TKKG (114) Die Sekte Satans


  • Inhalt:
    Die Sekte Satans ist ein gefährlicher Verein fanatischer Spinner. Sie beten den Teufel an, feiern heidnische Rituale und stehlen Tiere, um sie als Opfer darzubringen. Der Oberpriester, der auch als angeblicher Wunderheiler sein Unwesen treibt, plant aber noch Schlimmeres - und TKKG kommen einem unglaublichen Fall auf die Spur.


    Story:
    Satansjünger und TKKG … das haben wir schon in der 94. Folge „In dunkler Nacht am Marmorgrab“ erlebt. 20 Folgen später hat Herr Wolf dieser Thematik mal eine komplette Folge spendiert und nicht nur eine kurze Szene. Dies wäre nicht nötig gewesen, denn die Art und Weise wie hier Satansjünger dargestellt werden ist wirklich kaum zu glauben. Ein paar grenzdebile Gestalten, die sich Gedanken darüber machen, ob sie denn Erdbeeren essen dürfen und dabei irgendwas von Blut faseln und sich per „Heil dir Satan, sei mit uns bei Tag und bei Nacht!“ begrüßen. Sekten und Satanismus sind verdammte ernste Themen: Grade die Aufklärung bei Jugendlichen ist wichtig, aber die Art und Weise hier dürfte wohl rein gar nichts bringen. Um dieses fragwürdige Gerüst herum hat Stefan Wolf den üblichen Brei aus x Verbrechen gebastelt, die alle auf wundersame Weise zusammengehören und mit Hilfe vom TKKG und einer Menge Kommissar Zufall gelöst werden. Stellenweise habe ich mich gefragt, ob das Ganze nun eine ernst gemeinte Folge, oder eher eine Art Selbstparodie sein soll. Spannend oder gar unheimlich ist das Geschehen nämlich zu keiner Sekunde, stattdessen reihen sich lange Dialoge aneinander, in denen immer auch schön der moralische Zeigefinger ganz hoch gehoben wird. Doch … die eigentliche Granate kommt erst am Ende: Die Geschichte ist keineswegs neu, nein hier wird sogar übeles Ideen-Recycling betrieben. Solltet ihr auf einem Trödelmarkt mal über eine Tape namens „Tommy Tomix (1) Hexentanz im Geisterwald“ stolpern, dann schlagt zu und ihr könnt diese verrückte Geschichte in noch schlechter erleben.


    Sprecher:
    Herrlich, was die Sprecher hier alles von sich geben müssen. Niki Nowotny hat als Karl seinen lustigen Tag und macht andauernd unlustige Gags und Sascha Draeger und Veronika Neugebauer dürfen als Tim und Gaby so richtig Gas geben und Leute anpöbeln und beschimpfen. Unglaublich aber wahr, Tim bezeichnet die Figur Claudia als „Satans-Schlampe“. Jawoll … so stellt man sich ein Vorbild für seine Kinder vor. ;) Die Leistungen der als Schlampe titulierten Dame (Jenny Böttcher) sind allerdings auch alles andere als lobenswert. Ebenso wie die von ihrem Kumpanen Hugo (Oliver Böttcher). Die beiden wirken so strunzdoof in ihren Rollen, dass man sich fragen muss, ob das wirklich beabsichtig war. Dem gegenüber kann Douglas Welbat absolut überzeugen. Selbst den noch so unsinnigen Text „Heil dir Satan, sei mit uns bei Tag und bei Nacht!“ bringt er glaubwürdig rüber. Trotz allem wirkt Vieles hier sehr fragwürdig, grade wenn man bedenkt, dass man einer Folge einer Jugendserie lauscht.


    Musik und Effekte:
    Man mag es kaum glauben, aber es gibt auch einen Punkt, der über sehr weite Strecken in Ordnung geht und das ist eben Musik und Effekte. Bei den Effekten kann man ja eh sehr selten wirklich meckern, denn im Hause EUROPA beherrscht man das aus dem FF. Auch musikalisch zeigt man sich überaus solide und somit haben wir hier den einzigen Punkt dieser Produktion vorliegen, der sich in Bahnen bewegt, die in Ordnung sind, auch wenn man nicht an die Atmosphären der ganz alten Tage heranreicht.


