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1

Freitag, 11. Juli 2008, 10:20

Die Gefahr des Illegalen

Hallo,

da ich bisher auf keinen ähnlichen Thread gestoßen bin, möchte nun folgendes Thema zum Meinungsaustausch vorstellen:

Bedrohen einschlägige Downloadportale den Hörspielmarkt?

Besonders kleine Verlage leiden unter den "Angeboten" von Hörbüchern und Hörspielen auf einschlägigen Seiten. Wie groß ist die Gefahr wirklich? Wie hoch sind die Einbußen durch illegalen download?! Bzw. Was wird, seitens der Verlage/Labels, dagegen unternommen. Seit ihr gar selbst schon einmal auf solche Portale und Angebote gestoßen?

Meinungen, Fragen, Anregungen, Stellungnahmen und Lösungskonzepte bitte in diesen Thread.

Captain Blitz

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2

Freitag, 11. Juli 2008, 10:42

Auf das Thema habe ich gar keinen so grossen Bock mehr, zum einen haben wir das hier bestimmt schon mal durchgekaut, zum andere kann man nicht wirklich was gegen diese Portale machen.

Natürlich schaden diese dem Markt, aber in welchem Maße ist immer so eine Sache.

Es gibt nämlich auch die Downloader, die es einfach nur runterladen, weil es halt im Netz ist, ob sie es überhaupt kaufen würden, sei mal dahingestellt.

Es wird zwar von den Verlagen verfolgt und man versucht etwas dagegen zu unternehmen, aber wenn so ein Server in Thailand, Russland oder sonstwo steht, dann sieht es schlecht aus.
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freiwild

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3

Freitag, 11. Juli 2008, 12:25

Kurz und knapp:

Das schadet natürlich, und wenn's "nur" 1000 CD's weniger sind die abgesetzt würden.
Aber ich denke das sich genug Leute darum kümmern... Das ist dann mal ausnahmsweise nicht mein Bier...

Angel 74

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Freitag, 11. Juli 2008, 12:59

Ich denke das klar ist, das illegale Downloads natürlich schaden und es echt ärgerlich ist das dadurch Fortsetzungen von Serien gefährdet werden.
Allerdings gebe ich Blitz recht, denn Leute die Hörspiel illegal downloaden sind nicht direkt potentielle Käufer, sie machen es einfach weil es angeboten wird egal ob sie es hören oder nicht; Hauptsache haben.
Von daher ist es wirklich schwierig zu beurteilen in welchem Maß sich der Schaden tatsächlich bewegt.
Ich glaube das es für einige Verlage natürlich auch eine Kostenfrage ist, ob man die Dinge wirklich verfolgt oder nicht und ich kann mir vorstellen das die Aufklärungsrate nicht besonders hoch liegen wird.
Tschau mit V!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Angel 74« (11. Juli 2008, 13:00)


mr.wong

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Freitag, 11. Juli 2008, 14:00

Solange kein Unrechtsbewußtsein beim Runterladen existiert oder sogar die Meinung vertreten wird, daß die Medienindustrie sowieso genug verdient, wird sich da nix ändern. Ich beziehe jetzt mal sämtliche Medien mit ein.
Hinzu kommt natürlich die Raffgier. Alles ist per Klick verfügbar, wofür man ja sonst sein mühsam verdientes Geld ausgeben oder sich vielleicht sogar zwischen zwei Produkten entscheiden müßte, weil man sich beide nicht leisten kann.
Es gibt Leute, bei denen läuft der Download 24/7. Die schaffen es kaum, sich das ganze Zeug überhaupt anzusehen, zu hören oder zu lesen.

Medienprodukte haben für viele nur einen geringen Wert.
"Das schaue (höre) ich mir eh nur einmal an. Dafür geb ich doch kein Geld aus."
Wieviel Zeit, Geld und Arbeit in einem Buch, Film, Album oder Hörspiel steckt, darüber denkt doch kaum jemand nach. Was zählt ist, daß das Produkt am Ende möglichst billig im Regal steht. Auch hier im Forum liest man gelegentlich mal Beiträge in denen der Betreffende schreibt, daß er sich ein Hörspiel erst dann kaufen würde, wenn es eine bestimmte Preisgrenze unterschritten hat.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, daß Jugendliche auch eine völlig andere Haltung zum Downloaden haben. Viele wachsen gar nicht mit dem Bewußtsein heran, daß sie da etwas Illegales tun. Das ist normal.
Wir hatten gelegentlich Schulklassen im Studio. Wenn man sich über dieses Thema unterhielt, kamen da auch Aussagen wie: "CDs werden nur deshalb verkauft, weil nicht jeder einen Internetanschluß hat.".
Dynamik in Hörspielen? Wie soll man denn dabei einschlafen...

