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Onkel Dotto

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21

Sonntag, 26. Dezember 2010, 10:17

Liebe(r) Llarian,

ein sehr inspirierendes Posting, Danke! :)


Einige deiner Erkenntnisse teile ich. Sehr interessant finde ich die Vermutung, dass auch Tom und Sarah aus der Zukunft kommen - ebenso die weiße-Haare-Theorie :)


Es nutzt alles nichts : ein vierter Durchgang wird notwendig sein - wüsste kein anderes Hörbuch, welches mich dazu schon mal gebracht hätte ;)

Captain Blitz

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22

Sonntag, 26. Dezember 2010, 10:33

Nochmal der Aufruf, sammelt eure Fragen doch bitte kompakt und untereinander weg für ein Interview mit Ivar.
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Llarian

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23

Sonntag, 26. Dezember 2010, 11:58

Noch ein Gedanke, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es ein Plothole ist...

Man konnte das Projekt Porterville durch erneute Zeitreisen neu starten... demnach gibt es in dem ZeitreiseVerständnis dieser Serie keine parallelen Zeitlinien, denn es existiert immer nur ein Porterville und nicht mehrere aus verschiedenen Anläufen (Hey, ein Singleton :D ) Trotzdem gibt es das Flugzeug, Reggie und die erste Erstausgabe der Porterville Times. Wenn ich mit Porterville A anfange, irgendwann beschließe, ich tret es in die Tonne und versuche es neu und es entsteht Portervielle B... müßte dann nicht auch alles, was aus Portervielle A stammt, aufhören zu existieren? Warum gibt es Portervielle A nicht mehr, aber noch die Erstausgabe aus Porterville A? Oder existiert A eben doch noch irgendwo parallel?

schelo

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24

Montag, 27. Dezember 2010, 13:42

Auch von meiner Seite ein großes Dankeschön an Onkel Dotto und Llarian für ihre interessanten Beiträge, zu denen ich aber noch ein paar Anmerkungen hätte:

Zitat von »Llarian«

Ich denke, Sarah und Tom waren ebenfalls Watsons und sind nicht aus "unserer" Zeit gewesen. Ihre Erinnerungen an New York waren einprogrammiert wie Tobis neue Persönlichkeit.

Daran glaube ich nicht. Hintergrund ist der Besuch von Douglas Benchley in Porterville, der ja nach den beiden sucht – und der mit dem Auto anreist! Wenn er die beiden aus der Zukunft kennen würde, käme er ja mit dem Transportmittel der Zeitreisenden an.

Zitat von »Onkel Dotto«

Melinda ist m.E. eine "normale" Angestellte, die glaubt, dass Porterville eben einfach ein Urlaubsziel für Menschen aus ihrer Zeit ist. Dass die dekadente Obrigkeit (Bürgermeister & Co) u.a. Morde begehen, weiß sie nicht. Vorerst.


Dann müsste sie aber schon arg auf den Kopf gefallen sein. Denn schließlich ist sie ja an dem Verschwinden von Douglas Benchleys Sohn Jerry beteiligt. Kinder zu entführen ist zwar noch ein gutes Stück von Mord entfernt, aber noch viel weiter vom einem rechtschaffenen Bürger mit weißer Weste.

Also gut ich habe mal ein paar Fragen zusammengestellt, die ich auch noch in den entsprechenden Thread von Llarian kopieren werde. Als Basis zur weiteren Diskussion poste ich sie aber auch hier.

Die nachfolgenden Fragen habe ich versucht einigermaßen „chronologisch“ (oder eher „logisch“ im Sinne der Handlung) zu ordnen. Mir ist bewusst, dass einige der Fragen zum Teil bereits im Hörspiel beantwortet wurden (oder wir dies zumindest glauben). Ich hätte aber gerne noch die Bestätigung:

1) Welchen Sinn hatte das Projekt „Portville“ ursprünglich? Welchen Sinn hat es aktuell?

2) Was sind „Watsons“ bzw. wie unterscheiden sie sich von den Nicht-Watsons?

3) Wie ist die Gesellschaft der Zeitreisenden aufgebaut (z.B. was gilt als kriminell?)?

4) Inwieweit spielt das hohe erreichbare Alter der Zeitreisenden dabei eine Rolle?

5) Aufbauend auf Frage 3: Welchen Stellenwert hat die Kontinuität des Zeitstromes bei den Zeitreisenden? Diese Frage zielt darauf ab, dass den Zeitreisenden zwar bewusst ist, dass das herumspielen mit dem Zeitstrom katastrophale Folgen haben kann, aber anscheinend eine „Nach mir die Sinflut“-Mentalität vorherscht (primär aus kapitalistischen Gründen).

Soweit zu den generellen Fragen. Jetzt zu den etwas spezifischeren Fragen:

6) Wer von den Leuten, die die Geschichte erzählen, stammt eigentlich aus der Zukunft? Primär geht es mir hier um die Charaktere Tom & Sarah (klar), Melinda McFaden, Reggie und natürlich Martin Prey.

7) Woraus erklären sich die extremen Gewaltausbrüche? Hier als Beispiel das Verhalten der Bodyguards, die den Jungen im Aufzug zu Tode treten.

8 ) Wieso wird er – der Junge - (und andere Personen) als Frischlinge bezeichnet?

Jetzt bin ich mal so dreist und greife hier knocknocks Fragen auf, die sich auf die Aufnahmen am Ende beziehen:

9) Was hat es mit dem roten Flugzeug auf sich?

10) Was hat es mit dem merkwürdigen Bauwagen auf sich?

11) Was hat es mit dem Keller unterhalb Teds Tankstelle auf sich?

12) Wozu genau dient die Frage "Kennen Sie den Darkside Park"?

Das wäre es primär von meiner Seite. Wie aber schon geschrieben, werden die Antworten sicherlich noch mal eine Runde weiterer Fragen aufwerfen. But first things first … :D

Onkel Dotto

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25

Montag, 27. Dezember 2010, 14:56

Zitat von »Onkel Dotto«

Melinda ist m.E. eine "normale" Angestellte, die glaubt, dass Porterville eben einfach ein Urlaubsziel für Menschen aus ihrer Zeit ist. Dass die dekadente Obrigkeit (Bürgermeister & Co) u.a. Morde begehen, weiß sie nicht. Vorerst.


