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Bianca

Mal LIESchen, mal LAUSCHi - aber immer Linux

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1

Freitag, 21. November 2008, 10:44

Gruselkabinett - 31 - Die Gespenster-Rikscha

Theobald Jack Pansay (Matti Klemm), Angestellter der englischen Armee, lernt auf der Schiffsfahrt nach Indien Agnes Keith-Wessington (Arianne Borbach) kennen, eine Affäre der zwei versüßt die lange Überfahrt. Liebe ist nur auf einer Seite im Spiel, Agnes verliebt sich unsterblich in den jungen faszinierenden Mann, obwohl sie verheiratet ist. Pansay jedoch beendet die Affäre, weil sie ihn extrem einschränkt. Agnes stirbt später an gebrochenem Herzen, sie kann es nicht ertragen, dass Jack sie nicht so liebt, wie sie ihn und als er sich dann mit Kitty Mannering (Uschi Hugo) verlobt, ist sie am Boden zerstört. Ihr Tod lässt Jack aufatmen, denn er fühlte sich verfolgt von der liebeskranken Frau, nun stehen ihm alle Wege mit seiner Liebe offen. Doch dann sieht er immer wieder die Rikscha, in der Agnes umgekommen sein soll und muss sich in Therapie begeben. Ist er dem Wahnsinn verfallen?

Mit Folge 31 der Reihe „Gruselkabinett“ kehrt Titania wieder zum gruseligen Thema zurück, war „Der Glöckner von Notre Dame“ zwar eine gelungene, aber weniger gruselige Produktion.
In dieser Geschichte geht es jedoch wieder ums Gruseln, und dies gelingt Rudyard Kipling, eher durch „Das Dschungelbuch“ bekannt als durch Schauerromantik, hervorragend. Man weiß als Hörer nicht, ob Pansay einem sympathisch oder eher unsympathisch sein soll, er lebt beide Seiten aus und man fragt sich, ob er wirklich dem Wahnsinn verfallen ist oder ob sich das schlechte Gewissen verselbstständigt hat. Auch Uschi Hugo als seine Verlobte Kitty Mannering sprudelt über vor Lebenslust und spielt überzeugend. Es ist mal etwas Neues in der Serie „Gruselkabinett“, der Schauplatz ist Indien und insbesondere das Flair der damaligen Kolonialzeit kommt hervorragend rüber, so passt auch das in helleren Farben als gewohnte Cover zum Thema. Lediglich die Musik passt eher ins tiefere Asien nach China als nach Indien und auch so manches Geräusch wirkt diesmal nicht ganz passend. Insgesamt ist es aber wieder eine schöne Produktion aus dem Hause Titania Medien mit einigen Mängeln, aber auch die seien mal gestattet. Es ist nämlich immer wieder schön, welche eher unbekannten Schätze das Team von Titania ausgräbt und zu Hörspielen macht!

„Die Gespenster-Rikscha“ ist ein atmosphärisches Hörspiel auf einer CD mit einer Gesamtspielzeit von ca. 55 Minuten.

3.5 von 5 Sternen
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Captain Blitz

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2

Montag, 24. November 2008, 12:04

Theobald Jack Pansay (Matti Klemm) lernt auf der Seereise nach Indien die verheiratete Agnes Keith-Wessington (Arianne Borbach) kennen und lieben, es entbrennt eine Affäre zwischen den beiden. Alles könnte so schön für die beiden sein, doch dann hat Theobald genug von ihr und er trennt sich von ihr, doch Agnes lässt nicht von ihm ab. Selbst nach einem tödlichen Unfall taucht sie immer wieder als Erscheinung auf, die nur Theobald sehen kann und das treibt ihn fast in den Wahnsinn. Wie kann er dafür sorgen, dass er vor Agnes seine Ruhe hat?

- Meinung -

Rudyard Kipling dürfte den meisten Hörern eher als Autor des Dschungelbuchs bekannt sein, doch er kann auch anders, auch wenn das Setting hier gleich bleibt. Indien schien ihn besonders zu faszinieren, deshalb spielt sich dieser Eintrag in das Gruselkabinett auch dort ab, wobei Grusel auch nicht sonderlich präsent ist. Hier gibt es aber durchaus ein paar Szenen, die wohlige Schauer über die Rücken der Hörerschaft schicken und kurzweilig ist die ganze Angelegenheit auch noch, was nicht nur an der knackigen Bearbeitung liegt, denn die Spielzeit beträgt angenehme 55 Minuten, sondern auch an der Geschichte an sich. Das "Duell" zwischen Agnes und Theobald und die Beharrlichkeit dieser Geistererscheinung sorgen für spannende Momente und Kipling beweist, dass er auch noch andere tolle Werke geschrieben hat.

Eine tolle Besetzung ist bei diesen Produktionen eigentlich immer Pflicht und ich erwarte nichts anderes als Bestleistungen aller Beteiligter. Die werden hier auch weitestgehend geboten, nur mit Matti Klemm bin ich nicht ganz warm geworden. Er agiert für meinen Geschmack einfach zu hölzern, die spielerische Komponente kommt da einfach zu kurz und er scheint sich vornehmlich auf den markanten Klang seiner Stimme zu verlassen, was am Ende dann einfach nicht reicht. Er ist kein Totalausfall, soviel sollte klar sein und er versucht seine Sache auch ordentlich zu machen, doch wie gesagt, die Performance hätte lebendiger sein müssen. Dafür haben mich alle anderen Sprecher und Sprecherinnen wieder mal begeistert, was aber bei der hervorragenden Besetzung kein Wunder ist. Arianne Borbach, Uschi Hugo, Bodo Wolf, Jochen Schröder, Wilfried Herbst, Gisela Fritsch und weitere beweisen einmal mehr, warum sie so beliebt sind und ihre Namen einen guten Klang haben.

Eine herrliche Untermalung wird hier aufgefahren, die die Kulisse äußerst lebendig werden lassen. Ob es die Musik am Anfang oder am Ende ist, es kommt umgehend die richtige Atmosphäre auf, die den Hörer in den Bann zieht. Ein exotisches Flair, dazu die gekonnt inszenierten Erscheinungen der Gespenster-Rikscha, das sorgt für ein angenehmes Schauererlebnis.

Hier wird zwar nicht unbedingt Grusel geboten, das ist bei dieser Serie mittlerweile leider eine Seltenheit geworden, aber unheimlich geht es schon zu und sprachtechnisch und atmosphärisch gibt es nur wenig zu meckern. Eine gelungene Produktion, die ich durchaus empfehlen kann.



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