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »mr.wong« (11. Juli 2008, 14:04)


freiwild

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Freitag, 11. Juli 2008, 14:06

Ich finde aber im Allgemeinen hat sich das schon verbessert, das mit dem "Film schon haben bevor er überhaupt draußen ist" hat sich etwas gelegt. P2P Netzwerke werden glaube ich nicht mehr in diesem angesprochenen 24/7 Format genutzt. Viele sind in der Hinsicht schon vorsichtig geworden. Was im Moment halt schwer im Kommen ist, sind diese Highspeed Download Portale á la UseNext usw... Das da aber nicht einfach en Verbot und ne Verfolgung angestrebt wird leuchtet mir nicht so ein. Die Herren finden doch raus das Frank Arsch aus dem Ukratengebirge sich den neuen Mickie Krause Hit gezogen hat...das will mir nicht in den Kopp, das so riesige Anbieter wie UseNext, die wirklich gewaltig anbieten - kostenpflichtig, nicht einfach mal dran kommen... :stupid:
Aber die Leutchen die sich etwas runterladen wegen dem "Ich will's halt haben"...diejenigen wären eh nie in den Laden gegangen und hätten was gekauft...

mr.wong

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7

Freitag, 11. Juli 2008, 14:54

Zitat

Original von freiwild
Was im Moment halt schwer im Kommen ist, sind diese Highspeed Download Portale á la UseNext usw... Das da aber nicht einfach en Verbot und ne Verfolgung angestrebt wird leuchtet mir nicht so ein.


Zunächst: Usenext ist kein Downloadportal, sondern ein Usenet Provider. Das Usenet ist eigentlich eine Diskussions- und Newsplattform alternativ zum Internet und war eigentlich nicht zum hosten sogenannter "Binaries", also tatsächlicher downloadbarer Programme (Filme, Musik etc.) vorgesehen.
Das es mittlerweile so ist, nervt die Betreiber selber.

Es werden auch schon Provider verklagt: klick

Die ganze Usenet Geschichte ist aber allgemein noch lang nicht so bekannt wie das Internet und P2P Tauschbörsen.
Ein Zitat aus einem entsprechenden Thread im Usenet:
Recht haben und Recht kriegen ... Es wird ja auch gerne argumentiert, daß ein Dienst dann "böse" ist, wenn er überwiegend für Illegales benutzt wird. Ob das vor Gericht erfolgreich ist, kommt dann auf den Einzelfall und viele Begleitaspekte an. Vor Gericht technische Gegebenheiten, evtl. auch noch einer Laienjury oder einem technophoben Richter erklären zu müssen, ist immer ein Wagnis.
Dynamik in Hörspielen? Wie soll man denn dabei einschlafen...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mr.wong« (11. Juli 2008, 15:01)


8

Freitag, 11. Juli 2008, 19:28

Zitat

Original von Angel 74
Ich denke das klar ist, das illegale Downloads natürlich schaden und es echt ärgerlich ist das dadurch Fortsetzungen von Serien gefährdet werden.

So sieht es tatsächlich aus, eine weitere Serie von Dreamland scheint es unter umständen in absehbarer Zeit auch zu erwischen und die anderen Serien könnten auch noch bessere Verkaufszahlen haben. Aber bei der einen Serie fehlen einfach die Verkaufszahlen trotz guter Kritiken. Und warum "Burg Frankenstein 3 und 4" so lange auf sich warten liesen und jetzt auf einer CD erscheinen hat natürlich auch seine Gründe.

Zitat


Allerdings gebe ich Blitz recht, denn Leute die Hörspiel illegal downloaden sind nicht direkt potentielle Käufer, sie machen es einfach weil es angeboten wird egal ob sie es hören oder nicht; Hauptsache haben.

