Das Schloss-Trio (7): Der Jenseits-Express

  • DIE STORY


    Weil Randys Vater und Alfred mit einem wichtigen Auftrag beauftragt wurden, befinden sich Randy, seine Mutter und Turbo alleine im Schloss. Schon bald kommt allerdings ungebetener Besuch in Form von zwei Gangstern die behaupten, eine Bombe im Schloss deponiert zu haben, sollte ihnen nicht ein wichtiges Dokument, genannt „Geheimplan Lemuria“, ausgehändigt werden. Doch genau diesen Plan soll Randy im Auftrag seines Vaters, der zusammen mit Alfred Entführt wurde, in die Schweiz bringen – was genau dieser Plan eigentlich beinhaltet, bleibt natürlich geheim. Somit bleiben Turbo, Randys Mutter und die dazugestoßene Ela allein im Schloss, während Randy sich mit dem Zug unterwegs in die Schweiz macht. Doch auch während der Reise hat er nicht seine Ruhe, denn jede Menge zwielichtige Gestalten sind hinter ihm her...


    DIE SPRECHER


    Neben den gewohnt guten Hauptsprechern sind Henry König und Monika Gabriel kurz auch in ihren Rollen als Herr und Frau Ritter dabei. Auch Andreas v.d. Meden ist dabei, nur nicht als Alfred, sondern als Zugschaffner – Alfred hingegen taucht nicht persönlich auf. In weiteren Rollen hört man Rolf E. Schenker als fieser Krapka (der auch nicht sehr sympathisch rüberkommt), Gottfried Kramer (in einer leider sehr kleinen Rolle), Gernot Endemann, Jürgen Thormann und Marion Eskis. Soweit alles im grünen Bereich – nur zwei Rollen stechen heraus. Zum einen die des Jens Stammler, der am Anfang kurz auftaucht. Die Leistung des mir unbekannten Sprechers in dieser Rolle wirkt nicht besser als in einer mittelmäßigen Schulaufführung. Zum anderen Anne Griesebach als Susanne Nollen, die Randy im Zug kennen lernt und die nicht mehr von seiner Seite weicht. Sie soll wohl etwas nervig rüberkommen, aber manches mal ist es ein wenig zu viel des Guten. Allgemein geht dieser Bereich aber in Ordnung, wenn auch mit leichten Schwächen.


    MUSIK UND EFFEKTE


    Die Musik ist die Typische für diese Zeit, in der das Hörspiel entstand und fand z.B. auch teilweise in den Crimebustern der „Drei ???“ Verwendung. Die Effekte kommen gewohnt gut rüber – vor allem die Zugszenen wurden gut in Szene gesetzt. Alles in allem gibt es hier also nichts zu beanstanden für mich.


    FAZIT


    Mit „Der Jenseits-Express“ erschien eins für eine Jugendkrimiserie damals und auch heute noch ungewöhnliches Hörspiel, handelt es sich doch um den ersten Teil eines Zweiteilers – eine Besonderheit, die es auch heutzutage in diesem Genre höchstens bei besonderen Jubiläen gibt. Ärgerlich: Mit keinem Wort wird auf der Hülle erwähnt, dass es sich um Teil 1 von 2 handelt, so das ich damals auch nur Teil 2 „Geheimplan Lemuria“ besaß und Teil 1 bis ins Zeitalter des Internets und Ebay vergeblich suchte.


    Der Titel des Hörspiels übertreibt mal wieder Maßlos und hätte besser zu einer „John Sinclair“-Geschichte gepasst (die ja vom selben Autoren stammen) als zu dieser Geschichte. Dazu kommt, dass der Titel auch mehrmals zwanghaft und gestellt wirkend ins Hörspiel eingebracht wird (auch das ein typisches Merkmal von Jason Dark), so das es unfreiwillig komisch bis nervig wirkt. Und auch die Dialoge sind manches Mal nicht das Gelbe vom Ei – von der Logik einiger Storyelemente ganz zu schweigen.


    Handelt es sich nun also um ein schlechtes Hörspiel? Nein, dank der überwiegend guten Sprecher und der guten Bearbeitung nicht. Und so schlecht ist die Geschichte an sich ja nicht, eher schon spannend, nur hätte sie eben besser sein können, hätte man nur mehr Logik geachtet (oder ob dieser Umstand von einer unglücklichen Kürzung des mir unbekannten Buches herrührt? Ist ja bei anderen Serien auch schon passiert).


    Alles in allem noch ein gut hörbares Hörspiel – nicht das beste, aber auch nicht das Schlechteste der Serie...