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DRY

hört Hörspiele beim Rasenmähen

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Sonntag, 30. November 2008, 12:36

Analysen, Rezensionen und Verisse

Angeregt durch eine Diskussion im hauseigenen Dreamland-Forum, möchte ich das Thema auch hier mal zur Diskussion stellen.

Wer die Debatte im Dreamland-Forum verfolgen will, kann das unter folgendem Link tun:
http://www.sjws.de/dlpforum/wbb2/thread.php?threadid=472

___

Zum Start möchte ich dazu zunächst mal Steffens Posting aufgreifen:

Zitat

Original von Steffen http://www.sjws.de/dlpforum/wbb2/thread.…d=5702#post5702
Ich finde ohnehin, daß in der Hörspielwelt alles viel zu sehr auseinander genommen wird. Wo ist die Prä-Internet-Zeit als man sich nur per Briefpost unterhalten konnte und man Hörspiele einfach nur so angehört hat, ohne gleich alles zu analysieren?


Ich kann hier natürlich nur aus meiner Sicht als Rezensent sprechen.
Aber gerade von diesen wird ja eine intensivere Beschäftigung mit dem Medium erwartet, um anschließend auch etwas fruchtbares und ergiebiges "zu Papier" bringen zu können.
Für mich macht eine gute Rezension gerade dieses analytische Herangehen an einen Stoff den Unterschied zu einfachen Kommentaren wie 'gut, schlecht, etc.' aus. Es soll ja gerade herausgestellt werden, was an einem Hörspiel gelungen ist und was nicht. Eine oberflächliche Betrachtung hilft letztlich wohl niemanden weiter. Den Lesern und Käufern nicht, den Produzenten genauso wenig.

Natürlich wird man deswegen von den Rezensenten ein anderes Feedback erhalten als von Hörern oder gar Fans, die das Hörspiel vielleicht sogar nur nebenher hören.

Wer jetzt meint, dass bei der Herangehensweise, wie sie bei Rezensenten der Fall ist, der Spaß ja völlig flöten geht, den kann ich beruhigen. Dem ist gewiss nicht so. Da man dadurch gerade bei den exzellent gemachten Hörspielen mindestens genauso seinen Spaß haben wird.
Dass man mit der Zeit - wenn man zig Hörspiele, gute wie schlechte gehört hat, aber etwas kritischer wird, ist denke ich völlig normal.


In Bezug auf den Kommentar von G. Walt (http://www.sjws.de/dlpforum/wbb2/thread.…d=5689#post5689) möchte ich meine Sichtweise verdeutlichen:

Natürlich ist völlig klar, dass nicht allen Labels die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Das in einer Rezension fair zu berücksichtigen, ist denke ich eine normale Sache, die auch die meisten Rezensenten machen.
Allerdings tut man keinem imho einen Gefallen, wenn man offensichtliche Schwächen und Kritikpunkte deswegen ignoriert. Wie man diese dann am Ende gewichtet, ist wiederum sehr subjektiv.

Man darf und sollte allerdings auch nie vergessen, dass Leute für ein Produkt Geld zahlen und dementsprechend auch etwas erwarten dürfen.
Zudem: die Grundlage eines jeden guten Hörspiels bedarf keiner großen finanziellen Mittel: eine gut erzählte Geschichte.

Ja, auch das schlechteste Hörspiel mag unterhalten mögen. Bei aller Fairness und allem Respekt sollte man auch hergehen können und sagen: Ziel verfehlt. Wenn man seine Kritikpunkte gut begründet, sollte ein Produzent auch mit einem "Veriss" umgehen können.

Hier gibt es z.B. einen Veriss, der zwar nicht besonders sachlich, nüchtern geschrieben ist, bei dem ich aber dennoch sagen würde: ja, so sieht ein gut geschriebener Veriss aus.
Es gibt ja mehr als genug Satiren, die bitterböse sind, ohne aber respektlos zu werden. Das ist aber natürlich die hohe Kunst und da hier auch die Grenzen bei jedem Menschen etwas anders liegen, ist es umso schwieriger.

Captain Blitz

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Sonntag, 30. November 2008, 12:38

:applaus: Weiterer Worte bedarf dieser Beitrag nicht. Sehr schön geschrieben.
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DRY

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Sonntag, 30. November 2008, 12:40

Sorry, ganz vergessen den Link zu dem erwähnten "Veriss" im letzten Absatz:

http://www.poltermuehle.de/rezi_tkkg_152.htm

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Sonntag, 30. November 2008, 12:44

Zitat

Original von Captain Blitz
:applaus: Weiterer Worte bedarf dieser Beitrag nicht. Sehr schön geschrieben.


