HUi BUH - Der verfluchte Geheimgang (Folge 1)

Captain Blitz urteilt:
Hui Buh ist wieder da und nach dem Kinofilm war es eigentlich auch nur eine Frage der Zeit, bis man wieder etwas von dem allseits beliebten Gespenst mit der rostigen Rasselkette hört. Doch hier handelt es sich nicht einfach um eine Fortführung der alten Serien oder einen lauen Aufguss, sondern um eine völlig neue Serie, die aber mit ein paar Anleihen vom Film aufwartet, also ziemlich modern wirkt. Keine Sorge, hier gibt es keine Handies oder derartiges, lediglich Tommy und Sophie sind neu, wobei man Tommy schon im Film sehen konnte und Sophie wird in hier zum ersten Mal ins Spiel gebracht. Mit den Kindern kann sich die neue Generation von Hörern wunderbar identifizieren, die Kids nerven nicht, sie kommen auch sympathisch rüber und sie bringen frischen Wind rein. Bei den anderen Charakteren hat sich wenig bis gar nichts geändert, sie bleiben sich selbst treu, sei es nun der Kastellan, Königin Kostanzia, König Julius der 111. oder Hui Buh persönlich. Einziges Manko, das an sich nicht mal eines ist, ist die lange Spielzeit von ca. 75 Minuten. Das ist aber kein Problem, da man die ganze Zeit über gut unterhalten wird, ich mache mir nur Gedanken, ob man die junge Hörerschaft, die man mit dieser neuen Reihe erreichen will, auch über eine Stunde bei Laune halten kann. Da kann man also ruhig in Zukunft noch etwas kürzen, eine Stunde sollte das Limit sein. Ansonsten ist hier wirklich alles drin und dran, was ein unterhaltsames Hörspiel für alle Altersklassen braucht, lustig, spannend, auch mal etwas düster, aber nicht zu düster, damit die Kids sich nicht gruseln, aber unterm Strich eine sehr ausgewogene Mischung.

Eine gigantische Besetzung, anders kann man das nicht ausdrücken. Es darf aber niemand denken, dass STIL hier versucht hat möglichst alle alten Sprecher und Sprecherinnen zu buchen, viele hätte man da eh nicht mehr ins Studio bekommen. Ein kompletter Neustart ist angesagt und das ist meiner Meinung nach auch der beste und sinnvollste Weg. Lediglich das Intro dürfte man noch kennen und da verbeugt man sich nochmal wunderbar vor Hans Paetsch, denn man hat das alte Intro übernommen, ein feiner Zug, der einen nostalgischen Hauch versprüht. Der neue Erzähler ist aber Andreas Fröhlich, der sich aber auch gerne mal ein wenig mit dem neuen Hui Buh Stefan Krause "kebbelt" und das erinnert ebenfalls an die alten Folgen, doch das war es dann auch schon mit den Parallelen. Die Besetzung ist jedenfalls sensationell, Stefan Krause ist ein würdiger Nachfolger Hans Clarins und er macht einen wirklich hervorragenden Job, ihm hört man den Spass an dieser Rolle deutlich an. Ein weiterer Kracher ist der Einsatz von Christoph Maria Herbst, der hier seine Filmrolle wieder aufnimmt und auch in der Hörspielserie als König Julius der 111. auftritt. Das macht er sehr gut, er wusste schon im Film zu gefallen und hier ist das nicht anders. Ulrike Stürzbecher kommt als Königin Konstanzia gut rüber, Maximilian Artajo und Marie-Luise Schramm sprechen schön die Kinder Tommy und Sophie und Jürgen Thormann spricht den Kastellan mit sehr viel Würde und sehr überzeugend. In Gastauftritten kann man Sascha Rotermund, Daniela Hoffmann, Heide Domanowski und Kaspar Eichel hören, die ebenfalls erstklassige Arbeit leisten.

Bei der Musik ist es nicht anders, hier haben Christian Hagitte und Simon Bertling wieder ihre Magie wirken lassen. Zusammen mit dem Berliner Filmorchester wurde hier ein exklusiver Soundtrack eingespielt, der es wahrlich in sich hat und einfach ein Genuss ist. Mal werden düstere Klänge angeschlagen, dann klingt alles wieder fröhlicher oder auch mal nach Fantasy, aber immer passend und stimmungsvoll. Die Atmosphäre ist somit auch ein Volltreffer, auch hier fährt STIL die volle Punktzahl ein. Bei den Geräuschen wird das gleiche Bild geboten, da passt vorne und hinten alles.

