Faust jr. ermittelt

Die Wissensreihe für Kinder ab 10 Jahren bei IGEL-GENIUS, „Fakten, Wissen, Erleben – Faust jr. ermittelt“, erzählt die spannenden und unglaublichen Fälle des Privatdetektivs Frank Faust. Faust ist Forscher, Detektiv und Langzeitstudent und geht den größten Rätseln aus Naturwissenschaft, Technik und Geschichte nach.

Die Hörspiele von Sven Preger und Ralph Erdenberger sind spannend wie ein Detektivroman und aufwendig mit zahlreichen Originaltönen und Wissenschaftlern, die sich selbst sprechen, produziert

Ingo Naujoks spielt Frank Faust mit genau der richtigen Portion Schusseligkeit, Selbstironie und Genialität. Das ist unterhaltsame Wissensvermittlung voller Humor!























Interview mit den Autoren Sven Preger und Ralph Erdenberger



1. Welche Idee war zuerst da: Sachhörbücher für Kinder zu machen oder eine spannende Krimireihe mit Spürnase Frank Faust?

S.P.: Du oder ich?
R.E..: Fang Du an.
S.P.: Also ehrlich gesagt war Frank zuerst da. Wir kannten den
versponnenen Typen noch vom Studium. Er war dort Langzeitstudent im Trenchcoat. Er bewegte sich über den Campus, als ob er sich in einer Krimi-Serie befinden würde: alles beobachtend, immer wissbegierig, aber nie besonders strukturiert.
R.E.: In der Mensa hat er sogar die Fritten verhört. Besonders peinlich war ihm, von seiner Mutter von der Uni abgeholt zu werden. Als sie ihm dann die Studiengebühren nicht mehr bezahlen wollte, hat er eine Privatdetektei eröffnet. Ab und zu besuchen wir ihn dort.



2. Heißt das, Frank Faust und seine Wissens-Detektei gibt es wirklich?

R.E.: Natürlich.
S.P.: Sie liegt aber versteckt in einem kleinen Bochumer Hinterhof. Wo genau dürfen wir leider nicht verraten.
R.E.: Jedenfalls, solange da nicht aufgeräumt ist. Wir haben es Frank versprochen. Oder wollen Sie unangemeldeten Besuch, wenn Sie eigentlich renovieren müssen?



3. Aber in der Serie gibt es doch den bekannten Schauspieler Ingo Naujoks, der Frank Faust spielt. Warum spricht Frank Faust sich nicht selbst?

S.P.: Dafür haben wir uns auch aus Gründen der Diskretion entschieden. Stellen sie sich mal vor, seine echte Stimme wird bekannt. Er könnte doch kaum noch undercover ermitteln. Deshalb schneiden wir seine Stimme aus den Interviews mit den Experten raus und lassen Ingo Naujoks in die Lücken sprechen.
R.E.: Allerdings haben wir festgestellt, dass Ingo, Frank und wir viel gemeinsam haben. Sie kommen zum Beispiel beide aus Bochum und träumen sich gern in andere Welten. Manchmal können wir sie selbst kaum auseinanderhalten. Ich zum Beispiel merke das erst wenn ich auf meinem Schloss in Schottland aufwache!
S.P.: Träum weiter!



4. Wie sieht Ihre Zusammenarbeit als Autorenduo aus? Haben Sie eine bestimmte Arbeitsteilung?

R.E.: Ja, ganz klar: Der eine verdient das Geld…
S.P.: …und der andere gibt es aus. (beide lachen)
S.P.: Nee, im Ernst: Wir teilen uns die Fälle.
R.E.: Manchmal brüderlich, manchmal gerecht. Meistens erzählt uns Frank von seinen Abenteuern. Beim ersten Fall „Die letzten Dinosauriern“ hat sich Frank bei uns gemeldet…
S.P.: …das war kurz, nachdem er das Chaos im Senckenberg-Museum in Frankfurt hinterlassen hatte. Er war ziemlich aufgelöst und brauchte dringend Geld. Als Frank mir die ganze Geschichte erzählt hat, habe ich beschlossen, sie aufzuschreiben. Zum Glück hat Igel Genius sie uns abgekauft!
R.E.: Ich habe natürlich noch mal drüber geguckt und geraten, die Dinge zu streichen, die völlig unglaubwürdig erschienen. Sie glauben gar nicht, was da alles rausfällt.
S.P.: Manchmal erfahren wir auch nur Häppchenweise, was Frank erlebt. Er meldet sich, wenn er mitten in irgendwelchen Schwierigkeiten steckt. Unter uns: wir haben ihm schon einige Male aus der Patsche geholfen!
R.E.: Wenn es allerdings zu blöd für ihn läuft, dann verschweigen wir das aber im Hörspiel. Damit er nicht unheldenhaft da steht.
S.P.: Der arme Chaot! Aber an der einen oder anderen Stelle muss er sich dann schon mal mit einem Spruch gefallen lassen – dafür haben wir ja zum Glück Bodo Primus als Erzähler!
R.E.: Dafür lieben wir die beiden! Übrigens: wenn wir dann im Studio waren, spielen wir Frank die fertige CD noch mal vor. Meistens lacht er dann am Ende, schüttelt den Kopf und sagt: „Mein lieber Scholli, wenn ich nicht genau wüsste, dass das mein Leben ist, würde ich sagen: Ihr habt zu viel Phantasie!“