    Fazit:
    Was schon einmal nicht gut war, sollte man nicht noch mal machen. Dies trifft bei diesem Hörspiel direkt in mehreren Belangen zu. Was schon als „Tommy Tomix (1) Hexentanz im Geisterwald“ ziemlich schlecht war, macht auch als 114. Folge von TKKG keine gute Figur. Und den debil wirkenden Satansjüngern aus Folge 94 hätte man keine komplette Folge spendieren müssen. Inhaltlich absolut zusammen gemauschelt und bar jeglicher Spannung, dafür produziert man Lacher am laufenden Band. Allerdings soll das ganze ja eigentlich gar nicht lustig sein und somit kann man in diesem Falle wohl nur sagen: Thema verfehlt. Um das Bild noch weiter abzurunden (das darf man in diesem Falle wörtlich nehmen) präsentiert man die Hauptfiguren in einem so unsympathischen Licht, dass man sich unwillkürlich an Folge 103 – Mörderischer Stammbaum erinnert fühlt. Einzig Musik und Effekte wirken souverän, doch das kann rein gar nichts an dem Fazit ändern. Beim Hören dieser Folge habe ich nur den Kopf geschüttelt und das Ende herbeigesehnt, damit ich meine Zeit wieder mit etwas sinnvollerem verbringen kann als diesem Hörspiel. Also … wenn man sich mal so richtig ablachen und erleben will, wie TKKG sich selbst parodiert, dann liegt man mit dieser Folge goldrichtig. Sucht man allerdings nach ernstzunehmender Jugendunterhaltung, dann sollte man einen gewaltigen Bogen um diese Episode machen. FLOP!


    * / *****
    Ungenügend


    © by lord gösel / Hörspiel-Maniac

  • Tim (Sascha Draeger) rettet den kleinen Florian Plingel (Woody Mues) vor dem Ertrinken und dadurch kommt man einer gefährlichen Sekte auf die Spur, denn man hat Florians Zwergesel entführt und TKKG will ermitteln. Man erfährt schnell, dass noch mehr Tiere entführt worden sind und man macht die Begegnung mit zwei Anhängern der Satans-Sekte, die anscheinend nicht ganz bei Trost sind. Der Drahtzieher scheint der Wunderheiler Otto Glänzer (Douglas Welbat) zu sein, der einen Plan verfolgt. TKKG wollen die Tiere finden und die Sekte zerschlagen!


    - Meinung -


    Kann man eine Story und das daraus resultierende Produkt zweimal zerfetzen? Sicher geht das, der "böse Wolf" macht es möglich, denn bei diesem Abenteuer von TKKG handelt es sich um eine nahezu identische Vorlage, aus der man damals bei Ariola Tommy Tomix Nr. 1 bastelte, ebenfalls eine Trashgranate aus der Feder Wolfs. Man weiß somit aber, was den Hörer erwartet, ein stumpfe Satanisten-Geschichte, die typischen Gestalten Marke "Zwielicht und Co." und sonstige platte Stereotypen, alle Klischees werden bedient, TKKG eben. Es ist aber erschreckend, dass so eine schwache Story gleich zweimal vertont werden musste, aber es verwundert auch nicht wirklich.


    Hey, die Sprecher sind eigentlich recht gut aufgelegt, auch wenn Manou Lubwoski und Niki Nowotny wieder mal typischerweise zu kurz kommen. Die Hauptsprecher können sich aber wirklich hören lassen und wirken nicht nervend, aber ein belustigend wirken sie schon ein wenig. Vor allem Nowotny hat als Karl diesmal flotte Sprüche drauf, Draeger und Neugebauer machen diesmal in ihern Rollen auf asozial und beleidigen wo es nur geht. Da hätte ich mir als Sprecher schon so meine Gedanken gemacht bezüglich meines Textes, aber hier war dem anscheinend nicht so und das ist gut für den Hörer, der gut was zu lachen hat. In den Nebenrollen bekommt man Vollprofis zu hören, deren Namen für Qualität stehen, so auch diesmal. Das Ehepaar Douglas Welbat und Katja Brügger hört man immer gerne und als "Bonus" treten Woody Mues und Willem Fricke gekonnt auf.


    Selbst die Musik weiß zu gefallen, alte Stücke werden eingesetzt, die man aus diversen Europa-Serien kennt und es wechseln sich Orchester-Stücke mit modernen Einspielungen ab, die nicht so bekannt sind und wohl nur hier eingesetzt wurden. Dazu die gewohnten und bekannten Effekte und die Untermalung ist durchaus gelungen, da hat man sich Mühe gegeben.


    Dennoch bleibt es Trash, denn dieser schrottige Brei aus Story-Recycling, Gossensprache und den gewohnten TKKG-Entgleisungen (Kommissar Zufall, Vorurteile etc.) macht es nicht möglich, hier eine positive Bewertung abzugeben. Es ist eine regelrechte Unverschämtheit (oder doch nur geschickte Neubearbeitung und doppelter Zahltag?), dass Stefan Wolf seine dünnen Stories gleich doppelt verwursten lässt oder ist er ernsthaft der Meinung, seine Ergüsse würden soviel hergeben? Wie dem auch sei, dieses Hörspiel legt man genau wie Tommy Tomix besser ad acta.


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