Sorry dann haben diese Herrschaften einfach kein Recht diese Hörspiele zu hören,
mal reinschnuppern über einen Freund oder so ist ja okay, aber was da abgeht, macht auch vor der Einstellungsgefahr für beliebte Serien nicht halt.

Zitat


Von daher ist es wirklich schwierig zu beurteilen in welchem Maß sich der Schaden tatsächlich bewegt.

Ich denke der Szene ging es um einiges besser wenn das Problem aus der Welt wäre oder zumindest ziemlich eingeengt. Wie hoch der Schade tatsächlich ist gute Frage, ich gehe in unserem Fall von 1/3 aus, kann aber natürlich nur schätzen und für uns sprechen. Bei ein paar Kollegen sieht es aber wohl ehnlich aus, wie ich aus Gesprächen weis.

Zitat

mr.wong
Zunächst: Usenext ist kein Downloadportal, sondern ein Usenet Provider. Das Usenet ist eigentlich eine Diskussions- und Newsplattform alternativ zum Internet und war eigentlich nicht zum hosten sogenannter "Binaries", also tatsächlicher downloadbarer Programme (Filme, Musik etc.) vorgesehen.
Das es mittlerweile so ist, nervt die Betreiber selber.

Na, dann sollen sie doch helfen diese Nutzer ohne Schuldbewußtsein zu verfolgen und zur Strecke zu bringen. Ich finde hier sollte man mit der Industrie und der Polzei zusammen arbeiten und diese Menschen mit ordendlichen Strafen verurteilen.

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9

Freitag, 11. Juli 2008, 20:20

Das mit Usenxet, Use Net habe ich nicht verstanden. Wo ist der Unterschied?
Beide werben eindeutig mit Downloads von Filmen, Musik usw...per Highspeed und Flatrate...wenn da was legal läuft, dann ist das ein gaaaanz dünnes Eis.
Man kläre mich dummen Jungen auf...

DeLorca

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10

Freitag, 11. Juli 2008, 20:51

Zitat

Original von freiwild
Das mit Usenxet, Use Net habe ich nicht verstanden. Wo ist der Unterschied?
Beide werben eindeutig mit Downloads von Filmen, Musik usw...per Highspeed und Flatrate...wenn da was legal läuft, dann ist das ein gaaaanz dünnes Eis.
Man kläre mich dummen Jungen auf...


Ganz einfach, das Usenet ist die Technik, das Netzwerk zum weltweitem austausch. Usenext ist ein Anbieter, der mit fragwürdigen Methoden und gegen Bezahlung dem Kunden Zugang zu diesem Netzwerk bietet.
Den Betreibern von Usenext liegt also daran, dass möglichst viele Kunden aufspringen.

Usenet zu verbieten, um da Filesharing zu unterbinden ist ähnlich sinnvoll wie das Internet wegen Rapidshare & Co abzuschalten.

mr.wong

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11

Freitag, 11. Juli 2008, 21:32

Zitat

Original von freiwild
Das mit Usenxet, Use Net habe ich nicht verstanden. Wo ist der Unterschied?
Beide werben eindeutig mit Downloads von Filmen, Musik usw...per Highspeed und Flatrate...wenn da was legal läuft, dann ist das ein gaaaanz dünnes Eis.
Man kläre mich dummen Jungen auf...


Das Usenet ist ein weltweites Netzwerk von Servern, die Diskussionsforen (Newsgroups) bereitstellen. Um darin zu lesen verwendet man einen Newsreader. Mittlerweile gibt es neben den Newsgroups mit Textdateien auch viele mit Binärdateien (also Filme, Musik, Spiele usw.), auf die man meist über kommerzielle Anbieter (z.B. Usenext) Zugriff bekommt.

Zitat

Original von DeLorca
Usenet zu verbieten, um da Filesharing zu unterbinden ist ähnlich sinnvoll wie das Internet wegen Rapidshare & Co abzuschalten.


So sieht es aus.

Zitat

Original von Thomas Birker (DLP)
Na, dann sollen sie doch helfen diese Nutzer ohne Schuldbewußtsein zu verfolgen und zur Strecke zu bringen.