Die Aufmachung ist sehr schön, das sieht alles sehr edel aus. Zum einen ein schönes Cover, das den neuen Hui Buh zeigt, man hat sich wohl gegen das "Totenkopfdesign" entschieden, um das Schlossgespenst eventuell nicht zu gruselig wirken zu lassen, was nachvollziehbar ist, da man ja vornehmlich für die jüngere Hörerschaft produziert. Das Jewel Case kommt zusätzlich noch einem Pappschuber daher, der ordentlich was her macht.

Ein sensationeller Auftakt, der wirklich kaum Kritik zulässt. Wie gesagt, es darf ruhig eine etwas kürzere Spielzeit sein, das war es aber auch schon. Ansonsten kann ich die neuen Abenteuer Hui Buhs rundum empfehlen, STIL hat hier einen Kracher hingezaubert, der Jung und Alt gefallen dürfte und mein Hörspielherz im Sturm erobert hat. Ein Start nach Maß und von mir gibt es eine allerdeutlichste Empfehlung!


Detlef urteilt:
Eine neue Hui-Buh-Serie, kann das hinhauen? Es kann! STIL, die schon für Lübbe Audio fleißig Serien etabliert und produziert haben, dürfen erstmals auch eine EUROPA-Serie in Szene setzen. Die neue Reihe hat durchaus noch den Geist der alten Reihe. Der Respekt zum Original ist hörbar, auch wenn die Cover und teilweise die Besetzung sich an den Kinofilm orientiert, der für verhaltene Reaktionen bei echten Hui-Buh-Fans gesorgt hat. Die erste Folge entwickelt sich ruhig und manchmal könnte ein wenig mehr Tempo aufkommen. Die Überlänge diese Folge macht sich in den ersten Minuten bemerkbar, in denen fast nichts passiert. Erst in der Mitte wird die Folge richtig interessant und ist sowohl für kleine als auch große Ohren ein Spaß.

Der Unterschied zwischen dem Original und der neuen Reihe sind nicht nur die Kinder Tommy und Sophie, sondern auch Hui Buh, der viel freundlicher und lieber umher spukt. Während Hans Clarin manchmal fast schon bösartig klang, gefällt besonders die Art, wie Stefan Krause an die Sache herangeht. Der Dialogwitz der alten Serie ist auch hier vorhanden. Wer der neuen Serie eine Chance gibt, wird feststellen das sie zwar moderner umgesetzt wurde, aber durchaus im Geiste des Erfinders. Neben Stefan Krause hören wir Ulrike Stürzbecher und Christoph Maria Herbst, der – wie im Kinofilm – erneut als König Julius im Einsatz ist. Jürgen Thormann füllt die Rolle des Kastellans mit einer hörbaren Gelassenheit aus und daher hat man ihn ebenfalls schnell lieb gewonnen. Wie im Kinotonhörspiel ist Andreas Fröhlich der Erzähler. Dank seiner freundlichen, leicht ironischen Art, ist er ein deutlicher Gewinn. Die Kinder könnten etwas jünger klingen und insgesamt auch freundlicher. In einigen Szenen wirken sie ein bisschen zu patzig. Warum duzen sie den Kastellan?

Effekte und Musik wurden extra für diese Serie entwickelt, eine der schönsten Eigenschaften von „STIL“, die dies auch bei allen anderen Serien, die sie im Auftrag produzieren, so machen. Da die Musik für die Serie entwickelt wurde, passt sie zu den Szenen noch besser und dichter, als klassische Musikstücke aus dem EUROPA-Archiv. Die Effekte sind modern, aber nie aufdringlich. Die Inszenierung ist daher gelungen, da sie für jede Altersklasse geeignet ist. Eine vorbildliche Trackeinteilung ermöglicht - erstmals bei Europa - das Überspringen der Titelmelodie, was beim zweiten mal hören durchaus Vorteile hat. Wer möchte schon bei einer Session 20 x das Gleiche hören?

Das Design ist dunkel und „spukich“ gehalten. Gelungen ist vor allem, dass die Sprecher bereits vor dem Kauf erblickt werden können, weil sie auf der Rückseite aufgelistet wurden. Extrem unschön ist das Hans Paetsch seine Worte zum Titellied gemischt wurden, er aber nicht in der Besetzungsliste erwähnt wird.

Fazit: Langsamer, aber doch gelungener Auftakt zu einer hoffentlich langlebigen Serie, denn das Zeug dazu hat sie. Die Inszenierung ist modern und für alle Altersklassen geeignet. Sie ist weder zu albern, noch zu ernst.


DRY urteilt:
Das einzige behördlich zugelassene Gespenst auf Burgeck kehrt zurück. In neuem Gewand und mit angepasstem Konzept. Vergleiche mit der Ur-Serie rund um den genialen Hans Clarin werden da nicht ausbleiben und sicherlich auch in der folgenden Rezension Eingang finden, obgleich ich trotzdem versuchen möchte das ganze so weit als möglich als eigenstäniges Hörspiel zu bewerten.

Kaum verlassen König Julius der 111. und Königin Konstanzia für ein paar Stunden das Schloss, schon heckt Hui Buh zusammen mit Thommy, dem Sohn von Konstanzia, neue Abenteuer aus. Vom Kastellan erfahren die beiden vom versteckten Geheimgang in Burgeck, von dem selbst Hui Buh bislang nichts gewusst hat. Neugierig wie beide sind, geht die Suche sofort los. Doch als sie den Zugang öffnen wecken sie ein Jahrhunderte altes Geheimnis...

Mit dem bekannten Intro von Hans Paetsch (Manche Leute sagen, es gibt Gespenster...) geht es los. Eine Anlehnung an die alte Serie, die zunächst etwas befremdlich wirkt, da Paetsch als Erzähler logischerweise nicht mehr zur Verfügung steht. Hier hätte es sich wohl als sinnvoller erwiesen den Bruch komplett zu vollziehen. Denn der vorherrschende Stil dieses Abenteuers ist ein gänzlich anderer als in den Originalen. Wer sich fragt, wie und ob man es schaffen wird, sich von den Eigenheiten der alten Serie zu lösen der bekommt hier die Antwort: Bei einer Spieldauer von über 70 Minuten kommt Hui Buhs erstes Abenteuer nach dem Jahrtausendwechsel deutlich epischer daher. Die Charaktere sind unverkennbar die gleichen, gewisse Eigenheiten sind weiterhin vorhanden, doch der Humor anders als er bei Hans Clarin vorherrschend war. Insgesamt deutlich weniger albern, spannender und vor allem auch unheimlicher geht es zur Sache. Will man allerdings mit den Hörspielen in erster Linie tatsächlich die jüngeren Hörer ansprechen, so dürfte man gerade bei der Spielzeit noch etwas zurückrudern. Denn bisweilen passiert es schon mal, dass man einen schnelleren Fortgang herbeisehnt. Imho das aktuell größte Manko. Alles in allem fällt das erste Abenteuer aber trotzdem unterhaltsam aus.

Die vollzogenen Änderungen passen zum Produktionsstil von STIL, der sich vor allem durch atmosphärische Klänge auszeichnet. Ohne Fragen hatten die Melodien aus dem Original-Hui Buh ihren eigenen Charme. Wenn man aber Modernisierungen richtig positiv bemerkt, dann bei diesem Punkt. Eigens für die Serie komponierte Stücke werden in gewohnt souveräner Manier eingesetzt und sorgen so für eine äußerst dichte Kulisse. Das ist ohne wenn und aber bestens gelungen.

Die Frage, wer denn die "Nachfolge" von Hans Clarin antritt, wer also den neuen Hui Buh sprechen wird, erregte im Vorfeld doch die Gemüter der Fans. Bereits seit einiger Zeit ist das Geheimnis nun gelüftet. Es ist: Stefan Krause. Einige werden ihn vielleicht aus anderen STIL-Produktionen wie Perry Rhodan kennen, wo er mit Gucky, dem Mausbiber ebenfalls eine recht skurille Rolle spricht. Insgesamt halte ich Krause für keine schlechte Wahl, da er an das stimmliche Bild, welches man noch Hans Clarin im Kopf hat durchaus herankommt, aber natürlich nicht vollständig wiederzugeben vermag. Für hartgesottene Nostalgiker wird dieser Umstieg aber wohl nicht leicht, so denn man sich überhaupt darauf einlässt.
Erzähler ist Andreas Fröhlich, der bereits schon im O-Ton-Filmhörspiel diese Rolle übernommen hat. In ruhiger, neutraler Art schildert er immer wieder Geschehnisse. Also doch gänzlich anders als Hans Paetsch. Christoph Maria Herbst ist König Julius der 111. Eine wirklich vortreffliche Besetzung und Herbst meistert die Aufgabe wunderbar. Mit Jürgen Thormann ist für die Rolle des Kastellans eine weitere recht markante und passende Stimme gefunden.
Den Rest des Casts kann man ebenfalls nur als hochkarätig bezeichnen. Hier finden sich Namen wie Maximilian Artajo, Daniela Hoffmann, Sascha Rotermund und Kaspar Eichel wieder. Dies macht es doch erstaunlich leicht sich auf die neue Welt einzulassen.

Optisch hat sich ebenfalls einiges verändert. Vom Cover kann sich ja jeder selbst ein Bild machen und Urteil bilden. Besonderheit ist, dass die CD-Hüllen jeweils noch in einem extra Pappschuber stecken, was auf jeden Fall nett anzusehen ist, wenngleich auch bei der Bedienung etwas unhandlich.

Fazit: Ohne Frage wird dieser Serien-Neustart die Gemüter der Fans spalten. Lässt man sich aber auf Modernisierungen in der Machart ein (vor Handys, Computern, etc. muss man keine Angst haben, denn das verbirgt sich hinter diesem Begriff nicht), so kann man diesen Auftakt durchaus als gelungen bezeichnen. Allerdings darf es bei der Story insgesamt schon noch ein wenig schneller vorangehen. Die Spielzeit von 74 Minuten ist für diese Art Geschichten eigentlich zu viel. Letztlich habe ich mich aber doch ganz nett unterhalten gefühlt und gerade die tolle Umsetzung durch STIL führt letztlich zu einer besseren Endnote als es rein von der Story her der Fall gewesen wäre.


Dr. Hartholz urteilt:
Story: Hui Buh schwingt wieder die rostige Rasselkette! Nach einigen Jahren ohne Hui Buh hat sich Europa dazu entschlossen, Hui Buh in einem neuen Design zu veröffentlichen. Produziert werden die Hörspiele von STIL, die auch für Hörspielserien wie Edgar Allan Poe oder Perry Rhodan (beide Lübbe Audio) verantwortlich sind. Man darf natürlich nicht denken, dass man einfach die alte Serie fortführt, denn es gibt einige Änderungen zur „alten Hui Buh Serie“. Neben Hui Buh gibt es zwei neue Hauptfiguren, nämlich Tommy und Sophie. Diese Änderung empfinde ich als sehr positiv, denn die beiden kommen sehr sympathisch rüber. Die Geschichte selbst hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Sie ist spannend, witzig und auch ab und an unheimlich, trotzdem aber sehr kindgerecht produziert. Das einzige Problem, dass ich feststellen konnte, ist die Tatsache, das das Hörspiel mit knapp 75 Minuten eindeutig zu lang geraten ist. Jüngere Hörer werden sich sicherlich nicht über die volle Spielzeit auf das Hörspiel konzentrieren können. Wenn man dieses kleine Problem in den Griff bekommt, zählt Hui Buh sicherlich schon bald zu den besten Kinderhörspielen auf dem Markt.

Sprecher: Da die meisten Sprecher der alten Hui Buh Serie bereits verstorben sind, hat man eine völlig neue Besetzung vorliegen und die ist wirklich erstklassig. Die Rolle des Hui Buh übernimmt Stefan Krause und das macht er richtig gut. Seine Stimme ist zwar etwas anders als die von Hans Clarin, aber er bringt seine Rolle trotzdem sehr überzeugend rüber. König Julius der 111. wird von Christoph Maria Herbst gesprochen und auch diese Wahl war wirklich sehr gut. Erzähler des Hörspiels ist Andreas Fröhlich und über seine Leistung muss man eigentlich gar nichts mehr sagen, denn er ist einer der besten Hörspielsprecher überhaupt. Neben den genannten Sprechern hört man noch Ulrike Stürzenbecher, Maximilian Artajo, Marie-Luise Schramm, Jürgen Thormann, Sascha Rotermund, Heide Domanowski, Daniela Hoffmann und Kaspar Eichel. Auch bei ihnen fällt niemand negativ auf.

Musik und Effekte: Wie bereits angesprochen wird das Hörspiel zwar von Europa herausgegeben, produziert wird es jedoch von STIL. STIL ist ja dafür bekannt, dass sie immer eine tolle Atmosphäre erzeugen und dafür bietet sich Hui Buh natürlich perfekt an. Auch hier hat STIL wieder eine tolle Atmosphäre aufgebaut, denn die Effekte sind wirklich erstklassig. Die Musikstücke haben mir ebenfalls gefallen, jedoch stechen sie nicht ganz so stark heraus, wie es bei anderen STIL Produktionen der Fall ist.

Fazit: Ein toller Start für die neue Hui Buh Serie, die sicherlich jedem Hörspielfan gefallen dürfte. Die Serie hat zwar ein paar Änderungen zu den alten Hörspielen, aber diese Umstellung gefällt mir. Die Geschichte selbst ist spannender als die alten Storys, beinhaltet aber trotzdem noch einige witzige Dialoge, auf die man in der alten Serie so viel wert gelegt hat. Die Sprecher liefern alle sehr überzeugende Leistungen ab, obwohl man alle Rollen neu besetzt hat, da die meisten der alten Sprecher bereits verstorben sind. Produziert wird das Hörspiel von STIL und die sind ja für ihre Atmosphärenbomben bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass auch dieses Hörspiel technisch sehr stark gemacht hat. Der einzige Kritikpunkt, den ich feststellen konnte, ist die Tatsache, dass das Hörspiel mit 75 Minuten zu lang ausfällt. Fans der alten Serie sollten sicherlich mal ein Ohr riskieren und ich denke, dass sie nicht enttäuscht werden. Eltern, die ein schönes Hörspiel für ihr Kind suchen, sollten ebenfalls bedenkenlos zugreifen. Ich habe mich von dem Hörspiel sehr gut unterhalten gefühlt und vergebe in diesem Fall das Prädikat TOP!


pops urteilt:
Nachdem die vermoderte Eichentruhe einige Jahre geschlossen blieb, spukt nunmehr Hui Buh erneut durch die Lande. Natürlich stoßen neue Folgen erstmal auf Skepsis - gerade, wenn einschneidende Änderungen vorgenommen werden (müssen).
Das alte Schlossgespenst lebte ja schon sehr von den Dialogen, insbesondere denen zwischen Erzähler Hans Paetsch und Hans Clarin. Die Geschichten an sich waren ja eher zweitrangig.
Egal, wie man es macht, man wird es den alten Fans nicht recht machen - insofern ist eigentlich ein satter Schnitt zwischen Hui Buh alt und Hui Buh neu schon angezeigt. Und tatsächlich bleibt vom alten Poltergeist nicht viel.
Bestach dieser durch seine permanente Tollpatschigkeit und Talent zum Missgeschick, so tritt dies bei neuen Hui Buh schon etwas zurück. Er ist zwar immer noch nicht das strahlende Heldengespenst, aber ein gutes Teil seiner Trotteligkeit hat er schon eingebüßt.
Vielleicht wirkt dies auch nur so, da Stefan Krause dem Gespenst eine geradere Linie gibt, und sich das liebenswerte Gestotter und Gestammel etwas in Grenzen hält. Er ist einfach ein neuer, anderer Hui Buh, der zum Glück nicht zwanghaft versucht Hans Clarins Art zu imitieren, sondern dem Charakter eine neue, ganz eigene Note gibt.
Auch die Umgebung hat man etwas angepasst. Man setzt die Geschichte im Nachgang der Geschichte des Kinofilms an. Neben König Julius, dem 111. den auch hier Christoph Maria Herbst gibt, kommen zum Stammpersonal noch seine angetraute Konstanzia und deren Sohn Tommy dazu. Natürlich bleibt auch die Rolle des Kastellans, der mit Jürgen Thormann, eine neue aber sehr gelungene Farbe erhält. Mit Sophie kommt im Laufe der ersten Folge noch ein weiterer Charakter hinzu.
Tommy, (Sophie) und Hui Buh rücken in der Neuversion jetzt in den Mittelpunkt des Geschehens. Damit entfallen die Dialoge zwischen Erzähler (Andreas Fröhlich) und Hui Buh weitestgehend.
Die Sprecher sind erstklassig ausgewählt und liefern auch wirklich sehr gute Leistungen ab. Durch den kompletten Neustart erhalten die Figuren ohnehin alle eine etwas andere Persönlichkeit, die aber in die Geschichte passt und insgesamt sehr stimmig wirkt.
Der Schwerpunkt der Handlung rückt etwas ab und verlagert sich ein wenig vom Spaß- mehr in den Abenteuerbereich.
Bereits in der ersten Folge wird das schon deutlich. Die Handlung ist wesentlich komplexer, bietet mehr Erzählelemente und ist von der gesamten Präsentation düsterer, als die Ursprungsserie.
Für die gruselige Atmosphäre zeichnen sich Christian Hagitte und Simon Bertling von Stil verantwortlich. Sie haben ja bereits - insbesondere mit der Edgar-Allan-Poe-Serie aus dem Hause Lübbe Audio - gezeigt, wie viel Kulisse sie in ein Hörspiel packen können, um ein sehr passendes Hörambiente zu schaffen. Auch hier gelingt es den beiden perfekt, die Geschichte mit Geräuschen und Musik glaubhaft zu beleben.
Auch bei der Laufzeit legt man ordentlich zu - mit 74 Minuten ist diese Folge für ein Kinderhörspiel schon beachtlich lang geworden - Allerdings wird die Zeit hier auch anständig genutzt; Langeweile kommt hier keine auf.
Die Serie hat ein neues Gesicht - nicht nur auf dem Cover - auch inhaltlich wird nur das alte Fundament genutzt und eine weitestgehend neue Serie geschaffen. Sie ist insofern auch mit der ursprünglichen Serie nicht wirklich vergleichbar. Insofern werden sich eingefleischte Fans vielleicht damit etwas schwer tun. Aber die Macher der neuen Serie haben aus dem ollen Gespenst das Maximale herausgeholt. Die Produktion - für sich betrachtet - ist einfach erstklassig.



HUi BUH - Entführung in die Geisterwelt (Folge 2)

Captain Blitz urteilt:
Die zweite Folge ist im Kasten und auch die kann wieder voll und ganz überzeugen, wartet aber auch mit dem selben "Problem" auf, das die erste Folge zu bieten hatte. An der Spielzeit muss noch ordentlich gefeilt werden, die 67 Minuten sind für die jungen Hörer vielleicht etwas zu lang geraten, aber auf der anderen Seite wird auch ordentlich was geboten. Langweilig wird es hier nie, es passiert die ganze Zeit über etwas, von unnötigen Längen kann man also auch nicht unbedingt sprechen. Es geht halt nur um die Frage, ob man die junge Hörerschaft über eine Stunde lang begeistern kann. Mir hat die Geschichte jedenfalls gut gefallen, es geht hoch her, viele skurrile Charaktere werden aufgefahren, die Geisterwelt ist wirklich interessant und bietet Potential für zahlreiche weitere Folgen.

Die Besetzung ist auch hier wieder fantastisch! Die Stammbesetzung besteht aus Erzähler Andreas Fröhlich, Stefan Krause als Hui Buh, Christoph Maria Herbst als König Julius der 111. und Co., die einen sehr guten Job machen. Hier geht STIL also mal wieder hochkarätig zu Werke und die Produktion klingt nicht von ungefähr sehr teuer. Ganz zur Freude der Hörer, denn die werden hier stimmlich verwöhnt und ein bekannter Name jagt den anderen. Ulrike Stürzbecher, Jürgen Thormann, Tilo Schmitz, Christian Stark, Volker Brandt, Horst Lampe und viele weitere geben sich hier die Ehre und das ist schon ein wahres Fest, das hier geboten wird.

Die hohe Qualität der Produktion zeigt sich auch bei der Untermalung, die ist nämlich sensationell. Der Serie hat man eine komplett eigene und exklusive Soundkulisse spendiert, die von Christian Hagitte und Simon Bertling stammt. Sie haben zusammen mit dem Berliner Filmorchester einen wunderbaren Soundtrack auf die Beine gestellt und man bekommt immer wieder neue Stücke zu hören. Das überzeugt in dieser Folge besonders, denn ein Jahrmarkt spielt eine wichtige Rolle und der muss auch dementsprechend in Szene gesetzt werden. Neben den Musiken gibt es auch noch die richtigen Geräusche, soundtechnisch ist das hier absolut filmreif.

Die zweite Folge kann sich auch voll und ganz hören lassen, ein schöner Spass für Gross und Klein. Eine unterhaltsame Geschichte, tolle Sprecher, ein hervorragender Soundtrack, eine ansprechende Optik, mehr geht einfach nicht. Das ist der Hui Buh für eine neue Generation und bei mir hat er sich auch direkt ins Herz gespukt!


Detlef urteilt:
Die zweite Folge beginnt verheißungsvoll, flacht aber schnell ab. Das Geheimnis um Sophie wird relativ schnell gelüftet, zumindest für die Hörer, die Sophie in einer geheimnisvollen Geisterwelt erleben, während die übrigen Schloßbewohner sich sorgen um Sophie machen. Lustige Momente, wie die Suche nach dem Eigang zur Geisterwelt, werten die Folge auf, aber Tempo entwickelt sich nicht. Spannung wird durch Musik erzeugt, aber der Geschichte fehlt es an Würze. Sie ist einfach zu belanglos und wirkt teilweise wie ein Spaziergang im Park bzw. einem echten Bummel auf einem Jahrmarkt. Es gibt am Anfang einen kurzen spannenden Moment und kurz vor Ende, das ist zu wenig, um einen zufriedenen Hörer zurückzulassen!

Das Hui-Buh-Sprecherteam macht das Beste aus dem recht unspektakulären Script. Alle klingen natürlich und dadurch entsteht keine Langeweile. Aber Spukereien gibt es nicht. Die Situation in der Sophie gerät, klingt auch zu keinem Zeitpunkt irgendwie gefährlich. Die Idee, wie sie aus einer Notsituation am Ende der Geschichte befreit wird, ist okay, aber die Dialoge zur Lösung eher mager.

Musik und Effekte unterstützen liebevoll die Szenerie. Das Covermotiv zeigt den Geisterwelteingang, schade, der Geisterjahrmarkt wäre sicherlich interessanter anzusehen, auch wenn das gewählte Motiv liebevoll gezeichnet ist. Die Trackeinteilung, die einen schnellen Zugriff auf jede Szene ermöglicht, ist optimal.

Fazit: Nicht gut, aber auch nicht schlecht. Irgendwas fehlt, denn trotz guter Musik, liebevoller Effekte und sehr guten Sprechern will die Folge nicht sonderlich gefallen.


DRY urteilt:
Sophie übernachtet für einige Zeit auf Schloss Burgeck, doch das Bett in dem sie schläft, quietscht so fürchterlich, dass man nur schwerlich ein Auge zutun kann. Also beschließt man in die Stadt zu gehen und beim Schreiner ein neues zu besorgen. Unterwegs trifft das königliche Gespann samt Sophie dann allerdings auf einen Händler, der - wie es der Zufall so will - gerade ein schönes Bett zum Schnäpchenpreis anzubieten hat. Da lässt sich Julius gar nicht lange bitten und schlägt zu. Noch in der selben Nacht wird dieses eingeweiht, doch am nächsten Morgen erleben alle eine dicke Überraschung. Das Bett samt Sophie ist verschwunden. Handelte es sich, wie Hui Buh mutmaßt, womöglich um ein geisterhaftes Möbelstück?

Recht buntes Treiben herrscht in dieser Folge, da hat Langweile gar keine Chance sich auszubreiten. Im Gegensatz zu den alten Hui Buh-Hörspielen wird in der neuen Welt schon fast filmreicher Stoff geboten und derart unterschiedlich fällt dann auch die Wirkung aus. Man packt allerlei lustige Ideen hinein, weckt ab und an immer mal wieder sanften Grusel, der aber nicht zu heftig ausfällt, so dass es für die Zielgruppe wunderbar hörbar bleibt. Man merkt es sicherlich, mir gefällt der neue vorherrschende Stil in den Hörspielen recht gut. Imho ist die Abgrenzung zum Original mit Hans Clarin gut geglückt. Gab es in der letzten Folge seitens der Spielzeit noch bemängelnswertes, so fällt dieses Problem im zweiten Abenteuer ziemlich unter den Tisch.
Schöne, abwechslungsreiche und bunte Unterhaltung für die jüngere Hörerschaft und wer dem Projekt Hui Buh - neue Welt nicht von vornherein ablehnend gegenübersteht, der sollte mal ein Ohr riskieren.

Stefan Krause mimt den Schlossgeist natürlich auf andere Weise als es Hans Clarin getan hat. Vergleiche wird es zwar wohl immer geben, versucht man aber die Darbietung Krauses losgelöst davon zu betrachten, so macht er seine Sache sehr gut. Er wirkt kek, spaßig aufgelegt, jedoch nicht gänzlich albern. Den Fokus möchte ich an dieser Stelle auf den Nachwuchs lenken. Das sind Maximilian Artajo als Tommy, Sohn von Konstanzia sowie in dieser Episode vor allem Marie-Luise Schramm als Sophie. Beide sprechen wirklich richtig gut und man muss sich nicht die allergeringsten Sorgen machen, dass hier etwas nervig wäre. Gerade Sophies Ausflug in der Geisterwelt bereitet sehr viel Spaß.
Richtig begeistert bin ich immer noch von der Besetzung König Julius' mit dem bekannten Schauspieler und Komiker Christoph Maria Herbst. Stark weiterhin auch die Nebenrollen, in denen unter anderem Christian Stark, Horst Lampe und Tilo Schmitz zu hören sind.

Dem Sounddesign fehlt es an nichts. Das ist aber genau das, was man ohnehin von STIL erwartet. Die beständige Qualität ist auf jeden Fall sehr beeindruckend. Die exklusiven Klänge zusammen mit den zahlreichen Effekten verweben sich zu einem geisterhaften Teppich, der genüßlich in den Gehörgängen wiederhallt.

Fazit: Das zweite Abenteuer hat mir fast noch einen Tick besser gefallen als der Erstling. Feine Unterhaltung in vollendeter Inszenierung. Wer sich ein unvoreingenommenes Hören vorstellen kann, der sollte ein Ohr riskieren. Für die jüngere Hörerschaft ist diese Serie bislang uneingeschränkt zu empfehlen. Im Februar geht es bereits mit Folge drei weiter und darauf bin ich nach diesem Start nach Maß sehr gespannt.


Dr. Hartholz urteilt:
Story: Man hat sich entschlossen, gleich die ersten beiden Hörspiele der neuen Serie auf einmal zu veröffentlichen und nach dem Hören der ersten Geschichte habe ich mich natürlich sehr auf die Zweite gefreut, da mich die erste ja sehr positiv überrascht hat. Das ist bei dem zweiten Hörspiel nicht anders, denn auch diese Geschichte konnte mich sehr gut unterhalten. Die Story ist noch etwas interessanter als die Erste, da die Spielzeit etwa 10 Minuten kürzer ist und das Hörspiel sehr viel Inhalt hat. Langeweile kommt also nirgends auf und die Spielzeit vergeht wie im Flug. Die Geschichte ist wieder spannend gemacht und beinhaltet auch dieses Mal viele lustige Dialoge und Sprüche. Kinder und Erwachsene dürfte dieses Hörspiel oder besser gesagt diese Serie gleichermaßen gut unterhalten. Wer schon das erste Hörspiel mochte, sollte auch hier unbedingt zugreifen!

Sprecher: Die Entscheidung, dass Stefan Krause von nun an Hui Buh spricht war meiner Meinung nach eine richtig gute Entscheidung, denn er bringt seine Rolle wieder sehr gut rüber. Einige Fans der alten Serie dürften vielleicht Schwierigkeiten bei der Umstellung haben, da sie natürlich an Hans Clarin gewöhnt sind, aber Stefan Krause ist ein guter Ersatz und Fans der alten Serie sollten ihm unbedingt eine Chance geben. Ebenfalls richtig gut gefallen haben mir wieder Maximilan Artajo als Tommy und Marie Luise Schramm als Sophie. Sie bringen ihre Rollen sehr überzeugend rüber und wirken sympathisch. Christoph Maria Herbst als König Julis der 111. hat in diesem Hörspiel etwas mehr Text als in der ersten Folge und auch er überzeugt. In den weiteren Rollen hört man noch bekannte Sprecher wie Jürgen Thormann, Tilo Schmitz, Christian Stark, Horst Lampe und Volker Brandt.

Musik und Effekte: Technisch ist das Hörspiel wieder auf einem sehr hohen Niveau, die Effekte wirken sehr echt und STIL hat es wieder einmal geschafft, eine sehr schöne und gruselige Atmosphäre zu produzieren. Die Musikstücke, die extra für die Serie komponiert wurden, wissen zu gefallen, sind aber meiner Meinung nach „nur“ gut, aber nicht herausragend.

Fazit: Zwei Hörspiele, zwei Knaller, so kann es gerne weitergehen! Nachdem mich schon die erste Geschichte Hui Buh’ s überzeugen konnte, gefiel mir dieses Hörspiel noch einen Tick besser, da die Spielzeit hier kürzer ist, auch wenn man sicherlich noch mehr hätte wegschneiden können. Die Story selbst ist wieder sehr unterhaltsam und spannend und dürfte sowohl Kinder als auch Erwachsene gut unterhalten. Die Sprecher liefern wieder alle sehr gute Leistungen ab und auch die technische Seite präsentiert sich nahezu perfekt. Wer schon das erste Hörspiel mochte, sollte sich auch dieses Hörspiel unbedingt zulegen, denn auch diese Geschichte hat ganz klar das Prädikat TOP verdient!