Sehe ich genauso.

Sehr schön geschrieben!

Captain Blitz

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Sonntag, 30. November 2008, 12:45

Wobei ich in Sachen "Verriss" nicht konform gehe, dafür ist mir Panarays analytische Betrachtung/Abhandlung zu zahm ausgefallen.

Jeder hat halt einen anderen Stil, das ist ganz normal.
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Sonntag, 30. November 2008, 12:49

Zitat

Original von Captain Blitz
Wobei ich in Sachen "Verriss" nicht konform gehe, dafür ist mir Panarays analytische Betrachtung/Abhandlung zu zahm ausgefallen.


Ist auch in der Tat mehr Satire als Veriss, stimmt. Irgendwie aber dann doch auch wieder beides.
Mir hat's auf jeden Fall unwahrscheinlich gut gefallen und ist mir daher auch in Erinnerung geblieben.

Zitat

Jeder hat halt einen anderen Stil, das ist ganz normal.

*zustimm*

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Sonntag, 30. November 2008, 13:06

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Ich kann bei dem Thema zwar nicht mit reden, da ich sehr lange keine Rezi mehr geschrieben habe und meine Ansichten wahrscheinlich eh zu verbohrt und meine Ansprüche zu hoch sind.

Trotzdem möchste ich gerne auf einen Punkt eingehen, mit dem ich mich schon mit einigen Leuten echt in der Wolle hatte, aber ihr kennt mich, ich stehe zu meinen Meinungen.

Zitat

Original von DRY
Natürlich ist völlig klar, dass nicht allen Labels die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.


Das ist klar, aber ist Geld ein Garant für Qualität? Nein!
Wenn ich Rezensent wäre würde ich die Budget Frage nicht berücksichtigen.
Es gibt Null Budget Produktionen die 1000 mal geiler Produziert sind, als Produktionen wo richtig Kohle geflossen ist.
Es gibt Sprecher die jahrelang auf Theater Bühnen gestanden haben und viel besser sprechen als der Promi XY der natürlich um einiges teurer war.
Die großen amerikanischen Sound Libraries kann sich auch jeder Heute besorgen und in einem Profi Studio wird heutzutage mit der gleichen Software gearbeitet wie der kleine Hobby-Produzent in deiner Nachbarschaft in seinem Kinderzimmer.

Es ist alles eine Talent Frage und das Know How der Software oder Hardware. Eine gute Vision und das Wissen wie man diese Vision verwirklichen kann.
Wir alle kochem nur mit Wasser.

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Sonntag, 30. November 2008, 13:08

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von Plotzka

Zitat

Original von DRY
Natürlich ist völlig klar, dass nicht allen Labels die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.


Das ist klar, aber ist Geld ein Garant für Qualität? Nein!
Wenn ich Rezensent wäre würde ich die Budget Frage nicht berücksichtigen.


Amen.

Ich erinnere da immer wieder nur zu gerne an "Open the Door - Öffne die Tür" von Marco Göllner, das bei Pandoras Play erschien. So ein geiles Hörspiel und mit Andreas Fröhlich auch nur mit einem "Promo" besetzt, aber das Hörspiel an sich ist der Wahnsinn. Soviel Geld dürfte da aber auch nun wieder nicht geflossen sein.
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9

Sonntag, 30. November 2008, 13:19

In den 70ern oder 80ern ist es so gewesen dass in Profi Studios bessere Quali geliefert wurde, weil die Homestudio Technik wenig her gab, eine digitale 24-Spur Band Maschine hat damals 250 000 Dollar gekostet und das waren noch die billigeren. Wer hatte das Geld sich das ins Wohnzimmer zu stellen, wenn man überlegt da kommen noch Mischpult, Kabel, Bänder ect. dazu.

Dank des PCs und eines Apfels ist das Heute alles ein wenig anders.

Wollte die Diskussion aber jetzt nicht in diese Richtung leiten, das war nur so ein Thema dass immer wieder in mir hoch kommt.

lord gösel

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Sonntag, 30. November 2008, 14:51

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von Plotzka
Ich kann bei dem Thema zwar nicht mit reden, da ich sehr lange keine Rezi mehr geschrieben habe und meine Ansichten wahrscheinlich eh zu verbohrt und meine Ansprüche zu hoch sind.