Dann müsste sie aber schon arg auf den Kopf gefallen sein. Denn schließlich ist sie ja an dem Verschwinden von Douglas Benchleys Sohn Jerry beteiligt. Kinder zu entführen ist zwar noch ein gutes Stück von Mord entfernt, aber noch viel weiter vom einem rechtschaffenen Bürger mit weißer Weste.

Wieso auf den Kopf gefallen? Nach meiner Theorie gibt es die "normalen" Zeitreisenden, die sich in Porterville auch an Gesetze aus ihrer Zeit halten - und eben die fiesen Dekadenten, die dort ohne das Wissen ihrer Vorgesetzten und ebenfalls vieler Mitarbeiiter wie Melinda ihren Ausschweifungen fröhnen.

Jerry wurde ja nicht umgepolt, gefolter, umgebracht etc. - wahrscheinlich war diese Maßnahme in Melinda's Augen eine ganz normale Verfahrensweiße zum Schutz Portervilles, bei dem zwar jemand erschreckt, aber nicht...sagen wir mal: ernsthaft gefärdet wird.

Deswegen muss sie aber doch nicht dumm sein, wenn sie die Machenschaften der Oberen zunächst nicht kennt - und im Laufe der Geschichte wird sie ja schlauer. In der Konsequenz entscheidet sie sich, ihre neuesten Erkenntnisse mit Drogen erträglich zu machen. So hab' ich's jedenfalls verstanden ;)

Llarian

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26

Montag, 27. Dezember 2010, 20:56

Ich denke nicht, daß Melinda auf den Kopf gefallen sein muß ;-)

Sie hat kein Problem damit, einen H6 in die Garderobe zu sperren oder ein starkes Halluzinogen an unbequeme Hotelgäste zu geben. Auch, was die Obdachlosen sind und wie sie so geworden ist, gehört eben zu den Gegebenheiten des Alltags. Sie hat eine kühle Distanz zu allem und erledigt ihren Job aus der Perspektive, die ihr Menschenbild ihr gibt. Das schließt nach ihrem Verständnis eine gewisse Unangreifbarkeit mit ein, solange sie die Normen erfüllt und sie ihren Job macht. Das ganze Luftschloß hält, bis es ihre Schwester trifft und der Wahnsinn ihre Familie erreicht hat.

Die Gewaltausbrüche... es ist ja nun Weihnachten gewesen, ich war bei meinen Eltern... und es lief ein Romy Schneider-Film. "Die Spaziergängerin von Sans-Souci". Naka, man will ja seiner Mutter einen Gefallen tun und guckt mal mit. Und wenn ich ehrlich bin, sehe ich da ziemlich viel grundlose Gewalt gegen einen Jugendlichen, weil er Jude ist. Zusammenschlagen bis zum Tod, wenn nicht zufällig eine Retterin gekommen wäre. Erschiessen eines Mannes, nachdem er zusammengeschlagen wurde. Oder "Das Urteil von Nürnberg", wo Judge Haywood fragt, ob denn niemand etwas mitbekommen hat, wird eifrig verneint. Melinda wußte auch, was Alpha in seiner freien Zeit tut und war zwar angewidert, hat es aber gebilligt. Diese Gewalt gibt es auch an Münchner UBahnhöfen, wenn ein Rentner erschlagen wird, der ein paar Jugendliche beschützen will. In Rom hat man sie in die Arena geschickt. Die Anachrons gönnen sich eben einen Watson zum Geburtstag oder eine Taube vor dem Kaffeekränzchen. Die Ausübung von Gewalt wird gesellschaftsfähig und legal... in Porterville.
Douglas Benchley ist für mich noch kein Beweis, denn auch seine Ankunft mit dem Auto könnte eine künstliche Erinnerung sein...vielleicht hatte er früher Kontakt mit Sarah und Tom und man hat diese Erinnerung als Basis für die neue Erinnerung beibehalten. Was sind denn die "üblichen" Hintergründe, nach Porterville zu kommen? Stipendium, Job, arbeitssuchend... "weswegen sind denn sie nach Porterville gezogen?" - "wegen eines Stipendiums" - "ich auch" - "ich auch" - "ich auch"... da ist doch so eine Geschichte eine willkommene Abwechslung ;-)

Schelo, zu Deiner Frage 5 zur Kontinuität des Zeitstroms... wenn alle aus Porterville aus der zukunft kommen, entweder als Eingeweihte oder als Watsons, dann ist der Tod von keinem von ihnen ein Eingriff in die Vergangenheit. Allerdings passen dann die Leute nicht hinein, die aus dem urspünglichen Ort stammen, der Porterville wurde.Martin wurde überall als "von dieser Seite des Tunnels" vorgestellt. Allerdings hat er sämtliche Brücken hinter sich abgebrochen und würde mit in die Zukunft reisen, eben, weil es keine Änderungen bedeuten würde, wenn er in seiner Zeit fehlt.

Interessant finde ich Frage 4 als Folge von Frage 3... Wir haben derzeit 7 Milliarden Menschen auf der Erde... und jede schlechte (oder gute) SF-Serie (und diverse Filme) hat/haben irgendwann das Thema Überbevölkerung. Und wenn die ein biblisches Alter erreichen und munter weiter Nachwuchs produzieren, wird das Problem nicht weniger. Soylent Green, Logan's Run...Porterville. Wenn man die Grenzen zur Kriminalität deutlich verschiebt, kann man mit der Art von Exekutive schnell Ernährungs- und Platzprobleme der Überbevölkerung in den Griff bekommen und gleichzeitig für die anderen "Ablenkung" schaffen.

Welche Position hat der Bürgermeister in der zukunft bzw. welchen Rang? Wenn ihn eine Madame Secretary ehrfurchtsvoll ebenfalls mit "Eure Excellenz" anspricht, muß er ja irgendwie mehr sein als ~Projektleiter.

stjärnfall

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Samstag, 19. Februar 2011, 18:48

Ich bin gestern fertig geworden und sehr beruhigt, dieses Thema hier gefunden zu haben. Schön, dass ihr über die gleichen Sachen grübelt wie ich. Und ich dachte schon ich hätte etwas überhört. Aber dann warte ich mal auf das angekündigte Interview mit Ivar. Und dann höre ich sicher alles noch mal.

lsinger

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28

Dienstag, 29. März 2011, 14:57

Nach dem Hören der letzten Folge und dem Lesen dieses Threads habe ich noch zwei Fragen:

- Was ist eine Extraktion? Scheinbar wird ja der Charakter einer Person durch diesen Prozess mit den Ledersäcken entfernt, die Sinne werden geschärft. Dann werden sie als Obdachlose eingesetzt, die Augen und Ohren der Obrigkeit sind. Tom und Sarah sind ja nun aber auch zu Obdachlosen geworden -- und trotzdem sitzen sie am Ende Hand in Hand am Strand? Das passt doch nicht? Lügt der Bürgermeister immer noch, um Martin gefügig zu machen? Wird der Geist extrahiert und in einem neuen Körper in die Zukunft entlassen?

- Wer ist der Anführer der Obdachlosen -- ist das Alpha? Oder noch jemand anderes? Ist es der Zeitreisende aus der Indianer-Folge? Sind das alles dieselbe Person, oder drei verschiedene?

Ivar Leon Menger

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29

Mittwoch, 13. April 2011, 22:39

Hallo liebe Darkside Park-Freunde! :-)

Wow, das ist wirklich sehr, sehr spannend eure interessanten Theorien zu lesen. Am liebsten würde ich euch da unsere ganzen Hintergrundinfos/Antworten vorenthalten, um den Zauber nicht zu zerstören. :-))) Das macht echt Spaß, eure Ideen zu lesen! Ich wollte mich nur kurz bei euch melden und mitteilen, dass wir (Raimon, Hendrik, John und ich) euren Fragenkatalog schon zu 95% beantwortet haben und die Antworten schätzungsweise nächste Woche hier online stellen werden. In diesem Sinne viele Grüße aus Porterville,

Ivar :-)

Kete86

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30

Donnerstag, 19. Mai 2011, 23:28

Hallo liebe Darkside Park-Freunde! :-)

Wow, das ist wirklich sehr, sehr spannend eure interessanten Theorien zu lesen. Am liebsten würde ich euch da unsere ganzen Hintergrundinfos/Antworten vorenthalten, um den Zauber nicht zu zerstören. :-))) Das macht echt Spaß, eure Ideen zu lesen! Ich wollte mich nur kurz bei euch melden und mitteilen, dass wir (Raimon, Hendrik, John und ich) euren Fragenkatalog schon zu 95% beantwortet haben und die Antworten schätzungsweise nächste Woche hier online stellen werden. In diesem Sinne viele Grüße aus Porterville,

Ivar :-)

Moinsen,

Ich habe gerade Dark Side Park Teil 3 beendet und mir bzgl. des Endes einige Fragen gestellt und gleich Google betätigt und dabei bin ich auf dieses Forum gestoßen. Viele dieser Beiträge in diesem Thread enthalten genau die Fragen, die ich mir auch gestellt habe.

Laut obigen Zitat vom Maistro pers. sollten ja eigentlich schon längst Antworten folgen! Wann können wir mit diesen denn jetzt rechnen?

In hoffnungsvoller Erwartung ...

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31

Freitag, 20. Mai 2011, 14:39

Warte auch schon sehr gespannt auf die Antworten!

Kommen sie noch? Oder wurden Sie an einem anderen Ort veröffentlicht?

Captain Blitz

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32

Freitag, 20. Mai 2011, 14:58

Warte auch schon sehr gespannt auf die Antworten!

Kommen sie noch? Oder wurden Sie an einem anderen Ort veröffentlicht?


Die kommen noch und werden hier veröffentlicht. Das ist halt eine sehr aufwändige Sachen, da alle Autoren etwas zu den Fragen sagen wollen.
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schelo

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33

Freitag, 27. Mai 2011, 18:01

Also ich muss schon sagen, das Ganze ist mehr als nur ermüdend und frustrierend (um mal nicht gleich in die Fäkalsprache abzudriften).

Der erste Fragenkatalog wurde bereits Ende letzten Jahres gepostet (immerhin fast ein halbes Jahr her). Dann endlich der Hinweis, dass es voraussichtlich nur noch eine Woche dauert. Das ist nun auch bereits 6 Wochen (!!) her.

Ich arbeite selbst bei einem Label. Und wir veröffentlichen mit 1 – 2 Produkten pro Monat weitaus mehr als Psychothriller GmbH – und das mit gerade mal 3 Leuten. Trotzdem schaffe ich es fast täglich in die Foren (ja, Mehrzahl!!) zu schauen und dort die Fragen unserer KÄUFER (die Leute, die unser geschäftliches Überleben sichern) zu beantworten.

Anscheinend hat man dies in der Hörspielbranche nicht nötig. Ganz ehrlich, wenn ich mir diesen Service anschaue, dann hat es noch nicht genug Labels gehimmelt. Irgendwie scheint außer Simeon und Thomas die gesamte Branche der Meinung zu sein, der Kunde soll konsumieren und dann gefälligst die Klappe halten.

Sorry, aber wenn ich mir anschaue, dass die Herren Autoren es selbst in einem halben Jahr nicht fertig bringen, auf so simple Fragen wie

„Was hat es mit dem roten Flugzeug auf sich?“

zu antworten, schwant mir, dass hier nichts anders vorgeht, als damals bei LOST oder AKTE X. Eine große Story aufbauschen und dann eben nicht wissen, wie man das Ganze befriedigend zu Ende bringt. Ergo bleiben Fragen übrig. Und die Antworten auf diese werden – da mach ich jetzt mal einen auf Nostradamus – auf das simple Fazit hinauslaufen: Ist ‚ne Mystery-Serie. Gibt nicht auf alles Antworten. Legt euch gehacktstückt.

Na, dann…

Ivar Leon Menger

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34

Montag, 30. Mai 2011, 11:06

Unsere Antworten zu Darkside Park

Liebe Darkside Park-Freunde, es ist soweit - hier sind unsere Antworten zu eurem DSP-Fragenkatalog. :-) Bitte entschuldigt, dass es doch noch etwas länger gedauert hat als versprochen, aber wir wollten eure Fragen nicht schnell, schnell in 5 Minuten beantworten, sondern euch einen tieferen Einblick in unsere Arbeit geben. Deshalb sind unsere Antworten auch etwas länger ausgefallen. ;-) Viel Spaß beim Lesen wünscht euch das DSP-Autorenteam! :-)


1 - Welchen Sinn hatte das Projekt „Porterville“ ursprünglich? Welchen Sinn hat es aktuell?

Ivar: Wir haben die Stadt Porterville bei unserer Entwicklung immer das „Australien-Konzept“ genannt. Die Idee dahinter: Die Regierungen der Zukunft möchten sich nicht mehr die Finger schmutzig machen, es regieren die „Gutmenschen“. So gibt es in Zukunft z.B. keine gesetzlichen Todesstrafen mehr. Und auch die Verbrechensrate liegt bei Null. Alle sind so schön human. Trotzdem schlummert in manchen Menschen eine dunkle Seite. Doch bevor sie ausbrechen kann, werden alle Babys einem Test unterzogen - dem Watson-Test. Fällt dieser Test negativ aus – hat das Baby einen hohen Watson-Index – muss der vermeintliche „Bald-Verbrecher“ von der Gesellschaft getrennt werden. Da man ihn gesetzlich aber nicht töten darf, muss er eben verschwinden. Auf eine einsame Insel. Wie früher die Verbannten in Australien. Doch bei uns liegt Porterville nicht am Ende der Welt, sondern am Ende der Zeit.

Hendrik: Das „Australien“-Konzept stellt sozusagen das Endstadium einer langen Entwicklung dar, deren Ausgangspunkt rein wissenschaftlich war. Hier ein kurzer Auszug aus dem Gespräch zwischen Bürgermeister Hudson und Martin Prey („Willkommen in Porterville!“): Hudson: „Für den Anfang mag die Information genügen, dass in verhältnismäßig naher Zukunft ein epochaler Durchbruch auf dem Gebiet der Experimentellen Zeitforschung stattfinden wird. In Kooperation mit dem Pentagon gelingt es Wissenschaftlern des M.I.T. erstmals, unter stabilisierender Nutzung ’exotischer Materie’ Nano-Partikel über die Einstein-Rosen-Brücke in die Vergangenheit zu transferieren. Acht Jahre später unternimmt der schottische Physiker Aidan Mac Kingsley den ersten Selbstversuch und durchquert den Crenlynn-Tunnel.“ Martin: „… und kehrte zurück?“ Hudson: „Ja, das tat er. Zusammen mit Bodenproben aus vorkolonialer Zeit. Es war der erste empirisch dokumentierte ’Chrono Jump’ der Geschichte. Viele weitere folgten.“

Was mit dieser wissenschaftlichen Pionierleistung begann, entwickelte sich in der Folgezeit zu einem gigantischen Kultur-Experiment namens Porterville. Für diejenigen, die Zeit und Motivation für eine etwas längere Lektüre haben, füge ich hier mal die Konzept-Zusammenfassung „Porterville und der Darkside Park“ an, die ich zu großen Teilen bereits im Herbst 2008 ausgearbeitet hatte. Sie bot dem Team stets die Zugriffsmöglichkeit auf die ‚Basis’ und den verbindenden roten Faden unserer Geschichten. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und gewissen Mutmaßungen widersprechen, denenzufolge für „Darkside Park“ kein richtiges Konzept vorgelegen habe, so dass am Ende eilig irgendetwas ‚zusammengeschustert’ werden musste. Fakt ist: Die zentralen Elemente dieser Serie sowie die Zeitreise-Auflösung hatte Ivar bereits weit vor dem Start der Drehbucharbeit entwickelt und damit das Fundament gelegt, auf dem wir Autoren anschließend die düstere Stadt Porterville erbauten und bevölkerten. :-)


Ivar Leon Menger

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35

Montag, 30. Mai 2011, 11:07

PORTERVILLE und der DARKSIDE PARK
In ferner Zukunft verfügt eine hoch entwickelte Gesellschaft über die technischen Möglichkeiten zur Zeitreise. Immer wieder unternehmen die Reisenden Expeditionen in die Vergangenheit; Zielgebiet ist ein bewaldetes Areal an der Ostküste Amerikas, im späteren Bundesstaat Maryland. Aufgrund physikalisch-geographischer Besonderheiten bietet dieser Ort ideale Voraussetzungen für den Sprung durch die Zeitmauer. Die Motivation der Reisenden ist wissenschaftliche Neugier, teilweise aber auch pure Abenteuerlust. Ein fester Bestandteil dieser Exkursionen ist die regelmäßige Aufnahme von Proben, die eingehenden Analysen unterzogen werden. Neben Pflanzen und Mineralien zählen auch Tiere und Menschen zum Forschungsspektrum der Reisenden. In diesem frühen Stadium der ersten „Chrono Jumps“ handelt es sich noch ausschließlich um punktuelle, eng begrenzte Expeditionen, die ohne größere Sicherheitsvorkehrungen mittels oberirdischer Materialisation vollzogen werden. Nachdem es aufgrund der allmählichen Besiedelung des Gebiets durch indianische Nomadenstämme zu mehreren riskanten Zwischenfällen gekommen ist, entscheidet man sich für grundlegende Veränderungen der Strategie: Zur Vermeidung weiterer unbeabsichtigter (und somit sicherheitsgefährdender) Fremdkontakte wird ein Spezialistenteam mit der Errichtung einer unterirdischen Transmitter-Anlage beauftragt, in der fortan die Materialisation vollzogen wird. An diese Anlage werden in der Folgezeit weitere Komplexe, unter anderem Laboratorien und Wohnquartiere, angeschlossen. Unter dem Kommando des extravaganten Strategen Angus G. Hudson (Spross einer einflussreichen Politikerdynastie) entsteht sukzessive eine multifunktionale Retro-Basis, die von nun an einen fest fixierten Anker im Zeittunnel zwischen Zukunft und Vergangenheit bildet. Dies hat den Vorteil, dass nun direkt vor Ort Untersuchungen an lebenden Objekten vorgenommen werden können. Zu diesem Zweck bringen Jagd-Teams neben Tieren immer wieder auch einzelne Menschen in ihre Gewalt und schaffen sie in die Laboratorien, wo sie verschiedenen Experimenten ausgesetzt werden. Um das Risiko einer Entdeckung auszuschließen, bleiben die Gefangenen – sofern sie die Versuche überlebt haben – auch später im Gewahrsam der Reisenden. Mit der Zeit entsteht so ein regelrechter Menschen-Zoo tief unterhalb der Wälder von Snake Woods. Aufgrund des mysteriösen Verschwindens zahlreicher Stammesbrüder in diesem Waldgebiet entwickelt sich bei den Seyota-Nashekee-Indianern die Legende der „Erdväter“ – mächtige Dämonen, die immer wieder aus der Tiefe hervordringen und Opfer zu ihrer Besänftigung fordern. Nachdem die Seyota ab 1850 von den immer verstärkter auftretenden weißen Siedlern verdrängt werden und in der Nähe die ersten Städte Denton und Mayfield entstehen, reduzieren die Reisenden aus Sicherheitsgründen ihre Entführungsaktionen auf ein Minimum. Dennoch entstehen unter den Bürgern der umliegenden Siedlungen bald Gerüchte und düstere Erzählungen über den „verfluchten Wald“, der inzwischen den Namen Shaden Forest trägt.

