Gruselkabinett Nr. 51 - Die Mumie (Titania Medien)

  • Was geht an der Universität von Oxford nur vor sich? Nicht nur, dass der Student Edward Bellingham (Hannes Maurer) eine sehr schwierige Person zu sein scheint, irgendetwas führt er auch im Schilde, aber was? Der neue Mitstudent Abercrombie Smith (Bene Gutjan) möchte der Sache auf den Grund gehen und begibt sich dabei selber in größte Gefahr. Wer oder was geht nachts im Gebäude umher? Steckt Bellingham dahinter oder schickt er jemanden los, der Mitstudenten und Bedienstete angreift? Und wenn ja, zu welchem Zweck?


    - Meinung -


    Zunächst war ich mir im Vorfeld nicht sicher, was ich von einer weiteren Mumien-Folge halten sollte, doch was hier geboten wird hat mich voll und ganz überzeugt. Sir Arthur Conan Doyles Klassiker präsentiert sich als spannendes und durchaus gruseliges Werk auf recht kleiner Ebene, stellenweise hatte ich schon das Gefühl eines Theaterstücks, was wohl auch daran liegen dürfte, dass Marc Gruppe ein dramaturgisches Händchen für derartige Geschichten hat. Kurzweilig, spannend, düster und einfach gute Gruselunterhaltung alter Schule, diese Folge hat mir inhaltlich und von der Bearbeitung her schon mal bestens gefallen.


    Einmal mehr überzeugt eine Sprecherriege, die erneut sehr prominent ausfällt, was wohl niemanden mehr verwundern dürfte, der die Reihe kennt. In den Hauptrollen agieren Bene Gutjan, Alexander Turrek, Hannes Maurer und Max Felder, die ihre Jobs weitestgehend gut bis sehr gut machen. Stellenweise wirkt Bene Gutjan etwas "steif" auf mich, was wohl hauptsächlich daran liegen dürfte, dass es sich hierbei um einen seiner ersten Einsätze als Sprecher in einem Hörspiel handelt und was geboten wird geht immer noch absolut in Ordnung. Hannes Maurer spricht den überaus fiesen und unsympathischen Edward Bellingham sehr gekonnt, hier und da könnte es aber sein, dass die doch recht hohe Stimme vielleicht etwas nervt, was aber wiederum gut zur Rolle passt. Bei dem einen oder anderen Auftritt Alexander Turreks musste ich durchaus etwas schmunzeln, lässt sich eine gelegentliche stimmliche Ähnlichkeit zu David Nathan nicht von der Hand weisen, aber er verliert keineswegs seine Eigenständigkeit und liefert eine sehr gute Vorstellung ab. Das gilt auch für alle Sprecherinnen und Sprecher in den Nebenrollen, wie z.B. Dagmar von Kurmin, Jochen Schröder, Frank Schaff, Uli Krohm und weitere, sprechertechnisch eine sehr ordentliche Angelegenheit, diese Abteilung ist und bleibt mit das Steckenpferd der Reihe.


    Über die Untermalung geht hier natürlich auch einiges, passende Musikstücke, die nicht gerade unerheblich zur sehr dichten und düsteren Atmosphäre beitragen und die Geräuschkulisse passt ebenfalls wie die Faust aufs Auge, so dass das Setting von Anfang bis Ende bestens rüber kommt.


    Eine durch und durch gelungene Folge, die mich sehr gut und spannend unterhalten hat und für meinen Geschmack mit zu den besten Folgen dieser Reihe gehört. Fans des Gruselkabinetts werden wohl so oder so zugreifen, aber auch Hörspielfans allgemein sollten sich diese hochwertige Vertonung von Sir Arthur Conan Doyles Werk nicht entgehen lassen.


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  • Das Gruselkabinett weiß immer wieder zu überraschen. Bei dem Titel und dem Cover glaubte ich zwar an einen eher gruseligen Inhalt, dass ich mich jedoch so fürchten würde, hätte ich nie gedacht.Marc Gruppe hat die Kurzgeschichte „Lot No. 249“ des Sherlock Holmes Autors Sir Arthur Conan Doyle zu einem packenden Hörspiel umgeschrieben. Alles Unheimliche geht von der Mumie, die als Exponat 249 versteigert wurde, aus.
    Abercrombie Smith wird vor einem Mitbewohner gewarnt und schon ist sicher: Merkwürdiges passiert in dem Campusgebäude und weiterem Umfeld. Bewohner werden brutal angegriffen und vermögen sich alleine kaum gegen einen schier übermächtigen Gegner zu wehren. Als Smith der Ursache auf den Grund geht, wird auch er zur Zielscheibe und schreibt seine Erlebnisse auf. Genau an dieser Stelle beginnt das Hörspiel und der Hörer erfährt rasch, was in der Vergangenheit passiert ist. Im Anschluss folgt das Finale mit einem überraschend knappen Ende.


    Die Sprecher sind allesamt herausragend gewählt. Das Hörspiel startet mit einem Erzählteil. Dies schreckte mich zunächst ab. Ich wollte kurze knackige Unterhaltung ohne eine lange Einleitung, da ich am Abend des ersten Hörversuchs ungeduldig und aufgebracht war. Ich hörte das Hörspiel deshalb erst später und stellte verblüfft fest, wie kurz die Erzählereinführung geworden ist und wie schnell es zur Sache geht. Diese erzählertypische Einführung kam mir anfangs etwas hölzern vor, bei erneutem Hören beschlich mich dieses Gefühl nicht. Bene Gutjan leistet als Abercrombie Smith gute Arbeit.
    Hannes Maurer gefällt mir als unheimlicher Edward Bellingham sehr gut. Stets hat er etwas unheimliches, bedrohliches in der Stimme. Dies fördert sehr die Fantasie und so entsteht alleine durch die Gedanken noch viel mehr Schrecken, als im Hörspiel ohnehin (zunächst) angedeutet wird.


    Uli Krohm vermag es der Mumie Laute zu geben, die ich nicht für möglich gehalten hätte: absolut unheimliche, ich lag stocksteif im Bett. Dies geht einher mit der teilweise schaurigen und immer passenden Geräuschkulisse. Die Musikstücke sind nicht minder gelungen ausgewählt. Sie haben „Gabriel Burns“-Charakter, diese einschneidenden, überraschenden Elemente, welche die Spannung ins Maßlose treiben oder an der rechten Stelle ein wenig dabei helfen, die Verspannungen des lauschenden Körpers zu lösen.


    Fazit
    Ein schauriges Hörspiel, das unbedingt im Dunkeln bei voller Aufmerksamkeit gehört werden sollte. Die Schrecken sind hervorragend inszeniert und die packende Geschichte kommt meiner Meinung nach in einer solchen Atmosphäre am besten zum Tragen.