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Donnerstag, 6. Juli 2017, 08:39

Gruselkabinett Nr. 108 – Der Kapitän der Polestar

Dieser Beitrag von Sir Arthur Conan Doyle hat mir weniger gefallen. „Der Kapitän der Polestar“ beharrt darauf, Wale gesehen zu haben. Die Vorräte gehen zur Neige und die Mannschaft appelliert an den sturen Kapitän, endlich zurückzukehren. Kapitän Craigie weiß seine Mannschaft zu führen, obwohl ihm viele nicht glauben, Wale gesehen zu haben. Doch aufgrund der erfolgreichen Vergangenheit halten alle die Treue und hoffen auf einen guten Ausgang: wohlbehalten zurückzukehren und an der nächsten lukrativen Seefahrtsaison teilzunehmen, die alsbald beginnt. Die Polestar befindet sich in einer sich durch Eis verengenden Fahrrinne, sodass ein Feststecken mit den schwindenden Vorräten zur ernsten Überlebensgefahr wird. Der Protagonist, der Medizinstudent McAllister Ray, ist als Schiffsarzt an Board und hat eine gute Verbindung zum Kapitän. Während der Kapitän seine wahren Absichten verheimlicht und die Mannschaft von übersinnlichen Erscheinungen spricht, positioniert sich der junge Student mit rationaler Denke zwischen den beiden Lagern und bemüht sich zu vermitteln.

Das Hörspiel versucht den Hörer mit dem Konflikt des Zurückkehrens oder noch Ausharrens bei der Stange zu halten. Die Gefahr des Bleibens ist immens, doch der Kapitän beschwört die Mannschaft ihm Glauben zu schenken, mit der Aussicht auf reiche Beute. Doch kann man ihm glauben? Ist er verrück geworden? Was verbirgt er?

Während viel Zeit für den Aufbau der Grundsituation vergeht, wird wenig dafür aufgebracht, schreckliche und unheimliche Erlebnisse darzustellen. Es mangelt an Dramatik und gruseliger dürfte es auch sein. Das romantisch-schaurige Ende gerät geradezu kurz. Schade.

Das Highlight der Folge stellt für mich Matthias Lühn als Kapitän der Polestar dar. Er repräsentiert einen erfahrenen Seemann, voller Mut, Verzweiflung, Trauer, aber auch Hoffnung. Dagegen zeigt sich Louis Friedemann Thiele als junger rational denkender Mann, der an den Herausforderungen der Seefahrt wächst.

Alle Sprecher dieses Hörspiels überzeugen. Die dezente Musik- und Geräuschkulisse passt ebenfalls gut.

Ein weiteres Highlight ist das Covermotiv von Erturul Edirne, das sehr schön die Atmosphäre des Hörspiels einfängt. Die Farbtöne und die Darstellung der Eiswelt zusammen mit dem Kapitän verdeutlichen, warum die Mannschaft am Kapitän zweifelt. Wird es eine Rückkehr in den schottischen Hafen geben?

Fazit
Die „technische“ Umsetzung (Sprecher, Geräusche, Musik, Cover…) ist wie gewohnt gelungen. Es hapert jedoch an der gemächlichen Geschichte, die keine Höhepunkte im Verlauf aufweist, nur ein mehr oder weniger dramatisches Ende. Vielleicht wäre es günstiger gewesen, zwei Geschichten (jeweils 30) Minuten zu vertonen, und dadurch für mehr Dramatik und Grusel zu sorgen.
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Verwendete Tags

Gruselkabinett, Titania Medien