Trotzdem möchste ich gerne auf einen Punkt eingehen, mit dem ich mich schon mit einigen Leuten echt in der Wolle hatte, aber ihr kennt mich, ich stehe zu meinen Meinungen.

Zitat

Original von DRY
Natürlich ist völlig klar, dass nicht allen Labels die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.


Das ist klar, aber ist Geld ein Garant für Qualität? Nein!
Wenn ich Rezensent wäre würde ich die Budget Frage nicht berücksichtigen.
Es gibt Null Budget Produktionen die 1000 mal geiler Produziert sind, als Produktionen wo richtig Kohle geflossen ist.
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Die großen amerikanischen Sound Libraries kann sich auch jeder Heute besorgen und in einem Profi Studio wird heutzutage mit der gleichen Software gearbeitet wie der kleine Hobby-Produzent in deiner Nachbarschaft in seinem Kinderzimmer.

Es ist alles eine Talent Frage und das Know How der Software oder Hardware. Eine gute Vision und das Wissen wie man diese Vision verwirklichen kann.
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:applaus:
Da stimme ich doch glatt mal zu. Warum ist Andi Meisfeld dann so kagge? :lolz: <- Ironie :)
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mr.wong

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Sonntag, 30. November 2008, 15:12

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von Plotzka
Die großen amerikanischen Sound Libraries kann sich auch jeder Heute besorgen und in einem Profi Studio wird heutzutage mit der gleichen Software gearbeitet wie der kleine Hobby-Produzent in deiner Nachbarschaft in seinem Kinderzimmer.


Das kann der kleine Hobby Produzent aber auch nur deswegen, weil er nicht die tausende von Euro für die großen amerikanischen Sound Libraries und die Profi Studio Software ausgeben muß, sondern sich bequem alles von russischen Servern zieht.

Zitat

Original von Plotzka
In den 70ern oder 80ern ist es so gewesen dass in Profi Studios bessere Quali geliefert wurde, weil die Homestudio Technik wenig her gab, eine digitale 24-Spur Band Maschine hat damals 250 000 Dollar gekostet und das waren noch die billigeren. Wer hatte das Geld sich das ins Wohnzimmer zu stellen, wenn man überlegt da kommen noch Mischpult, Kabel, Bänder ect. dazu.

Dank des PCs und eines Apfels ist das Heute alles ein wenig anders.


Ja, leider. Noch nie gab es derart viel Müll am Markt, der sich als professionelle Musik oder auch Hörspielproduktion verkauft. Der Glaube, alles selbst am Computer schrauben zu können hat sich gerade bei den kleineren Bands etabliert. Und das früher in Studios bessere Quali geliefert wurde, weil die Technik besser war, ist ja nur die halbe Wahrheit. Da saßen einfach Leute am Pult, die das Gras wachsen hörten. Davon kann man bedauerlicherweise heute kaum noch reden. Heute ist doch schon Tonstudio, wer ein Macbook mit GarageBand und nem Kopfhörer oder ein surroundfähiges Handy hat. :grins:
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Sonntag, 30. November 2008, 15:27

Ich finde, man sollte dieses Forum schliessen. Diese ganzen Verrisse sind ja nicht zum aushalten. Ab sofort will ich nur noch positive Meinungen zu Hörspielen lesen sonst setzt es was. :lolz:

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Sonntag, 30. November 2008, 15:36

Zitat

Original von Tolkien
Ich finde, man sollte dieses Forum schliessen. Diese ganzen Verrisse sind ja nicht zum aushalten. Ab sofort will ich nur noch positive Meinungen zu Hörspielen lesen sonst setzt es was. :lolz:


Das würde dem einen oder anderen sicherlich gefallen.
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mr.wong

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Sonntag, 30. November 2008, 16:00

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von DRY

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Original von G. Walt
Natürlich ist völlig klar, dass nicht allen Labels die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Das in einer Rezension fair zu berücksichtigen, ist denke ich eine normale Sache, die auch die meisten Rezensenten machen.


Man darf und sollte allerdings auch nie vergessen, dass Leute für ein Produkt Geld zahlen und dementsprechend auch etwas erwarten dürfen.