Aufgrund der stetig schwieriger werdenden Verhältnisse stellt sich für die Reisenden bald darauf die Grundsatzfrage nach Aufrechterhaltung oder Abbruch der Retro-Basis. Nach heftigen, teils juristischen, teils ethischen Debatten, beschließt das „Council of Time Affairs“ schließlich, dass die überlegene Zivilisation der Reisenden das uneingeschränkte Recht besitze, nicht nur als Besucher, sondern als „souveräne Teilhaber und Gestalter“ an der Vergangenheit mitzuwirken. Basierend auf dieser Entscheidung kommt es im Jahr 1877 zum (Mit-)Aufbau der Stadt Porterville, an deren zentralen Schaltstellen (Bürgermeisteramt, Polizeibehörde, Gericht) gezielt Reisende positioniert werden. Uneingeschränkter Herrscher der Stadt ist Angus Hudson, der bereits die Retro-Basis leitete und seine Amtsgeschäfte, gestützt auf ein wirkungsstarkes Netzwerk aus Gefolgsleuten, geschickt im Schatten führt. Im Sprachgebrauch der Reisenden lautet sein Status: „Lordgouverneur des Temporal-Protektorats Porterville“. Da es in den autokratischen Regierungsebenen der Zukunft üblich ist, zu Zwecken des Schutzes und der Aufgaben-Delegierung geklonte Doppelgänger einzusetzen, hat auch Hudson bereits als Basis-Kommandant von seinem Recht auf Selbst-Reduplikation Gebrauch gemacht. Aufgrund eines zu spät entdeckten, äußerst seltenen Defekts in Hudsons Stoffwechselsystem scheitert dieses Vorhaben jedoch auf katastrophale Weise, und die Gen-Reihe muss bereits nach der ersten Reproduktion gestoppt werden. Zwar bleibt die geistige Konstitution des Klons (der den Namen Alpha erhält) weitgehend unbeeinträchtigt, doch die körperlichen Auswirkungen sind verheerend: Albinismus, phosphoreszierende Mutation der Iris, monströse Deformation der Extremitäten und Zähne Der begnadete Taktiker Hudson weiß diesen Rückschlag jedoch geschickt zu nutzen und münzt den tragischen Vorfall in eine „schicksalhafte Fügung“ um. Die Andersartigkeit seines „Bruders“ (allein schon dieser Titel ist vollkommen untypisch für die Bezeichnung genetischer Duplikate) sei ein „Zeichen der Vorsehung“ und somit als klare Macht-Legitimation zu verstehen. Kraft seiner nahezu allumfassenden Amtsgewalt als Kommandant der Retro-Basis und später als Bürgermeister setzt er Alpha als seine rechte Hand ein und überträgt ihm die Aufgabe des „Wächters über die innere Sicherheit“. Da Alpha aufgrund seiner kalkweißen Hautfarbe und der grellgelben Augen ein zu starkes Aufmerksamkeits-Risiko darstellen würde, agiert er ausschließlich im Verborgenen. Aufgrund seiner Pigmentstörung muss er ohnehin zu starkes Tageslicht meiden. Unter Berücksichtigung seiner Sonderposition werden daher beim Aufbau der Stadt Porterville in nahezu sämtlichen Gebäuden geheime Gänge, zweite Wände, verborgene Türen etc. eingebaut, die es Alpha mittels eines unterirdischen Tunnelsystems ermöglichen, auf seinen täglichen Streifzügen unbemerkt in ganz Porterville umherzuwandeln und die Menschen bei ihrem Tagwerk zu beobachten. Die Zugänge befinden sich in den riesigen Kühlschränken („Frozen King A Plus“), Abstellkammern, Dachböden, Kellern und Standuhren. Wie ein Phantom kann er zu jeder Tages- und Nachtzeit auftauchen, um über die Einhaltung der strengen Gesetze zu wachen. (Unter den Eingeweihten der Stadtbevölkerung trägt er daher auch den Beinamen „Der weiße Schatten“.) Als stets präsente Mahnung zu Gehorsam und Pflichtbewusstsein hängt, vor den Augen der Allgemeinheit verborgen, in nahezu jedem Amtszimmer oder Vorstandsbüro von Porterville ein Portrait des „bleichen Mannes“. Alpha ist das uneingeschränkte Exekutiv-Organ des Bürgermeisters und seinem Herrn bedingungslos ergeben. Jeden Auftrag, und sei er noch so abgründig, führt er mit Präzision und Eiseskälte aus. Seine geradezu sadistische Freude an der Ausübung von Schrecken und Gewalt ist bei den Eingeweihten Portervilles zutiefst gefürchtet. Wird irgendwo in der Stadt ein Verstoß oder sonstiges subversives Verhalten (sei es bei eingeweihten oder uneingeweihten Bürgern) festgestellt, so entscheidet Angus Hudson autonom über die notwendigen Sanktionen. Sofern deutliche Zurechtweisungen und Einschüchterungen keinen Erfolg haben, erhält Alpha den Auftrag, die betreffende Person zu ‚extrahieren’: Die Unglücklichen werden von ihm oder dem Sicherheitsdienst der ‚Obdachlosen’ entführt und in die Unterwelt der Reisenden verschleppt. Dort werden die Gefangenen mittels spezieller „Brainwash“-Verfahren so lange bearbeitet, bis entweder: - ihr psychischer Widerstand gebrochen ist und sie ‚umprogrammiert’ werden können (in solchen Fällen können die Betreffenden beispielsweise als verdeckte Spitzel zurück in die Stadt geschleust werden) oder - sie ihren Verstand verloren haben (und in geschlossene Kliniken eingewiesen werden) bzw. versterben. Sonderfälle sind die sogenannten „Watsons“ oder sonstige „Risikopersonen für den städtischen Frieden“, die automatisch im Fokus der Stadtführung stehen. Bei negativer Entwicklungsprognose lautet hier das Urteil zumeist„Beseitigung“. Als Teil eines perfiden Vorspiels lässt Alpha den Betreffenden zunächst warnende Tarotkarten mit versteckten Botschaften über das nahende Unheil zukommen, bevor er seine Opfer heimsucht. Statistisch gesehen wird die in den Folgejahren beständig wachsende Bevölkerung Portervilles zwar zum überwiegenden Großteil von uneingeweihten Bürgern gebildet, doch das Macht- und Kontroll-Monopol liegt fest in der Hand von Angus Hudson, seiner rechten Hand Alpha und dem geheimen Sicherheitsdienst, getarnt durch die Aufmachung heruntergekommener, mental abhängiger Obdachloser.

Ivar Leon Menger

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Montag, 30. Mai 2011, 11:09

Der „St. Helena Park“, gelegen im dünner besiedelten Nordbezirk von Porterville, besitzt einen gesonderten Sicherheitsstatus, da sich unterhalb des Parkgeländes die geheime Retro-Basis der Reisenden befindet. Aufgrund mehrerer mysteriöser Vermisstenfälle (Opfer des „bleichen Mannes“), die spurlos im Park verschwinden, wird dieser Ort von den beunruhigten Bürgern Portervilles bald nur noch der „Darkside Park“ genannt. Als 1881 die Gerüchte über den ‚Schreckenspark’ immer mehr zunehmen und ein Journalist namens Dunford zu einer echten Gefahr zu werden beginnt, entschließt sich die Stadtführung zu handeln. Nach hitzigen Debatten entscheidet man sich schließlich für einen kompletten ‚Reboot‘ und startet mit Porterville ein zweites Mal im Jahr 1877. Doch Hudson & Co. müssen letztlich feststellen, dass lediglich in Teilbereichen Veränderungen möglich sind. Im Großen und Ganzen nehmen die Entwicklungen denselben Verlauf wie beim ersten Mal. Nun ist es ein Reporter namens Wilcomb, der dem Geheimnis des Parks gefährlich nahe kommt und unschädlich gemacht werden muss. Aufgrund der unbefriedigenden Erfahrungen mit dem letzten Reboot entschließt sich die Stadtführung diesmal gegen einen Neustart in der Vergangenheit. Stattdessen ergeht (erneut im Jahr 1881) der Beschluss, den „St. Helena Park“ zu schließen und nachfolgend gänzlich zu beseitigen, indem das Gelände planiert und völlig neu bebaut wird. Frühere Pläne und Karten werden in einer konzertierten Aktion aus den Archiven entfernt und durch überarbeitete Neufassungen ersetzt. Durch diese Maßnahmen soll der „Darkside Park“ aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt gelöscht werden. Völlig verstummen die Gerüchte jedoch nicht. Auf dem ehemaligen Parkgelände lässt Hudson das hermetisch abgesicherte „Abidias Asylum“ errichten, eine Nervenheilanstalt, die vollständig unter Kontrolle der Reisenden steht. Erbaut über dem Zugang zur unterirdischen Retro-Basis, ist die Irrenanstalt von nun an das unangefochtene Machtzentrum der Stadtherrscher. Hier werden (unter der Diagnose vermeintlicher Geisteskrankheiten) all jene Personen eingeliefert, die zu viel gesehen oder zu viele Fragen gestellt haben und somit dem Geheimnis der Reisenden zu nahe gekommen sind. Anstaltsleiter Leland Horace regiert mit tyrannischer Gewalt über dieses ‚Haus der Finsternis’, aus dem es kein Entkommen gibt. Wer hier landet, wird entweder für immer weggeschlossen oder erhält eine ‚Spezialbehandlung’ in der unterirdischen „Brainwash“-Anlage (die ‚Halle der tausend Stimmen‘). Darüber hinaus besitzt „der bleiche Mann“ aufgrund eines Geheimzugangs in der Standuhr des Direktorenzimmers die Möglichkeit, direkt im „Abidias Asylum“ in Erscheinung zu treten und die panischen Gefangenen persönlich zu verhören. Das nähere Umfeld der Klinik ist durch mehrere neu errichtete (und zumeist mit Eingeweihten besetzte) Wohnblocks in der Neal Street zusätzlich weiträumig gesichert. Als im Jahr 1932 von einer unabhängigen Bürgerinitiative die humanitären Zustände im „Abidias Asylum“ massiv in Frage gestellt werden, sieht sich Hudson letztlich genötigt, die Anstalt zu schließen. Zuvor leitet Direktor Horace jedoch einen angeblichen Kollektiv-Selbstmord der verbliebenen Insassen ein, damit sie nicht in andere Kliniken verlegt und dort möglicherweise befragt werden können. Auch nach der Schließung des "Abidias" behält das Gebäude jedoch seine Funktion als abgeschottete Zentrale, die vom Sicherheitsdienst der Obdachlosen aufmerksam bewacht wird. Offiziell unter Denkmalschutz gestellt, vermeintlich mangels nötiger Finanzmittel aber nie renoviert, ist das gesamte Klinik-Areal wegen angeblicher Baufälligkeit von einem hohen Sicherheitszaun umgeben; der Zutritt ist streng verboten. Leland Horace verschwindet zunächst für eine Weile aus Porterville, kehrt jedoch bald darauf mit geringfügig verändertem Aussehen als Sheriff Hank Parker in die Stadt zurück. Da die Reisenden ein weitaus höheres Alter erreichen als die Menschen der Vergangenheit, ist dieses Verfahren einer ‚Mehrfach-Biographie’ durchaus üblich. Auch Angus Hudson tritt im Laufe der Jahrzehnte in verschiedenen Rollen auf (zunächst als einflussreicher Bankier Thomas Field), ehe er sich offiziell zum Bürgermeister wählen lässt.

