Und auf Erden Stille - neue Hörspielserie beim Erfolgslabel Folgenreich/Universal Music Family Entertainment

  • Quelle: Pressemitteilung von Heike Glück, Glücksstern-PR vom 19.01.2021, 10:15 Uhr

  • Habs jetzt auch gehört... sehr kurzweilig!


    Also für Endzeit bin ich ja immer zu haben und hab mich serh gefreut, das Interplanar in diesem Segment etwas liefert. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Am Ende der ersten Staffel bleibe ich etwas zwiegespalten...

    Dies ist keine Rezension, sondern einfach nur, was mir nach dem Hören spontan einfällt. :)


    SPOILER!!!!


    Das Grundkonstrukt, eine 200-Seelen-Gemeinschaft, die versucht sich im Alltag zu verschanzen, finde ich sehr spannend. Ebenfalls den Ansatz mit der Geräuschempfindlichkeit. Wirklich ein sehr gutes Mittel für eine Hörspielproduktion - ein sehr guter Einfall und auch cool umgesetzt!

    Die Handlung fand ich dabei leider nicht immer nachvollziehbar, sprunghaft und konstruiert. Allein die Mission "geh nach Manhattan und such Deinen Vater" finde ich schon einen sehr großen Zufall und etwas strange. Auf der einen Seite ist die Welt so feindlich, dass man ständig Wache hält, auf der anderen Seite verläuft die Ausmarsch-Mission dann relativ problemlos. Hunger und Durst spielen kaum eine Rolle, ebenso, wie die so aufwändig eingeführte Geräuschempfindlichkeit. Man hat halt einen Hörschutz auf und wenn man genauer lauschen will, nimmt man ihn ab. Finde, da hätte man noch mehr draus machen können. Klar ist, man will diesen Roadtrip durch das Ödland zu erzählen, was ja auch eine gute Grundlage ist, die Beweggründe dafür finde ich etwas schwammig.


    Mal so ein paar Sachen, die mir noch aufgefallen sind:

    Szene mit dem Überfall zweier Jugendlicher an der Brücke....hier wird das Empfindlichkeit genutzt und es wird das Gespräch der beiden Wegelagerer gehört. Sie sprechen deutlich von ZWEI jungen Mädchen, die auf sie zu kommen. Bei der Begegnung sind sie dann schwer überrascht, als sich eine zweite Person nähert. Etwas seltsam...


    Der Ranger - großer Zufall, aber ok, dann ist da eben ein Haus, in dem er wohnt, das auch zufällig das ist, in welchem Unterschlupf gefunden wird. Seine Motivation nach Manhattan zu gehen ist irgendwie auch seltsam... aber vielleicht kommt da ja noch was in kommenden Folgen. Den Charakter hätte man für meine Begriffe nachvollziehbarer einführen können.


    Ausräumen der Discs:

    hier werden dem Ranger, der nicht lesen kann, in sehr kurzer Abfolge Zahlen und Buchstaben genannt, mit dessen Hilfe er Discs raussucht. Die Schlagzahl ist sehr hoch, er erkennt also sehr schnell die Buchstaben. Kann aber nicht lesen?


    Was mich oft wundert ist der zeitliche Zusammenhang. Die Rückblenden gefallen mir sehr gut, da ist die Geschichte sehr spannend und nachvollziehbar. Aber mir wird nicht ganz klar, wann das alles spielt? In einer Szene ist glaube ich "vor 15 Jahren" die Rede. Der Ranger hat auch klar noch den Ausbruch des Virus miterlebt (so glaube ich das jedenfalls verstanden zu haben), es klingt auch so, als sie Rhiannon während des Ausbruchs geboren worden. Was ich dann seltsam finde ist, das das Lesen selbst nciht mehr weit verbreitet zu sein scheint. Erstens verlernt man das die älteren so schnell ja nicht und zweitens gibts ja immer noch viele Schriften, Bücher, etc. die es lohnen würden auch neuen Generationen das Lesen beizubringen... naja, aber das nur am Rande.


    Den Auftritt des Vaters am Schluss fand ich dann auch sehr seltsam. Erst diese Zeugenbefragung, dann die zögerliche Offenbarung, obwohl er ja schon weiß, dass da seine Tochter sitzt. Warum dieses Abwarten - für den Spannungsmoment im Hörspiel für den Hörer? Mal ganz abgesehen von dem Zufall, dass Rhiannon so unkompliziert auf ihren Vater trifft.


    Also alles in allem für mich inhaltlich zwar spannend, weil ich solche Welten und Sozialisierung nach einer großen Katastrophe, einhergehend mit technischem Verfall, einfach spannend finde, aber hier oft nicht nachvollziehbar. Zu oft, um es wirklich noch gut zu finden. Die Bearbeitung reißt da zum Glück wieder einiges raus, die ist sehr gut. Sprecher meist gut, Musik ist cooler, aktuell trendiger Synthwave - das passt hier wunderbar. Weil es eben auch aufgrund des Schauplatzes Manhattan und der Dystopie, die es in den 80ern im Film zu Hauf gab, gerne auch an die Klapperschlange erinnert. :D

    Bleibt noch zu sagen, dass das Hörspiel auf 4 CDs natürlich nicht kurz ist, aber im Vergleich zu anderen Studios, die eher mit 10 Episoden (mit je einer Stunde Laufzeit) je Staffel arbeiten (Audible, Sony) dann doch kürzer. Die 10 Episoden, die hier erzählt werden sind jeweils etwa 25 Minuten lang. Knackig erzählt, entsprechend kann man inhaltlich auch nicht so große Sprünge machen. Es fühlt sich mehr wie ein Auftakt an, ein Prolog. Ohne es wissen zu können, hätten mir wahrscheinlich gerade beim Roadtrip, von dem man gar nicht beurteilen kann, wie viele Tage er in Anspruch genommen hat, längere Episoden besser gefallen.


    Das mal so als Ersteindruck von mir. Wer hat es noch gehört und würde ein paar Zeilen schreiben? :)