicht!" oder "Absoluter Müll, zum Verschenken zu teuer"). Wie soll man sich da noch orientieren?


    Und für die Macher: das einzige Kriterium ist erst mal nicht die Qualität, sondern die Verkaufszahlen. Wenn es sich verkauft, kann man sich Gedanken machen, ob man die Qualität langsam und vorsichtig (weiter) steigert.

    Frage zu Platz 23 (bewertet mit 7 Punkten) -- wenn die einzige verlinkte Kritik bei Hörspielsachen doch recht positiv ausfällt (ich würde nach Lektüre gefühlt auf 12 Punkte mindestens setzen) ...


    ... müssen doch alle anderen uniform verrissen haben, um ein so schlechtes Rating zu generieren.


    Vorsichtige Frage: Wäre es zuviel verlangt, die ANZAHL der Abstimmenden zu einem Hörspiel zu nennen, wenn man sich schon die Mühe macht, das Durchschnittsrating auszurechnen?

    Die Frage habe ich aber hier gestellt und nicht dort. Ich versuche auch nicht, in allen Foren die gleichen Fragen zu stellen. Und dann kann ich auch dort mal schreiben, dass es mich wundert, dass die Leute über Wilde/Holmes diskutieren aber nicht hier. Hier wäre so eine Frage ja redundant. Und meine letzte Aussage zur Serie (Pseudonym) hier blieb ja auch vorerst offen stehen.


    Das wird aber zu OT. Bitte zurück zum Thema, das ist erotischer. :D

    Ich darf nochmal hervorheben, damit das hier nicht zu einer reinen Liste wird ...


    Kennt jemand Hörspiele mit erotischem Inhalt? Welche? Was findet Ihr an ihnen erotisch?


    Und um den Thread nicht zu überlasten, schließe ich Hörspiele mit mehr als einer (dezenten) Sexszene aus.


    Und bei letzterem Kriterium fliegt Dopamin ja schon ganz zu Beginn raus. Erst recht beim eingeklammerten Wort.

    So ein Pseudonym wählt gerne ein Schriftsteller, wenn er nicht will, dass sein guter und mit bestimmten Genres verbundener Name mit dem verbunden wird, was er da "auch noch" gemacht hat. Und Hörspiele jenseits des Ö/R-Rundfunks sind nun mal "Kinderkram".


    Von daher ist das ja verständlich. Also: Namen beiseite lassen und das Hörspiel an seiner selbst beurteilen.