Jawoll! Wie ja auch alle Betreiber von legalen Servern im Internet mithelfen sollten, Besucher von Servern mit illegalem Inhalt zu verfolgen. :lolz:
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Freitag, 11. Juli 2008, 22:45

Ich hasse dieses Thema und wisst ihr warum? Ich kann solchen Downloads und den dazu gehörigen Portalen nämlich etwas positives abgewinnen. Das kann ich sogar plausibel begründen. Habe aber das Gefühl, dass es kein Sinn machen würde es jetzt zu tun!;)

Weiter machen... :klugscheiss:

PedSchi

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13

Samstag, 12. Juli 2008, 01:35

Ich denke mal, es ist teilweise tatsächlich so, wie Mr. Wong schreibt: Wenn was für umme angeboten wird, dann ist das immer noch billiger als 50 Cent, und es gibt leider Leute, die sich Sachen einfach nur saugen, weil sie das nix kostet. Da könnte man CDs, Hörbücher oder was auch immer noch so preiswert machen, am Verhalten dieser Leute würde das nichts ändern. Argumente des Kalibers "die Multis haben doch Geld genug" sind da meiner Meinung nach nur Schutzbehauptungen.
ABER: Ich bin selbst mal zu Unrecht wegen angeblichem illegalem Download abgemahnt worden und finde, es ist ein Unding, dass es da anscheinend eine Firma in der Schweiz gibt, die mit ihrem Programm Tauschbörsen überwacht und dann Abmahnungen im sechsstelligen Bereich rausjagt. Normalerweise muss jedes für den offiziellen Gebrauch bestimmte Programm zig Prüfungen und Zertifizierungen überstehen, aber das Programm von diesen Wi...n reicht aus, damit unsere Internetanbieter hierzulande gleich die Verbindungsdaten rausrücken. Da muss Rechtssicherheit her. Das Programm muss in seiner Funktionsweise und Zuverlässigkeit behördlich geprüft werden. Eine Firma, die von der Industrie beauftragt wird, illegale Tauschbörsen zu überwachen, hat ein natürliches Interesse, auch illegale Downloader zu finden, sonst ist sie nämlich ihren Auftrag los. Ergo muss dieser Firma auch ganz genau auf die Finger geschaut werden, was sie macht und ob sie sich nicht selbst Erfolge verschafft.
Zweitens sind Abmahnungen eine sinnvolle Sache (finde ich ehrlich), aber allein in Deutschland sofort mit einer Strafzahlung verknüpft. In allen anderen europäischen Ländern ist die erste Abmahnung ein Auf-die-Finger-Klopfen und erst im Wiederholungsfall mit einer Strafe verknüpft. In diesem Punkt bin ich ganz entschieden für eine Harmonisierung des europäischen Rechts!
Drittens handeln Abmahner wohl häufig rechtsmissbräuchlich, indem sie die Abgemahnten zur Unterzeichnung von Unterlassungserklärungen bewegen und "im großen Stil abkassieren" wollen.
Viertens lügt die Industrie bzw. sagt zumindest nicht die Wahrheit. Wenn ich zum Beispiel auf Kauf-DVDs vorneweg dieses Filmchen sehe, in dem Mutti und Kinder für den raubkopierenden Papi vor dem Gefängnistor ein Geburtstagsständchen singen, dann bekomme ich regelmäßig einen Hals, weil ich erstens so einen Mist nicht auf einer von mir bezahlten DVD haben will und weil es zweitens so nicht stimmt. Wenn ich mir eine CD oder DVD kaufe, dann darf ich sie nach wie vor auch noch kopieren und einem Freund schenken. Eigens dafür ist ja beispielsweise eine Abgabe auf CD-Brennern drauf.
Bei allem Verständnis für die Labels bin ich der Meinung: Der Downloader im Internet mag kei Unrechtsbewusstsein haben oder haben wollen. Die Abmahner und die Industrie aber wissen ganz genau, was rechtens ist und was nicht und von denen muss ich entsprechend vor allen anderen verlangen dürfen, dass sie keine Halbwahrheiten oder gar Lügen verbreiten. Es muss erst mal ganz klar festgelegt werden "Jungs und Mädels, das dürft ihr und das dürft ihr nicht". Und wenn dann einer was macht, was er nicht darf, dann soll man ihm auf die Finger hauen und im Wiederholungsfall (schon allein wegen Dummheit) Geld abknöpfen. Aber es kann nicht angehen, dass Dinge als illegal dargestellt werden, die es de facto so und pauschal einfach nicht sind.
So, wie die Praxis aber momentan ist, ist die Sch... Abmahnerei aber nur eine Lizenz zum Gelddrucken, und ich würde mir echt wünschen, dass sich mal ein paar Zehntausend Abgemahnte konsequent querstellen und es auf eine Hausdurchsuchung ankommen lassen. Wenn nämlich die Bullen dann dauernd vergeblich ausrücken müssten und sie dann womöglich anderswo fehlen würden, wo sie wirklich gebraucht werden, dann hätte sich das Thema auch ganz schnell erledigt! *Hals*