Jeder der sich dem Markt stellt und glaubt, sein Produkt sei fit für das Saturn-Regal, muß sich an dem messen lassen, was andere möglicherweise schon vorgegeben haben. Es ist meiner Meinung nach die Pflicht eines Rezensenten, den finanziellen Status der Produzierenden bei der Beurteilung des Produktes nicht zu berücksichtigen. Der Käufer wird schließlich auch nicht darauf aufmerksam gemacht, daß das Hörspiel was er da gleich zum Preis einer Top Produktion kaufen wird, nur mittelmäßig produziert ist, weil es den Machern an finanziellen Mitteln oder Know-How fehlt.
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Sonntag, 30. November 2008, 16:38

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von mr.wong

Zitat

Original von DRY

Zitat

Original von G. Walt
Natürlich ist völlig klar, dass nicht allen Labels die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Das in einer Rezension fair zu berücksichtigen, ist denke ich eine normale Sache, die auch die meisten Rezensenten machen.


Man darf und sollte allerdings auch nie vergessen, dass Leute für ein Produkt Geld zahlen und dementsprechend auch etwas erwarten dürfen.


Jeder der sich dem Markt stellt und glaubt, sein Produkt sei fit für das Saturn-Regal, muß sich an dem messen lassen, was andere möglicherweise schon vorgegeben haben. Es ist meiner Meinung nach die Pflicht eines Rezensenten, den finanziellen Status der Produzierenden bei der Beurteilung des Produktes nicht zu berücksichtigen. Der Käufer wird schließlich auch nicht darauf aufmerksam gemacht, daß das Hörspiel was er da gleich zum Preis einer Top Produktion kaufen wird, nur mittelmäßig produziert ist, weil es den Machern an finanziellen Mitteln oder Know-How fehlt.


Sehe ich ähnlich. Mal aus Interesse eine Frage direkt an dich: STören dich "Amateur-Sprecher"?
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Sonntag, 30. November 2008, 16:41

Schön gesprochen DRY! Hier meine Meinung zu den zwei angeführten Punkte "Finanzen" und "Verriss".

Die Satire von Panaray liest sich wirklich göttlich und ist eine schöne Art des Verriss. Dieser hat aber mit Sicherheit auch viel Zeit gekostet und auf so eine Idee kommt man sicher nicht alle Tage. Im Moment kommt aber so viel Neues raus, dass die Kritiker ja zwangsläufig auch maue Hörspielkost serviert bekommen und schlechte Kritiken demzufolge häufiger vorkommen.
Was ich sagen will: Als Produzent würde mich ein solch kreativer Verriss sicher mehr freuen als eine bloße Anführung der Kritikpunkte. Erwarten sollte man das allerdings nicht können, leider.
Ein wichtiger Punkt im DL-Forum war auch der Ton bei solch negativen Rezis. Ich kann da nur für mich sprechen, mein letzter "Auslass" war bei "Ultio", denn ich war einfach auch sauer. Sobald ich für etwas Geld ausgebe erwarte ich da natürlich auch entsprechende Leistung. Auch wenn der Betrag nicht hoch war, bleibt der Ärger. Deshalb finde ich einen herberen Ton in Rezis auch nicht weiter schlimm.
Wem das nicht gefällt, sollte von Hörer-Seite her schnell seine Rezi-Schreiber gefunden haben, die so schreiben, wie man es gerne liest. Von Produzenten-Seite her wirds schwieriger.

EDIT: Mr. Wong war schneller ;)


Finanzielle Vorraussetzungen und deren Berücksichtigung gehören für mich bedingt in eine Rezension. Das A und O bleibt die Story, wenn die nicht stimmt nützt auch das größte Budget nichts. So würde ich mir zum Beispiel für die Serie Mythras einen opulenteren Soundtrack wünschen, weiß aber auf der anderen Seite auch, das so etwas nur mit immensem Kostenmehraufwand möglich ist. Mit diesem Wissen verzichte ich gerne auf den aufwändigeren Sound und kann damit sehr gut leben. (zumal das bei diesem Beispiel auch kein wirkliches Problem ist ;) )
Es gibt aber auch genug Leute, die das nicht wissen, was ja auch nicht verwerflich ist. Und für diese stehen dann verschiedenste Hörspiele zu vergleichbaren Preisen im Regal ohne Rücksicht auf Produktionsbudget.
Also finanzielle Aspekte in Rezis bitte erwähnen, aber nicht aus Rücksicht für kleiner Budgets solche Produktionen dauerhaft besser wegkommen lassen. Im Saturn und MM gibt es nämlich noch keine einzelnen Regale für Major- und Indie-Produktionen. Alle müssen sich auf dem selben Markt behaupten und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben, eher sogar noch schwieriger werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »blackmail82« (30. November 2008, 16:43)


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Sonntag, 30. November 2008, 16:58

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

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Original von mr.wong

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Original von Plotzka
Die großen amerikanischen Sound Libraries kann sich auch jeder Heute besorgen und in einem Profi Studio wird heutzutage mit der gleichen Software gearbeitet wie der kleine Hobby-Produzent in deiner Nachbarschaft in seinem Kinderzimmer.