5. Die Experten sprechen ihren Part jeweils selbst. Wie sah da die Zusammenarbeit aus?

S.P.: Problemlos. Frank hat ja als Detektiv immer ein Aufnahmegerät mit. Er trifft die Experten, stellt die Fragen und wir verwenden am Ende das Material. Das macht er richtig gut!
R.E.: Und die Experten auch! Wenn wir die mit Schauspielern besetzen würden, wäre es nicht halb so schön. Und nicht so authentisch!



6. Wie sind Sie dazu gekommen, Hörspiele zu machen?

R.E.: Wir haben sie beide schon als Kind gern gehört. Ich konnte sie mitsprechen: Winnetou, Ivanhoe, Hui Buh…
S.P.: …Alf, TKKG oder die Drei ??? Ich glaube, was wir beide immer schon gemocht haben, ist: Geschichten zu hören und zu erzählen. Beide sind wir seit Jahren als Journalisten und Autoren für das WDR ZeitZeichen tätig. Geschichten erzählen, jeden Tag, 15 Minuten! Daher auch das Bedürfnis danach, dass die Fakten stimmen. Und: Uns verbindet die Liebe zum Radio.
R.E.: Ja, das Medium hat was Magisches. Es kann über weite Entfernungen, die Vorstellung von Menschen vermitteln. Es lässt ganze Welten im Kopf entstehen.
S.P.: Das kommt Faust und uns sehr entgegen.
R.E.: Meiner Liebe zum Theater auch. Hörspiel schafft ja schon eine innere Bühne, die in Sekundenbruchteilen total umgebaut werden kann: mit Musik, Geräuschen und Stimmen. Ein idealer Raum, die unglaublichen Erlebnisse von Frank Faust zu schildern und zu entdecken: Was er erfährt, ist wahr. So gehen Journalismus und Hörspiel zusammen.



7. Was ist das Besondere, wenn man für Kinder arbeitet? Ist das eine spezielle Herausforderung?

S.P.: Ja und nein.
R.E.: Ja, was denn jetzt?
S.P.: Ich glaube: ist ein Stück für Kinder gut, kann es für Erwachsene gar nicht schlecht sein. So ein bisschen wie bei Michael Ende. Man kann als Kind oder Jugendlicher etwas lesen und ist total begeistert. Und wenn man es als Erwachsener noch einmal liest, dann bekommt es auf einmal neue Bedeutungen und Ebenen. Nicht, dass ich uns jetzt mit Michael Ende vergleichen will…
R.E.: …da würden wir wohl doch ganz knapp den Kürzeren ziehen…
S.P.: Aber diese Idee fand ich immer toll! Und das habe ich beim Schreiben schon im Kopf.
R.E.: Aber fragen Sie mal Frank Faust. Der hat sich erst schwer getan! Er hatte die seltsame Erwachsenen-Angst, nicht ernst genommen zu werden, wenn er für Kinder arbeitet. Aber dann hat er entdeckt, wie spannend das sein kann. Kinder sind ja von Natur aus neugierig. Sie fragen Löcher in den Bauch – wie Detektive. Frank profitiert davon, vielleicht ohne es zugeben zu wollen. Und hinterher sind beide schlauer: der große und der kleine Detektiv.







8. Auf welche weiteren Fälle von Faust jr. dürfen wir uns freuen?

R.E.: Im Herbst erscheint „Die Rückkehr des Rattenfängers“. Nach dem Weltraumabenteuer geht es also in die irdische Provinz des Weserberglandes – nach Hameln. Mit der Frage: Was ist dran an der berühmten Sage vom Pfeifer? Nebenbei lernen wir Margarete Faust kennen, Franks Mutter. Als wir sie getroffen haben, hatten wir sofort den Eindruck: Die erinnert uns an Marie-Luise Marjan. Deshalb haben wir sie auch so besetzt.
S.P.: Fausts Vater ist übrigens auch Frank nicht bekannt. Aber das finden wir auch noch heraus. Wir haben da schon eine Vorahnung...

(Das Interview führte Judith Kaiser mit den Autoren Ralph Erdenberger und Sven Preger)