14

Samstag, 12. Juli 2008, 02:43

Sorry PedSchi, wer nichts illegales macht wird auch nicht abgemahnt, wer auf solche Portale geht ist selbst schuld und für mich persönlich können die Strafen gar nicht hoch genug für solche Leute sein und die EU und ihre Partner sollen das alle so handhaben, denn nur harte Strafen lassen wohl leider die Menschen ohne Schuldbewußtsein über ihr tun nachdenken.

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hägar

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Samstag, 12. Juli 2008, 03:05

Ich denke, dass die Tauschbörsen, so schlimm sie auch sind, evtl auch einen kleinen, aber wirklich nur einen kleinen "Vorteil" mit sich bringen (Hörpsielbereich). Und das ist der Werbeeffekt. Denn hier werden mögliche Käufer angesprochen, die sonst wohl nie etwas von den Hörspielen gehört hätten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich ein Teil der Personen, die sich die Hörspiele illegal runterladen auf den Geschmack kommen und die Teile dann auch in echt haben und sammeln wollen.

So erging es mir jedenfalls früher. Ich bin eigentlich erst durch die Tauschbörsen zum Hörspielfan geworden. Als ich irgendwann Anfang 2000 von einem Kollegen erfahren hatte, dass man sich Musik ja kostenlos besorgen kann und er mir damals audiogalaxy empfohlen hatte, habe ich dort durch Zufall auch einige drei Fragezeichen Hörspiele entdeckt. Nachdem ich mir davon und auch von Larry Brent und dann später auch von John Sinclair einige Folgen "besorgt hatte" bin ich erst richtig auf den Geschmack gekommen und habe mal genauer recherchiert. So war ich damals doch sehr erstaunt, dass die Drei Fragezeichen und TKKG immer noch produziert werden.
Ich fing dann auch recht bald an, mir nach und nach alle Folgen als original zu kaufen. (nicht nur wegen der damals noch häufigen schlechten Qualität) sondern vor allem auch, weil ich sie in echt besitzen und anfassen wollte. Als Audiogalaxy dann abgestellt wurde, war meine illegale zeit auch schon wieder vorbei, das war dann etwa so 2001 oder so.
Doch bei mir sind dann immer mehr Hörspiele dazugekommen. Erst waren es noch alte Europa-Serien vom Flohmarkt (Rhodan, James Bond) und dann vermehrt neuere Hörspiele (Stricker, Poe, DL-Grusel,...)

Was damals allerdings auch anders war ist die Tatsache, dass damals noch nicht so ein unrechtsbewusstsein herschte. Heute ist das ja anders. zu recht.

Jedenfalls denke ich, dass auch heute noch ein Teil der Leute, der die Sachen runterlädt auch zum Fan wird und diese dann in echt bestellt und sich mit einer illegalen Kopie nicht mehr zufrieden ist.
Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass das wohl leider nicht der Hauptteil ist. Leider.

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16

Samstag, 12. Juli 2008, 11:18

So ähnlich sehe ich das nämlich auch. Zu einer Zeit als es noch 'legal' war MP3s zu saugen, habe ich mir Lieder von Bands besorgt von denen man immer mal wieder was gelesen hat, im Rolling Stone zum Bleistift. Das meißte gefiel mir überhaupt nicht, aber manchmal war eine Band oder ein Musiker dabei der mir sehr gefallen hat. Soilwork ist so eine Band. Daurauf hin habe ich mir nach und nach die CDs gekauft und vielleicht gehe mal zum Gig wenn die in Hamburg sind. Ein Kollege von mir ist jetzt sogar richtiger Hardcore Fan geworden, läuft auch immer mit einem Soilwork Shirt durch die Gegend, auch das kommt der Band zu Gute, oder?