Das kann der kleine Hobby Produzent aber auch nur deswegen, weil er nicht die tausende von Euro für die großen amerikanischen Sound Libraries und die Profi Studio Software ausgeben muß, sondern sich bequem alles von russischen Servern zieht.


Harte Vorwürfe. Hast du denn evtl. etwas haltbares?
In einigen Bereichen kann man ja auch super selbst Geräusche aufnehmen und ist nicht zwingend auf Sound-Libraries angewiesen.

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Sonntag, 30. November 2008, 17:27

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von DRY

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Original von mr.wong

Zitat

Original von Plotzka
Die großen amerikanischen Sound Libraries kann sich auch jeder Heute besorgen und in einem Profi Studio wird heutzutage mit der gleichen Software gearbeitet wie der kleine Hobby-Produzent in deiner Nachbarschaft in seinem Kinderzimmer.


Das kann der kleine Hobby Produzent aber auch nur deswegen, weil er nicht die tausende von Euro für die großen amerikanischen Sound Libraries und die Profi Studio Software ausgeben muß, sondern sich bequem alles von russischen Servern zieht.


Harte Vorwürfe. Hast du denn evtl. etwas haltbares?
In einigen Bereichen kann man ja auch super selbst Geräusche aufnehmen und ist nicht zwingend auf Sound-Libraries angewiesen.


Willst Du jetzt die Seiten wissen, auf denen man sowas bekommt?
Ich rede nicht unbedingt vom Hörspielbereich, der ja relativ überschaubar ist. Plotzka nannte nur das Beispiel mit den großen Libraries. Zum Beispiel befinden sich aber auf einer bekannten Gratis-Sampledatenbank im Netz durchaus nicht nur selbst aufgenommene Geräusche. Bestimmte Samples kennt man einfach, wenn man jeden Tag damit umgeht.
Schlimmer ist es im Musikbereich. Wenn es da um Software geht, herrschen die gleichen Ansichten wie bei der fertigen Musik selbst. Es steht gratis im Netz, also kann ich es mir auch downloaden. Es kommen hier Leute mit sündhaft teuren Laptops (die man leider noch nicht downloaden kann) ins Studio um ihre Produktionen vorzuspielen und haben nicht ein einziges gekauftes Programm auf ihrem Rechner.
Jüngere Musiker fragen auch gern mal, ob man ihnen das Programm oder Plug-In was man gerade benutzt, nicht brennen könne.
Dynamik in Hörspielen? Wie soll man denn dabei einschlafen...

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mr.wong

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Sonntag, 30. November 2008, 17:46

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

Zitat

Original von lord gösel
Sehe ich ähnlich. Mal aus Interesse eine Frage direkt an dich: STören dich "Amateur-Sprecher"?


Das kommt immer darauf an, welchen Anstrich sich die Produktion gibt.
In einem professionellen Hörspiel, für das ich Geld bezahlen soll, möchte ich alle Rollen mit Sprechern besetzt sehen, die in der Lage sind eine Rolle zu sprechen und zu spielen.
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Sonntag, 30. November 2008, 17:54

RE: Analysen, Rezensionen und Verisse

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Original von mr.wong

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Das kann der kleine Hobby Produzent aber auch nur deswegen, weil er nicht die tausende von Euro für die großen amerikanischen Sound Libraries und die Profi Studio Software ausgeben muß, sondern sich bequem alles von russischen Servern zieht.


Harte Vorwürfe. Hast du denn evtl. etwas haltbares?
In einigen Bereichen kann man ja auch super selbst Geräusche aufnehmen und ist nicht zwingend auf Sound-Libraries angewiesen.


Willst Du jetzt die Seiten wissen, auf denen man sowas bekommt?


Ne, mir gings um den Vorwurf, dass das auch tatsächlich von den Produzenten verwendet wird. Dass es sowas gibt, ist klar. Gibt ja kaum was, das im Netz nicht irgendwo zu finden ist.
Ich kann mir das irgendwie nicht so recht vorstellen, dass Produzenten im kommerziellen Hörspiel-Bereich solch ein Risiko eingehen würden. Aber abschließend kann ich das mangels Wissens und Einblick nicht beurteilen.