Nach außen hin stellt Porterville eine geradezu mustergültige Ostküstenstadt mit zahlreichen sozialen und kulturellen Angeboten dar. Intern entwickelt sie sich schon bald zu einem menschenverachtenden soziologischen Versuchslabor, in dem potenzielle künftige Kriminelle („Watsons“) von frühester Kindheit an beobachtet, analysiert und später mental zerstört oder beseitigt werden. In privilegierten Kreisen der Zukunft dagegen avanciert Porterville rasch zu einem überaus beliebten, wenn auch höchst exklusiven Urlaubsziel. Wer sich den kostspieligen „Chrono Jump“ leisten kann, erhält in Porterville die verlockende Gelegenheit eines (nahezu) unverfälschten Einblicks in das Leben der Vergangenheit. Slogan: Erleben Sie die Welt von gestern mit dem Service von morgen!

PORTERVILLE – THE TIME TOWN
Da sich unter den „Past Passengers“ vielfach hohe Persönlichkeiten (Regierungsbeamte, Würdenträger, Wirtschaftsbosse, Prominente aus Sport, Kultur und Hochadel) befinden, werden die Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere im Schutzbereich oberhalb der Retro-Basis, auf ein Höchstmaß verstärkt. Kein Unbefugter darf sich dem Zugang zu den Geheimanlagen im „Abidias Asylum“ nähern. Wer sich dennoch hierher verirrt, ist so gut wie verloren …

Ivar Leon Menger

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2 - Was sind „Watsons“ bzw. wie unterscheiden sie sich von den Nicht-Watsons?


Ivar: Menschen mit einem hohen Watson-Index haben eine dunklere Seite als andere. Es ist jedoch noch nicht bewiesen, dass das Böse im Menschen auch wirklich ausbricht. Deshalb bekommen die vermeintlichen Verbrecher der Zukunft in Porterville eine zweite Chance. Sie werden als Babys nach Porterville gebracht, wachsen in Waisenhäusern auf und werden ihr Leben lang beobachtet, wie z.B. Edward Leroy Shipman, Tom Lennox, Jimmy Barksdale oder die Nichte von Melinda McFaden. Falls sie dann straffällig werden, kommt die Exekutive (der bleiche Mann) zum Zug. Das ‚Schöne’ an der Vergangenheit, also unserer Gegenwart, ist ja für die Menschen aus der Zukunft, dass hier noch die „alten“ Gesetze gelten: Die Tötung/Beseitigung von Risikopersonen ist in Porterville vollkommen legitim.

John: Etwas wissenschaftlich angehaucht kann man sagen, dass mit steigendem Watson-Index die "soziale Verträglichkeit" eines Menschen stetig abnimmt. Das Zurücksenden der Watsons in die Vergangenheit dient u. a. zur Überprüfung der Frage, ob das Ausmaß von krimineller Energie eher durch das soziale Umfeld eines Menschen oder durch dessen genetische Voraussetzungen bestimmt wird. Wäre Ersteres der Fall, so müsste zum Beispiel zu beobachten sein, dass das Leben der Watsons in der Vergangenheit (also unserer Gegenwart) einen anderen Verlauf als den prognostizierten nimmt.


3 - Wie ist die Gesellschaft der Zeitreisenden aufgebaut (z.B. was gilt als kriminell?)?

Ivar: In der Zukunft gibt es kein klassisches „kriminell“ mehr. Es ist ein ganz „sauberer“ Staat, der Problemfälle bereits im Frühstadium aussondert (siehe oben). Bei uns hingegen, in der Gegenwart, kann sich die Gesellschaft der Zeitreisenden noch richtig ‚austoben’. Auch wenn gewisse private Auswüchse natürlich nicht so gerne gesehen werden. Deshalb geschieht einiges im Verborgenen, siehe „Lauter nette Damen“.



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Montag, 30. Mai 2011, 11:12

4 - Welchen Stellenwert hat die Kontinuität des Zeitstromes bei den Zeitreisenden? Diese Frage zielt darauf ab, dass den Zeitreisenden zwar bewusst ist, dass das Herumspielen mit dem Zeitstrom katastrophale Folgen haben kann, aber anscheinend eine „Nach mir die Sintflut“-Mentalität vorherrscht (primär aus kapitalistischen Gründen).

Ivar: Oh, das ist eine wirklich philosophische Frage. :-) Grundsätzlich kann man sagen, dass die Gesellschaft sich natürlich über die Zeitlogik und ihre Folgen bewusst ist. Porterville liegt ja unter einer Art „Zeitglocke“, in der so einiges möglich ist. Ehrlicherweise brauchten wir für die Entwicklung unserer Geschichte auch so eine eingeführte Zeitglocken-Regel, damit wir mehr Freiraum fürs Erzählen haben, denn das „Großvater-Paradoxon“ machte uns natürlich auch einiges Kopfzerbrechen. ;-)

Hendrik: Hier möchte ich wiederum Bürgermeister Hudson zitieren: „Damit kommen wir zum Hauptfaktor, warum gerade dieses Gebiet gewählt wurde. Aus Gründen, die ich mit meinen limitierten Kenntnissen nicht näher ausführen kann, stellt das Gebiet des Shaden Forest eine ’Low Reverse Area’ dar. Die Rückkopplungs-Effekte bewegen sich hier in einem kaum noch messbaren Bereich der Skala. Im Klartext bedeutet das: Solange wir uns von hier aus nicht aktiv ins Weltgeschehen einmischen, bleibt Porterville eine geschlossene Blase im Strom der Zeit.“ Mit diesem ‚Kunstgriff‘ haben wir uns die notwendige erzählerische Freiheit verschafft, um nicht ständig mit Zeit-Paradoxien in Konflikt zu geraten.
(Näheres zum Thema Zeit auch bei Frage 24.)



5 - Inwieweit spielt das hohe erreichbare Alter der Zeitreisenden dabei eine Rolle?

Ivar: Das hohe Alter war für mich einfach die logische Konsequenz, wenn man in die Vergangenheit schaut. Wie alt sind die Menschen im 15. Jahrhundert geworden und wie alt werden sie heute? Daraus habe ich abgeleitet, dass es in Zukunft möglich sein wird, 150 Jahre und älter zu werden. Das erkennt man z.B. am Ende von „Lauter nette Damen“, wenn Kate Harding am Grabstein ihres Mannes steht.