Illegal brennen ist auch so ein Thema:
Nehmen wir mal das Beispiel 'Andi Meisfeld'. Jemand brennt eine Meisfeld-CD, diese gebrannte CD wird auf einem Kindergeburtstag gespielt und zwei Kids finden das so dufte, dass die bei ihren Eltern quängeln. Diese Eltern haben Kohle und kaufen den Kids die aktuellsten Andi Scheiben... Da kann ich der so verteufelten, unduften, illegale gebrannten CD doch nur Dankbar sein.

Oder zwei Andi Folgen werden gebrannt und das Kind findet die so toll, dass es unbedingt ein Andi T-Shirt haben will und macht somit Werbung in der Schule und im Freundeskreis... Scheiß auf die illegal gebrannten CDs.

Lieber einen illegalen Andi zu Hause haben als gar keinen, weil irgendwann wird es sich so weiter verbreiten, dass es jemanden erreicht der auch Geld dafür ausgeben wird, der allerdings nie eine Andi CD zu Gehör bekommen hätte wenn nicht irgendein ''''Verbrecher'''''' eine MP3 gesaugt oder eine CD gebrannt hätte.


Ich bin immernoch davon überzeugt, dass sich,

a. Qualität durchsetzt. Und wenn jemand wirklich Fan ist und eine Band, Sänger oder Hörspiel richtig gut findet es auch im Original kauft.

b. Jemand der Musik oder Hörspiele ''''illegal'''' hört nur halbherzig bei der Sache ist und/oder kein Geld hat und sich deswegen eh nicht das Original gekauft hätte, sprich darauf verzichtet hätte, geht ja nicht anders

c. Jede Verbreitungsmöglichkeit in der Bevölkerung grundsätzlich gut ist, früher oder später wird man sein Gewinn daraus schlagen, vorrausgesetzt die Qualität stimmt und da sind wir wieder bei Punkt a


Ihr braucht jetzt auch nix zu Zitieren und es auseinander zu friemeln, ich bin in diesem Falle von meiner Meinug felsenfest überzeugt! :nene:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Plotzka« (12. Juli 2008, 11:29)


philipp616

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17

Samstag, 12. Juli 2008, 12:02

ich sehe das ganze ähnlich wie plotzka.

ich glaube fast keiner hier kann sagen, dass er nicht mindestens eine illegale musikdatei oder ein nicht offiziell gekauftes programm besitzt. irgendwo hat jeder ne gebrannte cd... aber solange man ein normales unrechtsbewußtsein hat sollte einem auch klar sein, dass es den machern schadet wenn man das illegale runterladen übertreibt.

mein interesse für hörspiele wurde erst wieder entfacht, nachdem mir n kumpel die ersten 7 gabriel burns folgen ausgeliehen hatte und mir zusätzlich noch ne cd mit den ersten 10 sinclair folgen als mp3 gegeben hat. mittlerweile besitze ich ca 400 hörspiele (und über 700 dvds).

seit ich angefangen hab mit meinem studium kann ich mir von einigen serien nicht immer direkt die neuen folgen kaufen. runterladen werde ich die aber deswegen nicht.

gruß
philipp

18

Samstag, 12. Juli 2008, 12:18

Ich möchte hier mal anmerken, dass die Medienindustrie das ganze Problem erheblich selbst forciert hat.
Wer jetzt fragend kuckt, möchte sich doch mal an die Zeit vor dem Internethype und der Downloadportale zurück erinnern. Damals, also ganz früher, wurden Platten und Cds und MCs einfach auf Leerkasstetten überspielt.
Dann kam die beschreibbare CD, und es war endlich möglich CDs in digitaler Qualität auf einen gleichen Tonträger zu kopieren, wenn auch anfangs wegen hoher Brenner- und Rohlingspreise noch nicht sehr lohnenswert,
Ich kann mich noch erinnern, dass wir damals unsere CDs von der Mutter eines Freundes brennen liessen, weil diese als einzige einen modernen PC mit CD-Brenner hatte.
Und oftmals liefen die Dinger noch nicht mal gescheit, vor allem nicht im CD-Wechsler im Auto.

