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T-Rex

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Dienstag, 13. Juni 2017, 17:49

MindNapping 25 - Todesspiel (Audionarchie)

Für mich bis dato das Highlight der Reihe und schon jetzt eine der besten Produktionen des Jahres 2017. Ich habe es gemeinsam mit MiS in einer Rezension besprochen:

50 Folgen „Mord in Serie“ und MindNapping“ – genauer gesagt feiert jede Reihe für sich ihr Jubiläum mit der 25. Folge – dafür meinen recht herzlichen Glückwunsch.

Anlässlich dieses Jubiläums bekommen wir Hörer ein crossover serviert. Es gibt ein Wiederhören mit den Freelancern und die Folge erstreckt sich über zwei Teile. Teil 1 mit dem Titel „Todesjagd“ ist die Folge 25 von „Mord in Serie“ und Teil mit dem Titel „Todesspiel“ ist die Folge 25 der Reihe „MindNapping“.

Viel diskutiert wurde in den einschlägigen Foren, was uns denn wohl erwarten wird. Nach dem Hören kann ich sagen, dass ich mit meiner Einschätzung aufgrund der Titel gar nicht so falsch gelegen habe. Doch worum geht es?

Bei der Folge „Todesjagd“ werden die Freelancer von Sonja Bernard damit beauftragt, nach ihrem Mann zu suchen, der einem Menschenschlepperring auf der Spur ist. Nun gibt es seit 6 Tagen kein
Lebenszeichen mehr von ihm. Das Team nimmt den Auftrag an und sie begeben sich in eine Welt, in der man sich mit Geld seine perfidesten Wünsche erfüllen kann. Doch die Schlepper sind gut organisiert und Roland Voss und sein Team werden
selbst zur Beute…

Bei der Folge „Todesspiel“begeben sich die Freelancer aufgrund eines Hinweises nach Las Vegas. Mit Clifford Briggs soll hier der Kopf der grausamen Schlepperorganisation seinen Sitz haben. Tatsächlich erlangen die Freelancer Zugang zu einem geheimen Teil des Casinos, wo man Wetten bei Kämpfen auf Leben und Tod abschließen kann. Doch sie werden bereits erwartet…

Ekkehardt Belle, Claudia Lössl und Sascha Rotermund bekommen wir als die Freelancer zu hören. Ihre Darbietungen sind ausnahmslos erstklassig und sie dringen toll an das Ohr des Hörers. Die Hauptbösewichte werden von Lutz Riedel als Zoran Vukov, Klaus Dieter Klebsch als Clifford Briggs, Anke Reitzenstein als dessen Frau Abigail und Michael Grimm als Floyd Graham gesprochen. Frau Reitzenstein darf in der ersten Folge noch die Auftraggeberin Frau Bernard sprechen. Wirklich schlimm finde ich diese Doppelbesetzung nicht, da zum einen Abigail erst im „Todesspiel“
in Erscheinung tritt und Frau Bernard ihren Auftritt lediglich in der „Todesjagd“ hat und zum anderen die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme wirklich gut ist. Doch hätte ich es einen Tacken besser gefunden, wenn man auf eine andere Akteurin gesetzt hätte. Erfahrene Sprecher, denen es gut gelingt, diese verachtenswerten Charaktere zu performen. Die zahlreichen übrigen Akteure haben nicht so viel Text zu bewältigen. In diesem Bereich macht wirklich jeder seine Sache sehr gut. So bekommen wir unter anderen Jens Wendland, Mark Bremer, Rainer Fritzsche, Christoph Piasecki, Jürgen Thormann oder Ulrike Stürzbecher zu hören. Doch auch an die zahlreichen nun nichtgenannten Akteure geht ein großes Lob. Insgesamt eine sehr gute Leistung in diesem Bereich.

„Mord in Serie“ meets „MindNapping“ oder umgekehrt, denn die Erstnennung soll ja keine Bevorzugung darstellen. Eine kurze Ehe der beiden Reihen, die wirklich gut funktioniert. Inhaltlich ähneln sich diese beiden Serien ja. Lediglich der Psycho-Aspekt spielt des Öfteren bei „MindNapping“ noch eine große Rolle. Doch das "Todesspiel" ist auch innerhalb dieser Reihe gut aufgehoben.

​Markus Topf zeichnet sich einmal mehr für die Vorlage verantwortlich. Es gelingt ihm, eine wirklich glaubhafte und vor allem interessante Story darzubieten, die den Hörer von der ersten Minute an fesselt.

Wie es für „Mord in Serie“ üblich ist, spielen die Geschehnisse in Deutschland. Genauer führt es uns nach Hamburg auf die Spur einer grausamen Schlepperbande, die ihr Geld mit Flüchtlingen macht. Schon der Einstieg ist hart gehalten und man fühlt sich an zahlreiche Filme (z. B. Harte Ziele) erinnert. Immer tiefer versinken unsere drei Helden in diesem Albtraum und werden schlussendlich selbst zur Beute. Die Folge ließe sich alleine hören. Aus Spoiler-Gründen möchte ich das Ende nun nicht verraten. Dennoch funktioniert es weitaus besser mit dem zweiten Teil, den wir dann innerhalb der Reihe „MindNaping“ zu hören bekommen. Hier wird mit einem kleinen Ausflug in die Vergangenheit gestartet und dann geht es auch sofort in das Geschehen hinein. „MindNapping“-typisch geht es in die USA. Genauer nach Las Vegas und dort direkt in die Höhle des Löwen. Und wieder müssen sich unsere Freunde zur Wehr setzen. Storytechnisch ist das alles schon ein sehr perfides Spiel. Man ertappt sich bei der Frage, ob dies in Realität auch möglich wäre. Bei unserer Gesellschaft glaube ich dies tatsächlich und gerade das macht diese beiden Folgen so bedrückend. Ein wenig Nerven sollte man für das Hören also mitbringen, denn dies hier sind die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.

Dies ist wirklich kurzweilige Hörspielunterhaltung, bei der man sofort auf den Punkt kommt.

Die Freelancer sind schon ein wirklich klasse Trio. Ich würde mich freuen, wenn sie noch einmal in Erscheinung treten würden. Eine eigenständige Serie, worüber im Forum ja auch geredet wird, bräuchte ich nicht. Aber über einen vierten Auftritt würde ich mich sehr freuen. Und nen neuen Auftrag gab es ja am Ende des Todesspiels.

Der musikalische Bereich dieser beiden Reihen ist ohnehin ausgesprochen gut. So herrscht eine wirklich klasse Atmosphäre.

Insgesamt sind „MindNapping“ und „Mord in Serie“ zwei außergewöhnliche Serien, die wir hier in einem crossover zu hören bekommen. Die Folgen sind spannend, actionreich und bieten absolut kurzweilige Hörspielunterhaltung. Auch wenn dieses Jahr noch jung ist und falls nicht noch eine faustdicke Überraschung auf uns zukommt, so werden diese beiden Folgen definitiv mit zum Highlight gehören.
Gruss T-Rex

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