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Montag, 30. Mai 2011, 11:12




6 - Wer von den Leuten, die die Geschichte erzählen, stammt eigentlich aus der Zukunft? Primär geht es mir hier um die Charaktere Tom & Sarah (klar), Melinda McFaden, Reggie und natürlich Martin Prey.

Ivar: Bei den aufgezählten Personen stammen nur Melinda McFaden und Tom Lennox aus der Zukunft.



7 - Woraus erklären sich die extremen Gewaltausbrüche? Hier als Beispiel das Verhalten der Bodyguards, die den Jungen im Aufzug zu Tode treten.

Ivar: Verkürzt gesagt liegt das an der „Freiheit“ unserer Zeit, Gewalt anzuwenden. Sie ist alltäglich. Personen aus der Zukunft nutzen das natürlich aus. In Porterville können sie sich – je nach Status - mehr oder weniger ungestraft austoben.

Raimon: Wenn ich hier etwas ergänzen darf ... Wie anfangs erwähnt, stellt sich die Zukunft als sauber und „hochmoralisch“ dar. Gewalt – selbst verbale – ist verpönt. Doch die Menschen der Zukunft haben sich noch längst nicht alle von ihren niederen Instinkten gelöst. Howard K. Brenner formuliert es in Folge 17 so: „Das Leben hier setzt bei einigen von uns bisweilen archaische Verhaltensweisen frei.“ Dazu darf sich Brenner auch selbst zählen. Porterville ist weit, weit entfernt von den Regeln der zukünftigen Gesellschaft. Auch von deren Rechtsprechung. Dazu Fahrstuhlführer Kipling in Folge 17: „Einmal in der Heimat angekommen, werde ich Brenners Willkür und die ganzen Widerwärtigkeiten, die hier geschehen, den entsprechenden Stellen melden. Es gibt schließlich noch Gesetze.“ Mit Heimat meint Kipling die Zukunft ... seine Gegenwart. Ähnliche Verhaltensweisen wie die der Zeitreisenden, zeigten Menschen in allen Epochen. Denken wir nur an europäische Eroberer in Gesamtamerika, Afrika oder Australien. Egal ob Indianer, Indios, Bantu-Stämme oder Aborigines ... Sie wurden von zivilisatorisch „Höherstehenden“ gern wie Dreck behandelt. Gelegenheit schafft Herrenmenschen. Da die Führungsspitze in Porterville von genau solchen Subjekten durchsetzt ist, können die Bodyguards im Hudson-Tower ungestraft einen Jungen (aus der Vergangenheit!) töten.


8 - Wieso wird er – der Junge - (und andere Personen) als Frischlinge bezeichnet?


Ivar: Das ist eine gute Frage an den Autor. ;-) Raimon, würdest du bitte die Frage beantworten?

Raimon: Gern! Aber eigentlich sollten wir das besser dem skrupellosen „Anwalt“ Howard K. Brenner in Folge 17 überlassen: „Es ist eine interne Bezeichnung für ein äußerst dummes oder sehr junges Element. Also in beiden Fällen ohne jegliche Kompetenz, ohne Wissen, und so mit kein großer Verlust für das System.“ Selbstredend, dass Brenner von einer Person der Vergangenheit spricht. Seine Frage, ob Kipling auch ein Frischling sei, ist daher reine Provokation.



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Montag, 30. Mai 2011, 11:13


9 - Was hat es mit dem roten Flugzeug auf sich? Was war denn im Inneren des Flugzeugs?

Hendrik: Das rote Flugzeug geht auf mein ‚Konto‘ und basiert auf einem realen Spielzeug. Was in ihm enthalten ist, kann ich (noch) nicht verraten, da das Flugzeug in einem eventuellen Spin-off eine Rolle spielen wird. Bis dahin darf natürlich gerne spekuliert werden. ;-)


10 - Was hat es mit dem merkwürdigen Bauwagen auf sich?


Ivar: Der Bauwagen ist einer von vielen Beobachtungsposten. Von dort werden die „Watsons“ in Porterville beobachtet.



11 - Was hat es mit dem Keller unterhalb Teds Tankstelle auf sich?

Ivar: Schön, dass euch dieser Einschub im Epilog aufgefallen ist. Es gibt tatsächlich einige Zitate im Epilog, die nie in der Serie vorgekommen sind. Das sind „Ausblicke“ auf Dinge, die noch nicht geschehen sind oder nicht hätten geschehen dürfen …

Hendrik: Auch ich war sehr gespannt darauf, ob bzw. wann die Zusatz-Zitate entdeckt/entlarvt werden. :-)


12 - Wozu genau dient die Frage "Kennen Sie den Darkside Park"?

Ivar: Das ist eine Hommage an „Who killed Laura Palmer?“ aus der Serie Twin Peaks. Darüber hinaus wollte ich einen markanten Satz, der sich wie ein roter Faden durch alle Geschichten zieht.


13 - Was hat es damit auf sich, dass mehrere Personen aus dem Waisenhaus stammen (z. B. Edward Leroy Shipman)?

Ivar: Viele Kinder, die in Waisenhäusern aufwachsen, sind in Wahrheit „Watsons“ aus der Zukunft (siehe auch Frage 1 und 2).


14 - Welche Bedeutung hat Jürgen Thormans Lachen am Ende der letzten Folge?

Ivar: Das Lachen von Hudson hat keine geplante tiefere Bedeutung. Tommi Schneefuß, unser Tonmeister, hatte diese Idee und es hat mir gleich gefallen, weil es dem Epilog eine weitere Ebene und damit mehr Interpretations-Spielraum gibt.


15 - Zu Beginn von Folge 17 bezeichnet Friedrich Schönfelder in der Einleitung die Figur Kipling als seinen "ehrwürdigen Nachfolger". Welche Figur stellt denn Herr Schönfelder dar?

Ivar: Die Figur, die Friedrich Schönfelder spielt, war ebenfalls Fahrstuhlführer im Hudson Tower – der Vorgänger von Mr. Kipling. Und das Intro vor jeder Folge war seine freundliche Begrüßung an die Fahrstuhlgäste.

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