Doch diese Technik verbreitete sich immer rasanter und wurde somit auch deutlich günstiger, was den Kopiertrieb erheblich ankurbelte.
In diesem Moment wurde die Plattenindustrie aufmerksam und befand dieses "Problem" als äußerst geschäftsunförderlich. Sie versuchte dem Einhalt zu gebieten, indem sie zuerst den Videotheken untersagte, CD-s zu vermieten, und anschliessend gegen die Kopierenden selber anfing vorzugehen.

Auf den CDs und DVDs wurde ein Kopierschutz mit eigepresst, der es dem Käufer nicht mehr ermöglichten sollte, die Medien auf einem Computer zu verfielfältigen, was ja, wie schon angesprochen wurde, durchaus legal ist, wenn dies unentgeltlich für enge Freunde und Verwandte passiert. Sony und BMG, damals noch getrennnt, waren hier absolut führend.

Leider gab es dann erhebliche Abspielprobleme auf sämtlichen Computerlaufwerken, und da diese aus Kostengründen nicht nur in PCs, sondern auch in Autoradios und -wechslern, preiswerten CD- und DVDplayern und weiteren Produkten verbaut sind, zogen jetzt die Verbraucherschützer alle Register und mahnten die Plattenindustrie ab, weil dies eine erheblich Nutzungseinschränkung bedeutete und somit ein erheblicher Produktmangel war. Die Firmen wurden so gezwungen, die eingeschränkte Abspielbarkeit auf dem Cover deutlich zu machen, was wohl manchen potentiellen Käufer veranlasste, solche Produkte nicht mehr zu kaufen.
Also entwickelte man neue Kopierschutze und überdies neue Technologien und auch Richtlinien in Zusammenarbeit mit Software- und Hardwareentwicklern, um CDs und DVDs zwar in Computerlaufwerken abspielbar, aber für den User dennoch nicht kopierbar zu machen.

Da User, und auch Softwareentwickler, aber nicht dumm sind, gab´s dann Kopierprogramme, die den Kopierschutz einfach aushebelten, woraufhin dann wiederum die Plattenindustrie die damals rot-grüne Regierung unter Druck setzte und mit Wirtschaftseinbußen und Entlassungen argumentierte und somit erreichte, dass ein Gesetz erlassen wurde, dass CDs und DVDs mit Musik- oder Filmmaterial nicht unter Umgehung des Kopierschutzes kopiert werden dürfen.
Dass heisst, das Recht des Käufers, Kopien von der bezahlten Ware zu machen im Sinne des erlaubten, was auch nicht geändert wurde, wurde hier erheblich beschnitten, indem man dem Käufer verbot, eine Kopie des Mediums herzustellen, wenn hierbei der Kopierschutz aktiv umgangen wird.

In dem Zuge wurde dann Softwareentwicklern und -verteibern auch verboten, mit Software zu handeln, die in der Lage ist, den Kopierschutz aktiv zu umgehen.

Da die Massenverbeitung des Internets inzwischen jedoch deutlich vorangeschritten war, kamen ein paar findige Köpfe auf die Idee, ein Portal zu gründen, das es den Usern ermöglichte, eigene Dateien hochzuladen und im Gegenzug selbst welche runterzuladen und Napster war geboren.

Doch auch hiergegen wurde juristisch zu Felde gezogen und mit Erfolg, Napster wurde erst erheblich eingeschränkt und dann im Prinzip ganz verboten.
Doch die Idee war geboren und wurde von anderen Portalen illegal weiter betrieben.

Dies zeigt also, dass die Platten- und Filmindustrie nicht unherblich am Erfolg solcher Portale mitgewirkt hat, indem sie es dem normalen Nutzer noch nicht mal mehr erlaubte, Kopien im eigentlich erlaubten Rahmen zu machen.

Die Preispolitik spricht übrigens deutliche Bände, wenn man sich die Preisentwicklung bei Musik-CDs anschaut. Heutzutage kosten aktuelle Toptitel nicht selten an die 20€, was zwar damit begründet wird, dass der Absatz stetig sinkt, aber es wird wohl eher umgekehrt ein Schuh draus, der Absatz wäre deutliche höher, wenn die Preise nicht so überzogen wären.
Die Preise für DVDs sprechen ja deutlich dafür, dass es möglich ist, die Titel auch deutlich günstiger anzubieten, obwohl die Produktionskosten für eine DVD erheblich höher sind als für eine Musik-CD.

