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Dienstag, 3. Juni 2014, 20:31

Ein Skandal in Böhmen (Folge 12) – Sherlock Holmes

Als Dr. Watson seinen Freund Sherlock Holmes nach langer Zeit besucht, ist Mrs. Hudson aufgelöst: Holmes injiziert sich seit längerem Kokain. Ohne Watsons positiven Einfluss in Sachen Drogenkonsum sorgt sich Mrs. Hudson sehr um den Detektiv – trotz seiner Erfolge, die von der Presse publik gemacht wurden. Nach dieser Einleitung wird das Thema Drogen nicht weiter bearbeitet, denn es kündigt sich ein adeliger Gast an und Sherlock lässt es sich nicht nehmen, Dr. Watson in seinen neuesten Fall zu ziehen. Dabei trifft Sherlock auf „die Frau“: Irene Adler. Sie ist eine ebenbürtige Gegnerin für Sherlock Holmes. Wird er den Auftrag des Adeligen zur Zufriedenheit aller ausführen können?

Ich finde es immer wieder erhellend, Krimiklassiker zu hören. Besonders wenn im Anschluss eindeutig zu erkennen ist, was alles von klassischen Sherlock Holmes Geschichten abgekupfert wurde. Naheliegende Beispiele sind freie Sherlock Holmes Adaptionen wie die Guy Ritchie Verfilmungen.
Irene Adler als weibliche Gegenspielerin einzuführen, hat für die damalige Zeit (1891) etwas Geniales. Es wäre jedoch auch kaum vorstellbar, ein Frauenbild zu nehmen, das nicht genial wie Sherlock ist, da er ansonsten wohl niemals eine Frau bewundern würde. In unzähligen Werken basierend auf Arthur Conan Doyles Figuren wird sie benutzt, um Sherlock Holmes doch noch romantische Gefühle beizubringen, ihn nicht rein als Mensch der Logik darzustellen. Dieses auf dem Original basierenden Hörspiel stellt jedoch deutlich klar: Holmes ist lediglich von Adlers Intelligenz beeindruckt.

An der Geschichte gefällt mir besonders, wie Irene Adler dargestellt wird. Sie ist keinesfalls im Vordergrund und ihr entscheidender Umgang mit Holmes wird retroperspektiv erzählt, wie es sonst der Meisterdetektiv mit seinen Fällen zu tun pflegt. Adler tritt nur in dieser Geschichte auf und es wird ein handfester Grund geliefert, weshalb es für ein Wiedersehen mit Holmes keine Veranlassung gibt.
Ein wenig daure ich die nicht weiter verfolgte Drogenthematik vom Einstieg in das Hörspiel. Aber sei’s drum – der Fall unterhält wunderbar.

Traudel Haas leiht ihre Stimme Irene Adler. Eine wundervolle Besetzung. Ebenso gut sind die Stammsprecher Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz als Holmes, Watson und Mrs. Hudson. Als Adliger ist Pascal Breuer zu hören. Alleine seine Stimmlage und Betonung reicht aus, um sich wahrlich einen Adligen in Sherlock Holmes Wohnung vorzustellen. Eine klasse Leistung! Die vielen weiteren Sprecher bestätigen den positiven Eindruck.

Die klassische Titania Medien Musikuntermalung passt bestens zum vorliegenden Hörspiel. Ebenso wissen die Geräusche zu überzeugen.

Fazit
Die berühmte Geschichte mit Irene Adler als weiblicher Antagonist in einer exzellenten Vertonung. Wunderbar!

beli

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2

Mittwoch, 4. Juni 2014, 12:52

Zitat

Dieses auf dem Original basierenden Hörspiel stellt jedoch deutlich klar: Holmes ist lediglich von Adlers Intelligenz beeindruckt.
An der Geschichte gefällt mir besonders, wie Irene Adler dargestellt wird. Sie ist keinesfalls im Vordergrund und ihr entscheidender Umgang mit Holmes wird retroperspektiv erzählt, wie es sonst der Meisterdetektiv mit seinen Fällen zu tun pflegt. Adler tritt nur in dieser Geschichte auf und es wird ein handfester Grund geliefert, weshalb es für ein Wiedersehen mit Holmes keine Veranlassung gibt.

Danke für diese Beschreibung. Ich war schon am Überlegen, ob ich (neben Folge 9) auch diese Folge auslasse, weil ich von den meisten Verfilmungen des Stoffs so genervt war (in denen ja nicht nur der romantische Aspekt dazuerfunden, sondern aus einer intelligenten Frau mit Beziehungen gleich eine Kriminelle mit Verbrecherorganisation im Hintergrund gemacht wurde). Aber wie es aussieht, kann ich die Folge unbesorgt kaufen. :)

acquire

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3

Mittwoch, 4. Juni 2014, 20:30

Das freut mich. Ich bin dann schon auf deine Meinung zum Hörspiel gespannt!

beli

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4

Mittwoch, 18. Juni 2014, 09:15

Inzwischen habe ich es gehört und bin zufrieden. Mir gefällt diese Darstellung der Irene Adler auch gut, und die Umsetzung der Geschichte ins Hörspiel finde ich gelungen. (Meine Lieblingsgeschichte wird die Irene-Adler-Story nie werden, aber dafür kann Titania ja nichts.)

Dass die Kokain-Thematik vom Anfang später gar nicht mehr erwähnt wird, habe ich ebenfalls bedauert. Auch wenn es in späteren Folgen noch auftaucht, ist es hier ein loser Faden im Gewebe (wobei ja eigentlich klar ist, dass sich Holmes da kaum dreinreden lässt, aber den Versuch hätte ich trotzdem gern gehört).

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Verwendete Tags

Sherlock Holmes, Titania Medien