Ich persönlich würde öfter eine aktuelle CD kaufen, wenn diese nicht so unverschämt teuer wären, also warte ich ein bis zwei Jahre, dann kriegt man die Titel plötzlich hinterher geschmissen.

Im übrigen verurteile ich die Downloadportale schon aus einem Grund ganz erheblich, weil diese die Kinokultur durch das angebot aktueller und zum Teil noch nicht erschienener Filme ganz erheblich gestört haben.

Für alle, die gerne legal noch eine Kopie ihrer Musik-CD machen möchten, sei hier nahe gelegt, diese mit einem entsprechenden Programm, z.B. dem real-player, einfach in mp3-Dateien umzuwandeln und anschliessend davon eine Audio-CD zu erstellen, denn hierbei wird der Kopierschutz nicht aktiv, also mit eigens darauf abgestimmter Software, umgangen, sondern beim Umwandeln in mp3-Dateien einfach nicht berücksichtigt.

Im Übrigen Finger weg von den Downloadportalen, Ihr macht euch nur unglücklich.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »speedy« (12. Juli 2008, 12:19)


Manuel

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Samstag, 12. Juli 2008, 15:06

Zitat

Damals, also ganz früher, wurden Platten und Cds und MCs einfach auf Leerkasstetten überspielt.

Dieses Argument kann man nur bedingt so stehen lassen. Früher musste man zumindest noch jemand kennen, der das entsprechende Album besaß. Heute kann dank Tauschbörsen der "edle Spender" auch am anderen Ende der Welt sitzen.

Trotzdem hat die Unterhaltungsindustrie viele Fehler gemacht. Allen voran die Arroganz, der Kundschaft vorzuschreiben auf welchem Medium der Käufer das Produkt zu kaufen hat. Da wurde viel zu lange an der CD festgehalten.

Dann wurden Entscheidungen getroffen, die letztendlich nur die ehrliche Kundschaft bestraften. Kopiergeschützte CDs, die nicht selten auch abspielgeschützt waren oder DRM-verseuchte Dateien, die zu vielen MP3-Playern inkompitabel waren und es immer noch sind. Und was haben solche Maßnahmen bislang gebracht? Nichts! Ein Blick in die Tauschbörsen genügt um zu sehen, daß sich trotzdem noch immer alles runterladen lässt was nicht niet- und nagelfest ist - insofern einen das Unrechtsbewußtsein (falls vorhanden) nicht daran hindert.

Glücklicherweise gab es aber auch Schritte in die richtige Richtung (löblicherweise auch von vielen Hörspiel-Labels). Zum Beispiel MP3-Dateien, die mit digitalem Wasserzeichen versehen sind. Damit werden die ehrlichen belohnt und diejenigen, die Mißbrauch mit solchen Dateien betreiben, können einfacher ausfindig gemacht und bestraft werden. Das hätte die Industrie aber bestimmt schon vor 10 Jahren haben können - und sich auf die Chancen der Internet-Verbreitung konzentrieren können. Beispielsweise die Chance, auflagenunabhängig produzieren zu können. Speziell die Major-Labels sitzen auf einem riesigen Archiv an Alben, die man der Öffentlichkeit mal wieder zugänglich machen könnte. Oftmals lohnt es sich aber nicht mehr, eine komplette CD-Auflage davon pressen zu lassen. Als Download würde das Archiv aber wenigstens noch etwas Rendite abwerfen.

PedSchi

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Samstag, 12. Juli 2008, 16:05

Zitat

Original von Thomas Birker (DLP)
Sorry PedSchi, wer nichts illegales macht wird auch nicht abgemahnt, wer auf solche Portale geht ist selbst schuld und für mich persönlich können die Strafen gar nicht hoch genug für solche Leute sein und die EU und ihre Partner sollen das alle so handhaben, denn nur harte Strafen lassen wohl leider die Menschen ohne Schuldbewußtsein über ihr tun nachdenken.


Ich war auf keinem Portal und ich hatte zu keiner Zeit je auch nur eines der zum Saugen notwendigen Programme auf dem Rechner! Einer Kollegin von mir ist übrigens das selbe passiert, bei der hat sich allerdings vermutlich jemand ins W-LAN gehackt. So viel also zu dem Schwachmaten-Argument "Wer nichts Illegales macht, wird auch nicht abgemahnt". :gnash: